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24. Mai 2018 - Center for International Forestry Research (CIFOR) untersucht Unternehmensverpflichtungen

Das Center for International Forestry Research (CIFOR) CIFOR hat jüngst eine Studie zu den sogenannten zero deforestation commitments (ZDCs) von Unternehmen veröffentlicht. Die Analyse behandelt vor allem die Bewertung von Effekten und Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung freiwilliger Selbstverpflichtungen.

Die Studie kritisiert die Diskrepanz zwischen den durchaus anspruchsvoll formulierten ZDCs auf der einen sowie der schleppenden Konzipierung von Umsetzungsmechanismen auf der anderen Seite. Ein weiteres großes Problem bei der Umsetzung besteht laut CIFOR darin, dass der Einfluss von Unternehmen auf die Strategien und Praktiken anderer Akteure in der Lieferkette (noch) begrenzt ist. Beispielsweise vermieden es fast drei Viertel der untersuchten Unternehmen, ihre Lieferanten zu der Formulierung von ZDCs zu bewegen. Diese Tatsache erlaubt es den Lieferanten, einerseits entwaldungsfreie Waren an ZDC-Unternehmen, andererseits jedoch auch Entwaldung implizierende Waren an Nicht-ZDC-Unternehmen zu vertreiben. Dieses parallele Marketing würde durch die weit verbreitete Zertifizierung auf Basis von Massenbilanzsystemen erleichtert, die es nicht-zertifizierten Herstellern ermöglicht an zertifizierten Lieferketten teilzunehmen. Dadurch würde der Anreiz von ZDC-Unternehmen gebremst, Nachhaltigkeitsstandards vollständig einzuhalten und Einfluss auf die Unternehmenspolitik der Lieferanten zu nehmen.

Da sich nur die Hälfte der von CIFOR untersuchten Unternehmen zur Entwicklung von Rückverfolgungssystemen auf Plantagenebene verpflichtet hat und die Mehrheit auf wahrheitsgetreue Erklärungen ihrer Lieferanten angewiesen ist, fehlten derzeit angemessen strenge Kontrollmechanismen, die Anreize für einen umfassenden Wandel der vorgelagerten (Produktions-) Verfahren schaffen könnten. Laut CIFOR untergräbt das schwache Engagement der Unternehmen für Transparenz, unabhängige Überprüfung und Rechenschaft das transformatives Potenzial der ZDCs.

Abschließend befindet die Studie, dass sich die ZDCs zum Großteil auf Landerwerb und den Schutz von Waldökosystemen mit hohem Schutzwert beziehen. Nur wenige der untersuchten Unternehmen bemühten sich hingegen, Kleinbauern bei der Vermarktung zu unterstützen, Ernährungssicherheit zu fördern oder Verantwortung für (mögliche) indirekte Landnutzungsänderungen zu übernehmen. Dabei würden sich aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Abhängigkeit von kleinen Lieferanten speziell Palmöl-Unternehmen als geeignet erweisen, um auf diese Herausforderungen zu reagieren.

Positiv hebt die Studie allerdings hervor, dass eine wachsende Zahl von Regierungen, Entwicklungsagenturen und Multi-Stakeholder-Initiativen die Unternehmen bei der Erfüllung ihrer ZDCs zu unterstützen versuchen. Dabei seien auch vielfältige Absichten zu erkennen, ZDCs in bestehende Zertifizierungssysteme wie RSPO NEXT und SAN zu integrieren.

18. Mai 2018 - 5 Fragen an - Markus Wolter, World Wide Fund For Nature (WWF)

FONAP (Forum Nachhaltiges Palmöl): Herr Wolter, Sie waren Anfang des Jahres auf Einladung des indonesischen Außenministeriums für einen dreiwöchigen Trainingskurs in Indonesien, um sich ein Bild von einer nachhaltigen Palmölproduktion zu machen. Wie war’s, und konnte man Sie überzeugen?

Markus Wolter: Es war eine sehr aufschlussreiche Exkursion, bei der ich eine große Bandbreite an Ölpalm-Plantagen besuchen konnte – vom Kleinbauern mit zwei Hektar bis zu großen Plantagen mit 8.000 Hektar war alles dabei. Besonders wertvoll war der direkte Kontakt mit mehreren Kleinbauern, bei denen wir auch übernachtet haben und so einen kleinen Einblick in ihr Leben bekommen konnten. Wobei mir klar ist, dass wir mit Bedacht ausgewählte Betriebe und Personen gesehen und kennengelernt haben, die mit großer Wahrscheinlichkeit besser und nachhaltiger produzieren als ein durchschnittlicher Betrieb in Indonesien. Man muss stets kritisch hinterfragen, was man sieht. Mein Eindruck ist, dass sich vor Ort zwar etwas tut, vor allem auf regulativer Ebene, zum Beispiel bei der Umsetzung von Gesetzen zum Schutz des Waldes, gibt es aber noch immer große Probleme.

