Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem FONAP und dem RSPO?

Das FONAP unterscheidet sich grundlegend vom RSPO: Es ist kein Standard und nimmt keine Zertifizierung vor. Die Mitglieder des FONAP geben lediglich eine öffentliche Selbstverpflichtung ab nur noch nachhaltig produziertes Palmöl zu verwenden. Neben dem RSPO Standard gibt es auch noch andere Nachhaltigkeit- Standards (z.B. Rainforest Alliance, ISCC Plus) welche ebenfalls vom FONAP akzeptiert werden. Das FONAP setzt sich - wie auch in seinem Regelwerk beschrieben - dafür ein, dass die bestehenden Standards weiter verbessert werden. Hierzu ist eine koordinierte und gemeinsame Vorgehensweise notwendig, um auch den Produzenten ein deutliches Signal zu senden, dass weitere Verbesserungen von den Käufern nachgefragt werden. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund das bislang nur 50% des zertifizierten Palmöls überhaupt gekauft wird.

Die Vorgaben der RSPO Zertifizierung sind nicht weitgehend genug um das Palmöl mit diesem Standard als Nachhaltig zu bezeichnen, wieso wird der RSPO unter diesen Bedingungen vom FONAP akzeptiert?

Die Vorgaben des RSPO sind nicht grundsätzlich schlecht, da sie einen engen Handlungsrahmen vorgeben, der von den Produzenten befolgt werden muss. Im GIZ Vorhaben "Nachhaltige Palmölproduktion in Thailand" (2009-2012 finanziert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) wurden direkte, positive Auswirkungen einer nachhaltigen Produktion beobachtet. So sind z.B. Eulen und andere Vögel in die Plantagen zurückgekehrt, die Löhne der Arbeiter gestiegen und Arbeitsschutzmaßnahmen bei der Nutzung von Pestiziden rigoros eingehalten worden. Trotzdem bestehen berechtigte Kritikpunkte an denen das FONAP - wie auch viele seiner Mitglieder auf individueller Basis - arbeiten werden. So haben einige deutsche Mitglieder des RSPO bereits gemeinsame Erklärung abgegeben, dass ihnen die Vorgaben des RSPO nicht weitgehend genug sind und sie vom RSPO weitere Verbesserungen erwarten. Innerhalb des FONAP werden diese Vorschläge weiter vertieft und Umsetzungsmöglichkeiten für eine Verbesserung der bestehenden Standards aufgezeigt (siehe Gründungsregelwerk).

Das meiste zertifizierte Palmöl welches auf dem Weltmarkt zur Verfügung steht wird nicht gekauft

Dies ist richtig. Nur 50% des zertifizierten Öls werden nachgefragt. Deshalb äußern die Produzenten deutliche Kritik an den Käufern und stellen immer wieder in Frage, ob sie bei so geringer Nachfrage eine weitere Verschärfung der Kriterien überhaupt akzeptieren sollen. Das FONAP sendet auch ein Zeichen an die Produzenten, dass nachhaltiges Palmöl von den europäischen Käufern nachgefragt wird.

Wieso weichen die Unternehmen nicht auf andere pflanzliche Öle aus?

Das ausweichen auf andere Öle stellt keine dauerhafte Lösung dar, da das Ausweichen auf andere pflanzliche Öle die kritisierten Umweltprobleme auf die anderen Öle übertragen wird. So steht z.B. der Sojaanbau auch vielfach in der Kritik. Palmöl ist flächenmäßig das ertragreichste pflanzliche Öl (bis zu 7 Tonnen Öl pro Hektar; Sonnenblumen und Raps bis zu maximal 2 Tonnen Öl pro Hektar) und daher, unter dem Gesichtspunkt der steigenden Weltbevölkerung und bei klar definierten Vorgaben beim Anbau, die langfristig "nachhaltigere" Alternative. Der WWF hat hierzu ein Informationsblatt, "Öl braucht Fläche" erstellt, welches auf der Webseite des WWF heruntergeladen werden kann (Link zur Infografik "Öl braucht Fläche" vom WWF). Bei der Produktion von waschaktiven Substanzen (Tensiden, Seifen) können entweder erdölbasierte Öle eingesetzt werden, oder Kokosöle, oder Palm(kern)öle.

Was kann getan werden um die Entwaldung wegen dem Ölpalmenanbau zu stoppen?

Der Entwaldung aufzuhalten ist nicht die alleinige Aufgabe der Zertifizierungssysteme, sondern die Aufgabe der jeweiligen Regierungen in den Produzentenländern ihre Gesetze anzuwenden und weiter zu verbessern. Darüber hinaus ist es Aufgabe der internationalen Gemeinschaft diese Länder beim Aufbau entsprechender Kapazitäten zu unterstützen (was die Bundesregierung in einer Vielzahl von Ländern bereits erfolgreich tut - e.g. Brasilien, Indonesien, Kamerun). Dann müssen sich die Zertifizierungssysteme weiter verbessern, dies ist Teil des Auftrags des FONAPs. Last but not least können und müssen Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und jeweils sicherstellen, dass ihre Produkte und die ihrer Lieferanten nicht zur weiteren Entwaldung beitragen. Zuletzt sich auch wir Verbraucher gefordert nur solche Produkte zu kaufen, die nach nachhaltigen Kriterien produziert worden sind.

Wie groß ist die Chance, dass der RSPO sich weiter verbessert?

Es gibt im RSPO und unter seinen Mitgliedern viele Diskussionen. Einige Unternehmen haben sich u.a. mit Greenpeace und dem WWF in der Palm Oil Innovators Group zusammengeschlossen, um deutlich zu machen, dass sie den RSPO zwar als Grundlage nutzen, aber freiwillig weitere Zusatzanforderungen umsetzen. Dies ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Allerdings besteht nach wie vor das Problem, dass große Mengen des zertifizierten Öls überhaupt nicht gekauft werden. Nur durch gemeinsames und aktives Vorgehen weitere Mengen zertifizierten Öls überhaupt einmal zu kaufen, wird es möglich sein die Produzenten zu weiteren Verbesserungen zu bewegen. Und klar ist auch, dass RSPO-zertifiziertes Palmöl immer noch besser ist als nicht zertifiziertes Öl.