FONAP: Wie genau können wir uns denn den genauen Ablauf der Reise vorstellen? Wer hat außer dem WWF sonst noch teilgenommen? 

 Wolter: In der ersten Woche waren wir in einem Hotel in Bogor, auf Java und haben jeden Tag Vorträge rund um das Thema Palmöl gehört – angefangen von der Pflanzenphysiologie, über ökonomische Aspekte bis zu Zertifizierungssystemen. In der zweiten und dritten Woche ging es nach Jambi, die drittgrößte palmölproduzierende Region Indonesiens, auf Sumatra. Dort haben wir jeden Tag Exkursionen zu Plantagen und Ölmühlen gemacht, wie gesagt auch mit Übernachtungen bei Kleinbauern.

Die Gruppe war sehr gemischt, es waren noch zwei Mitarbeiter des indonesischen Außenministeriums dabei, drei indonesische Wissenschaftler, ein Diplomat der kolumbianischen Botschaft, zwei Vertreter der NGO BOS (Borneo Orang Utan Survival), zwei Wissenschaftler der Uni Göttingen, eine Journalistin, eine Vertreterin des Import Promotion Desk und eine Vertreterin der NGO World Forum aus Singapur.

FONAP: Palmöl wird beispielsweise für den Einsatz hochgiftiger Pestizide oder die Brandrodung wertvoller Regenwaldareale nicht nur hier in Deutschland häufig kritisiert. Wurden die negativen Auswirkungen der Produktion thematisiert?

Wolter: Nein, diese Themen wurden kaum thematisiert und ihr Vorhandensein größtenteils negiert. Das hat mich stark irritiert. Die Datenlage ist aufgrund von wissenschaftlichen Publikationen, Satellitenbildern und Augenzeugenberichten ziemlich klar, aber dies wurde unter dem Oberbegriff der „Black campaigns“ (dt. „Schmutzkampagnen“, Anm. d. Red.) gegen Indonesien als unwahr dargestellt. Nur wenige unserer Ansprechpartner, dafür aber hochrangige, gaben zu, dass es diese Probleme dort gibt.

FONAP: Wie können Verstöße gegen Menschenrechte oder der Pestizid-Einsatz verhindert werden?

Wolter: Es sind mehrere Faktoren, die das verhindern können. Einerseits ein konsequent agierender Staat. Es gibt in Indonesien bereits eine Reihe sinnvoller Gesetze – aber diese müssen eben auch umgesetzt werden, der Staat muss sie nachhalten und sicherstellen, was er auf dem Papier fordert. Derzeit schließen häufig noch freiwillige Zertifizierungssysteme diese Lücken, meist übrigens mit Anforderungen, die über denen des Gesetzgebers liegen. Zertifizierungssysteme wie der RSPO können mit unabhängigen Auditoren dazu beitragen, die Lebensverhältnisse von Arbeitern und (Klein)-Bauern wirklich zu verbessern und den Einsatz hochgefährlicher Pestizide zu unterbinden. RSPO ist ein Mindeststandard, der die schlimmsten Praktiken, wie Regenwaldabholzung, verbietet und eine bessere Praxis vorgibt. Das ist ein erster Schritt hin zu nachhaltigerem Palmöl. Die Relevanz des RSPO hat anscheinend die Regierung dazu gebracht, ein staatliches Zertifizierungssystem (ISPO) zu starten. Dies bleibt zwar hinter den RSPO-Bestimmungen zurück, aber es zeigt, dass sich etwas tut. Und das ist ein wichtiger Schritt. 

FONAP: Zertifizierungssysteme wie der RSPO und auch Initiativen wie das FONAP werden immer wieder kritisiert. Aus Ihrer Sicht: Kann das FONAP, das ja einen Fokus auf den deutschsprachigen Markt hat, wirklich Einfluss nehmen und Verbesserungen in Produzentenländern wie Indonesien oder Malaysia erreichen?

Wolter: Ja, das kann sie. Die Wirkung von Zertifizierung habe ich eindrucksvoll erleben können. Wir standen mitten in einer RSPO zertifizierten Plantage von Kleinbauern, als ein Bauer mir den Email-Verkehr über den Zertifikatehandel mit einer europäischen Firma auf seinem Smartphone entgegenhielt. Die Firma kauft seit zwei Jahren Zertifikate bei ihrer Kleinbauerngruppe und sorgt damit dafür, dass die Bauern seither ein 30 Prozent höheres Einkommen und einen gesicherten Landtitel haben. Da wirkt sich der Einsatz für zertifiziertes Palmöl hier in Deutschland direkt auf die Einkommens- und Arbeitsverhältnisse inmitten von Sumatra aus. Den Kleinbauern dort geht es im nationalen Vergleich finanziell recht gut und sie können gut von ihren kleinen Flächen von zwei Hektar leben.

Daher finde ich das Engagement des FONAP richtig, sich für den Einsatz von zertifiziertem Palmöl in den Lieferketten ihrer Mitglieder und eine Verbesserung der Richtlinien des RSPO stark zu machen. 

17. Mai 2018 - Lieferantentag des FONAP

Die nachhaltige Beschaffung von zertifiziertem Palmöl, Palmkernöl sowie von Fraktionen und Derivaten soll die Einhaltung von sozialen und ökologischen Anforderungen über die gesamte Lieferkette sicherstellen. Eine besonders große Herausforderung stellt hierbei die Beschaffung, Herstellung und Weiterverarbeitung von zertifizierten Palm-Derivaten dar. Uns allen ist bewusst, dass insbesondere die Lieferketten von Palm-Derivaten extrem komplex sind. Nur gemeinsam können wir 100% nachhaltig zertifizierte Lieferketten erreichen. 

Deshalb möchten wir Sie, Ihre Lieferanten und Distributoren herzlich zu der folgenden Veranstaltung des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) einladen: 
 

FONAP-Lieferantentag Derivate
am Donnerstag, 21. Juni 2018, 09.30 - 16.30 Uhr
GIZ Bonn, Saal A, Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn


Selbstverständlich sind alle Unternehmen aus der Lieferkette eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Laden Sie Ihre Lieferanten und Distributoren aktiv zu der Veranstaltung ein! Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist auch ohne FONAP-Mitgliedschaft herzlich willkommen.

Wie Sie der Agenda entnehmen können, erwartet Sie eine Vielfalt an Themen aus den Bereichen Palm-Derivate und Nachhaltigkeitszertifizierung. Ziel der Veranstaltung ist es, Ihnen Instrumente und Methoden an die Hand zu geben, die Sie zur praktischen Unterstützung und dem Vorantreiben von Nachhaltigkeitszertifizierung, Rückverfolgbarkeit und Transparenz im Bereich der Palm-Derivate im beruflichen Alltag nutzen können.

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Eine englische Übersetzung wird zur Verfügung gestellt. 

Wir freuen uns sehr, Sie beim FONAP-Lieferantentag Derivate begrüßen zu dürfen und bitten um Ihre Online-Registrierung bis Freitag, 08. Juni 2018.

LINKS
Online-Registrierung (Deadline ist Freitag, 08. Juni 2018)
Agenda
Wegbeschreibung
English Version (Invitation, Agenda, Direction)

28. Februar 2018 - Wenn Wildschweine auf Ölpalmplantagen auftauchen

Der Anbau von Ölpalmen verursacht neben der Abholzung tropischer Regenwälder auch Schäden an Wäldern, die nicht in unmittelbarer Nähe von Ölpalmplantagen liegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Dezember 2017 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. 

Für die Studie untersuchten Forscher der University of California, des Smithsonian Tropical Research Institute, der Nanyang University Singapore und des Forest Research Institute of Malaysia (FRIM) ein in Malaysia gelegenes Stück Primärregenwald, das von Ölpalmplantagen umgeben ist. Es stellte sich heraus, dass der Wald stark degradiert war, wobei die Anzahl der Unterholzvegetation - kleine Bäume und Sträucher, die zwischen den Baumkronen und dem Waldboden wachsen - im Untersuchungszeitraum um mehr als 50 Prozent zurückging. Der erstaunliche Grund: Wildschweine, die sich - angezogen von den herabfallenden Palmfrüchten auf den nahegelegenen Plantagen – nicht nur stark vermehren, sondern auch massiven Schaden am Unterwuchs in Regenwaldgebieten anrichten. Dies zeigen die Daten, die vom Forest Research Institute of Malaysia in den vergangen 20 Jahren gesammelt wurden. Der Vergleich mit Waldgebieten, die zum Schutz vor Wildschweinen eingezäunt waren, bestätigt die Schlussfolgerung. Hier war die Anzahl kleiner Bäume und Setzlinge deutlich höher.

Die Studie fand „starke indirekte Effekte über Jahrzehnte hinweg" in Wäldern, die mehr als einen Kilometer von Ölpalmplantagen entfernt liegen. Dies deute nach Ansicht der Autoren darauf hin, „dass der wahre globale ökologische Fußabdruck der menschlichen Nahrungsmittelproduktion erheblich unterschätzt wurde."

Ähnlich starke indirekte Einflüsse auf Regenwälder durch die Kultivierung von Ölpalmen vermuten die Autoren der Studie in weiteren Teilen Malaysias und auch in Indonesien. Sie plädieren daher für Pufferzonen rund um die Ölpalmplantagen, um den Zugang von Wildtieren zu Plantagen zu begrenzen.

07. Februar 2018 - Mehr oder weniger Durchblick im Siegel-Dschungel?

Ob Fairtrade, UTZ, MSC oder RSPO - auf zahlreichen Produkten in Supermärkten finden sich Gütesiegel. Sie geben an, dass der Verpackungsinhalt besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich hergestellt wurde.

Für seinen jüngst erschienenen Report "Zeichen-Tricks" hat Greenpeace Österreich 26 Kennzeichen für Lebensmittel untersucht, die von den zehn größten österreichischen Supermarktketten verwendet werden. Hauptanliegen des Berichts ist eine Antwort auf die Frage, inwieweit man als Konsument Gütezeichen vertrauen kann. Denn laut einer Umfrage von Greenpeace achte immerhin rund die Hälfte aller Verbraucher in Österreich auf Zertifikate bei Lebensmitteln.

Das Ergebnis aus Sicht von Greenpeace: Ein Drittel der im Handel verbreiteten Gütezeichen ist nicht vertrauenswürdig oder sogar kontraproduktiv für die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen. Dies betrifft insbesondere auch den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Hierzu steht in dem Bericht, die Vermarktung von RSPO-zertifiziertem Palmöl „ist lediglich der Versuch, gutes Gewissen bei den KonsumentInnen zu erzeugen: Tatsächlich dient das Zertifikat als Feigenblatt.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. begrüßt die Anstrengungen von Greenpeace Österreich. Denn nur durch die öffentliche Diskussion und den Einsatz aller beteiligten Akteure lassen sich wirkliche und nachhaltige Verbesserungen im Sektor erreichen. Dies betrifft insbesondere auch die relevanten Zertifizierungssysteme für Palmöl. Hierzu gehören neben dem RSPO auch die nicht im Report bewerteten Zertifizierungssysteme International Sustainability & Carbon Certification (ISCC) oder der Sustainable Agriculture Standard.

„Ja, es bestehen berechtigte Kritikpunkte an allen Zertifizierungssystemen, an denen das FONAP wie auch unsere Mitglieder auf individueller Basis arbeiten“, sagt Daniel May, Generalsekretär des Forums Nachhaltiges Palmöl. „Dennoch glauben wir, das zertifiziertes Palmöl, bei aller Kritik, immer noch besser ist als nicht zertifiziertes.“ Denn, die Vorgaben der Standards geben einen engen Handlungsrahmen vor, den Produzenten befolgen müssen. Dieser soll beispielsweise gewährleisten, dass die Grundrechte indigener Landbesitzer, der Gemeinschaften vor Ort, von Mitarbeitern in den Anbaubetrieben, Kleinbauern sowie deren Familien respektiert und in vollem Umfang berücksichtigt werden. „Leider trägt weder die pauschale Ablehnung aller Nachhaltigkeitsanstrengungen der palmölverarbeitenden Industrie zu mehr Durchblick des Konsumenten im Siegel-Dschungel bei, noch ist die Untersuchung von Greenpeace sowie die Verbraucherempfehlungen transparent hinsichtlich der angewendeten Methodik“, so Daniel May.

Denn klar ist auch: Regenwaldabholzung kann nicht allein durch Zertifizierungssysteme gestoppt werden. Es ist Aufgabe der Regierungen in den jeweiligen Produzentenländern, die Gesetzgebung für eine nachhaltige Rohstoffproduktion anzuwenden und weiter zu verbessern. Zudem müssen die Produktionsländer beim Aufbau entsprechender Kapazitäten unterstützt werden. Darüber hinaus können und müssen auch palmölverarbeitende Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und sicherstellen, dass ihre Produkte nicht zur weiteren Entwaldung beitragen. Schlussendlich sind auch die Verbraucher gefordert, nur solche Produkte zu kaufen, die nach nachhaltigen Kriterien hergestellt wurden.

 Die derzeit 52 Mitglieder und Supporter des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. engagieren sich für eine Verbesserung der bestehenden Zertifizierungssysteme und sind aktiv in den derzeitigen Prozess zur Überarbeitung der Prinzipien und Kriterien des RSPO involviert.

05. Februar 2018 - Scorecard des WWF veröffentlicht

FONAP-Mitglieder sind erneut große Klasse

Auch in diesem Jahr hat der WWF seinen großen Palmöl-Check veröffentlicht. Wichtigste Ergebnis aus Sicht des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP): Alle Mitglieder sind grün gelistet. Damit wird das Forum seinem Ruf als Frontrunner für nachhaltiges Palmöl erneut gerecht. Das zeigt auch ein Blick auf die Spitzenreiter der Scorecard. Unter den Top 5 der befragten deutschen Unternehmen sind gleich vier Mitglieder vertreten – Care Naturkost, Daabon, Agrarfrost und Lorenz Bahlsen Snack-World.

„Wir freuen uns sehr, dass die FONAP-Mitglieder erneut ihren hohen Ansprüchen und Erwartungen an sich selbst gerecht werden konnten und Vorreiter ihrer jeweiligen Branchen sind“, kommentiert die Vorstandsvorsitzende des FONAP, Annette Piperidis, das Ergebnis.

Der WWF veröffentlicht seinen Palmöl-Check bereits seit 2009. Bewertet wird dabei mithilfe eines Fragenkatalogs, ob die Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Befragt werden dabei ausschließlich deutsche Unternehmen, die Mitglied des RSPO sind oder zu den großen Akteuren in ihrer Branche zählen. Von den in diesem Jahr befragten 255 Unternehmen blieben 118 (46 Prozent) jegliche Rückmeldung schuldig. 112 Unternehmen (knapp 44 Prozent) gaben an, vollständig oder zumindest teilweise zertifiziertes Palmöl einzusetzen. Die übrigen Hersteller und Händler sind zwar Mitglied im „Roundtable on Sustainable Palmoil“ (RSPO) und haben sich zum Teil Ziele gesetzt, bis wann sie auf zertifiziertes Palmöl umstellen wollen, sie legten aber keine Nachweise für den tatsächlichen Bezug von zertifiziertem Palmöl vor. Die Auskünfte der Unternehmen beziehen sich auf das Kalenderjahr 2016.

Wo Unternehmen auf zertifiziertes Palmöl setzen, ist es in der Regel nach dem RSPO-Standard zertifiziert. Dass die befragten Unternehmen überhaupt Auskunft über die Herkunft und die Art der Zertifizierung des verwendeten Palmöls geben, ist zu großen Teilen auch ein Erfolg des FONAP, das sich seit Jahren für Rückverfolgbarkeit und mehr Transparenz auf dem Markt einsetzt. Die derzeit 52 Mitglieder – unter ihnen 48 ordentliche Mitglieder sowie vier jüngst beigetretene Supporter – des FONAP kaufen zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein, setzen Zusatzkriterien um und streben eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage an.

Allerdings steht diesen Vorreitern noch immer eine große Anzahl an Unternehmen gegenüber, die sich kaum oder gar nicht für nachhaltiges Palmöl engagieren. Dies betrifft insbesondere die Futtermittelbranche, die vom FONAP bereits seit Jahren angesprochen wird. Sie schneidet erneut schlecht ab. Gleiches gilt auch für die weiteren verbraucherfernen Branchen, wie Pharmazie oder chemische Industrie. Gleichzeitig bleibt erneut fast die Hälfte der im Palmöl-Check befragten Unternehmen die Antwort schuldig, ob sie Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Noch gibt es zu wenige deutsche Firmen, die als Palmöl-Vorreiter verbindliche Zusatzkriterien zu den verschiedenen Zertifizierungsstandards wie dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), dem Sustainable Agriculture Standard (SAN) oder der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) einfordern und Kleinbauern unterstützen.

„Nur in einer verantwortungsvollen Partnerschaft zwischen Konsumenten und Produzenten von Palmöl lassen sich Sektoren nachhaltig und langfristig verbessern,“ sagt Daniel May, Generalsekretär des FONAP und ergänzt: „Um insbesondere die weitere Entwaldung beim Anbau von Palmöl zu stoppen, sollten sich Unternehmen zum Kauf von nachhaltigem Palmöl und der Erfüllung von Zusatzkriterien verpflichten. Das FONAP ruft palmölverarbeitende Unternehmen daher auf, ihre Verantwortung wahr zu nehmen und sich im Forum Nachhaltiges Palmöl zu engagieren.“

04. Januar 2018 - FONAP bringt sich in Debatte zu Palmölstopp in Biokraftstoffen ein

Welche politischen Handlungsoptionen gibt es, um die Nutzung von Palmöl als Biokraftstoff zu stoppen? Diese Frage wird in einem Strategiepapier diskutiert, das die Umweltorganisationen WWF und Deutsche Umwelthilfe (DUH) Anfang Dezember vergangenen Jahres in Berlin vorgestellt haben.

In dem Papier werden insbesondere potentielle Maßnahmen wie die Einführung schärferer Reduktionsquoten für Treibhausgase, die weitere Verbesserung von Zertifizierungssystemen und -standards sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Verbräuche und Förderung von Alternativen diskutiert. In der anschließenden Debatte von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen wurde deutlich, dass Palmöl nur einer von vielen Rohstoffen ist, die betrachtet werden müssen. De facto bestehen beispielsweise bei Soja oder schnellwachsenden Hölzern in Kurzumtriebsplantagen ähnliche Herausforderungen. Deutlich wurde in Berlin auch, dass keiner der Anwesenden die Nutzung von Palmöl generell in Frage stellt. Vielmehr bestehen auch weiterhin eine Vielzahl von Fragezeichen hinsichtlich einer energetischen Nutzung.

Entsprechend machte Daniel May, Generalsekretär des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP), in seinem Statement deutlich, dass unabhängig von der Nutzungsart von Palmöl alle Stakeholder gefragt sind, Verbesserungen herbeizuführen. Nicht nur die Mitglieder des FONAP sollten sich aktiv in die Debatte um den Review der Prinzipien und Kriterien des RSPOs einbringen oder Gespräche über die Einhaltung und Umsetzung verschiedener Zusatzanforderungen mit ihren Lieferanten führen. Alle Wirtschaftsbeteiligten, insbesondere auch die Vertreter der Biokraftstoffbranche, sind aufgefordert, da Biokraftstoffe mit über 40 Prozent der Nutzung von Palmöl in Deutschland den höchsten Verbrauch darstellen.

18. Dezember 2017 - Nachhaltig am Weihnachtsbaum

In etwa jeder zweiten Kerze stecken Pflanzenöle – meist Palmöl. Genauere Angaben, ob das verwendete Palmöl nachhaltig produziert wurde, sucht man allerdings häufig vergebens. Bei einer aktuellen WWF-Befragung führender deutscher Produzenten verweigerten acht von zehn die Auskunft darüber, ob sie Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Ausnahme macht ein Mitglied des Forums Nachhaltiges Palmöl: Die Gebrüder Müller Kerzenfabrik AG liegt als einziges der zehn befragten Unternehmen im grünen Bereich.

Ilka Petersen, WWF-Expertin für Palmöl, gibt an: „Wer Palmöl in seinen Produkten nutzt, muss auch die Verantwortung übernehmen. Nur ein Unternehmen ist im grünen Bereich – das ist zu wenig.“ Gleichzeitig fordern Petersen und der WWF verbindliche Angaben zu den verwendeten Inhaltsstoffen auf Kerzen.

Kerzen aus Kokosfett sind aus Sicht des WWF nur vermeintlich bessere Alternativen zu Palmöl. „Die Pflanzen werden ebenfalls in tropischen Gebiete angebaut, verbrauchen aber für den gleichen Ertrag mehr Fläche“, so Petersen. Kerzen aus Bienenwachs sind eine sinnvolle Wahl. Aber sie können den deutschen Bedarf an Kerzenschein nicht decken, die Bienenwachsreserven sind begrenzt. Umso wichtiger ist für den WWF, dass Deutschlands Kerzenhersteller auf Bio-Palmöl umschwenken, wenigstens aber auf RSPO-Ware. Rund sechs Prozent, nämlich 89.650 Tonnen, des nach Deutschland importierten Palmöls wird für Kerzen verwendet. Viele Menschen greifen zu Kerzen mit Stearin, also Pflanzenöl, weil sie der Umwelt zuliebe keinen Lichterglanz auf Erdölbasis möchten. „Ohne klare Angaben geraten sie möglicherweise unwissentlich vom Regen in die Traufe und kaufen Palmöl-Kerzen, die nicht zertifiziert sind“, so Ilka Petersen.

Die Befragung der Kerzenhersteller ist ein Vorab-Auszug aus dem nächsten WWF-Palmöl-Check. Anfang 2018 folgt der gesamte Palmöl-Check mit aktuellen Ergebnissen zu weiteren Branchen, wie Kosmetika, Lebensmittel, Pharmazeutika und Futtermittel. Der WWF veröffentlicht diese Ergebnisse regelmäßig seit 2009.

30. November 2017 - Studie von European Sustainable Palm Oil zur europäischen Nachhaltigkeit im Palmöl

Dass in 2016 mehr als 7 Millionen Tonnen Palmöl nach Europa importiert wurden, dürfte diejenigen, die sich mit Palmöl intensiv beschäftigen, kaum verwundern. Schließlich ist die EU nach Indien der zweitgrößte Verwender des vielzeitigen Pflanzenöls. Dass es neben dem FONAP inzwischen Initiativen in ganz Europa gibt, die sich für den Einsatz von nachhaltig produziertem Palmöl einsetzen, dürfte Fachleuten ebenso bekannt sein. Welche Ziele aber verfolgen die einzelnen Initiativen konkret? Wie hoch ist beispielsweise der Anteil zertifizierten Palmöls in Frankreich und mit welchen Schwierigkeiten haben die verschiedenen Initiativen zu kämpfen?

Antworten auf diese Fragen können Interessierte nun in dem zweiten Fortschrittsbericht des Projekts European Sustainable Palm Oil (ESPO) über den Import und die Verwendung von nachhaltigem Palmöl in Europa nachlesen – und finden erstaunliche Ergebnisse. So zeigt sich beispielsweise, dass die Menge des nach Europa importierten Palmöls seit 2013 konstant bleibt, während die importierte Menge in Ländern wie China oder Indien dramatisch zunimmt. Interessant ist auch, dass der Futtermittelsektor in den Niederlanden bereits zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl nutzt. In Deutschland hingegen stammen lediglich 15 Prozent des verwendeten Palmöls für Futtermittel aus einer nachhaltigen Produktion – ein signifikanter Unterschied. Ebenfalls zeigt sich, dass das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) als einzige nationale Initiative neben nach RSPO-zertifiziertem Palmöl auch Zertifizierungssysteme wie International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) PLUS, Rainforest Alliance und den Roundtable on Sustainable Biomaterial anerkennt. Deutlich macht der Bericht auch, dass die Zusatzkriterien des FONAP im europäischen Vergleich einzigartig sind.

Seit heute ist die Studie unter dem Titel „MAKING SUSTAINABLE PALM OIL THE NORM IN EUROPE” frei verfügbar. Um den Fortschritt auf dem Weg zur Nutzung 100 Prozent zertifizierten Palmöls zu dokumentieren, hat ESPO zu einem großen Teil die nationalen Initiativen selbst befragt. Darüber hinaus wurden auch öffentliche Quellen sowie die jüngsten, verfügbaren Daten etwa von Oil World genutzt. Das erschwert die Vergleichbarkeit unter den verschiedenen europäischen Initiativen, bietet gleichzeitig aber einen sehr umfassenden, wenn auch nicht exakten Blick auf die Fortschritte Europas.

ESPO wurde im Jahr 2015 von IDH (Sustainable Trade Initiative) und MVO, dem Verband der niederländischen Öl- und Fettindustrie gegründet. Das Projekt dient nationalen Initiativen wie dem FONAP als Austauschplattform für gemeinsames Lernen, ein verbessertes Monitoring zur Verwendung von Palmöl sowie für eine transparentere Berichterstattung zu den erzielten Fortschritten. Auf diese Weise will ESPO einen Beitrag dazu leisten, dass bis spätestens 2020 europaweit ausschließlich nachhaltig produziertes Palmöl genutzt und verwendet werden. 

06. November 2017 - Treffen der „Amsterdam Declaration Group“ in Brüssel

Spätestens im Jahr 2020 wollen mehrere europäische Länder Palmöl ausschließlich aus einer nachhaltigen Produktion beziehen. Dieses Ziel haben sich unter anderem Deutschland, die Niederlande oder Dänemark in der sogenannten Amsterdam Deklaration gesetzt. Damit soll vor allem den illegalen Abholzungen tropischer Regenwälder in den Anbaugebieten ein Ende gesetzt werden

Unter der Organisation Norwegens – im zweiten Halbjahr 2017 hat das Land den Vorsitz der Amsterdam Gruppe inne – hat am 23. Oktober ein erneutes Treffen stattgefunden. In dem öffentlichen Teil der Veranstaltung stellte die norwegische Nichtregierungsorganisationen „Rainforest Foundation“ dar, welchen negativen Einfluss die Beimischung von Biokraftstoffen aus Palmöl auf das Nichterreichen der Klimaschutzziele hat. Sie warb bei den anwesenden Regierungsvertretern dafür, sich gegen die Beimischung von Palmöl einzusetzen. Hierzu finden auf EU-Ebene derzeit weitergehende Diskussionen statt.

Die niederländische Entwicklungsorganisationen IDH präsentierte ihren Ansatz zu gebietsweisen Zertifizierung – „jurisdictional approach“. Darüber hinaus referierte Duncan Brack, Experte und Berater für Umweltpolitik, zum Thema öffentliche Beschaffung sowie dem aktuellen Stand der Verankerung des Kaufs von zertifiziertem Palmöl in Richtlinien zur öffentlichen Beschaffung. Deutlich wurde dabei, dass in den Unterzeichnerstaaten der Amsterdam Deklaration noch immer deutliche Potenziale bestehen, die Richtlinien zu verschärfen und deutlichere Vorgaben zu machen.

Ab Januar 2018 wird Frankreich die Leitung der Gruppe übernehmen und voraussichtlich – anknüpfend an die Multi-Stakeholder Konferenz in Berlin im Juni 2017 – zu einer Folgekonferenz einladen. Über Termin und Ort gibt es derzeit noch keine weiteren Informationen.

19. Oktober 2017 - ICOF Europe, BASF, IOI Oleo und Solidaridad Europe sind neue Mitglieder im FONAP

Sie ist erst wenige Wochen alt. Doch zeigt sich schon jetzt, dass die neue Mitgliederkategorie „Supporter“ des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) ein Volltreffer ist. Denn, mit BASF, IOI Oleo und ICOF Europe kann das FONAP gleich drei neue Supporter und führende Hersteller von Oleoderivaten begrüßen.

„Mit ihrer Mitgliedschaft setzen alle drei Unternehmen ein wichtiges Zeichen für nachhaltige Lieferketten“, kommentiert Annette Piperidis den Beitritt der Unternehmen. Die Vorstandsvorsitzende des FONAP ergänzt: „Bislang war es aufgrund der Komplexität in den langen Verarbeitungswegen von Derivaten für einige Unternehmen nur teilweise möglich, die aktuelle Selbstverpflichtung der FONAP-Mitglieder zu erfüllen.“ Diese Unternehmen spielten innerhalb der Palmöl-Lieferkette allerdings eine entscheidende Rolle. Mit der Einführung der neuen Kategorie und der Erarbeitung einer spezifischen, ambitionierten Selbstverpflichtung für Supporter wurde nun ein Weg eröffnet, der es diesen Unternehmen erlaubt, sich im FONAP in einer anderen Form zu engagieren.

Entsprechend freut sich auch der Generalsekretär des Forums Nachhaltiges Palmöl, Daniel May, über den Beitritt der Unternehmen. „Wir heißen alle Unternehmen als offizielle Supporter des FONAP herzlich willkommen. Wir freuen uns, unser Netzwerk zu stärken und unsere gemeinsamen Bemühungen zu vervielfachen“, so May. Gleichzeitig hoffe er auf weitere Unternehmen, um die Ziele des FONAP in Zukunft – insbesondere die Erreichung von Tipping Points in verschiedenen Palmöl verarbeitenden Sektoren – noch effektiver vorantreiben zu können.

Hierzu wird künftig auch die international agierende Nichtregierungsorganisation Solidaridad Europe beitragen - als ordentliches Mitglied im FONAP und mit Expertise in verschiedensten Rohstoffen und Lieferketten, mit zehn regionalen Expertise-Zentren auf 5 Kontinenten sowie mit Umsetzungserfahrungen in der Förderung der Entwicklung von sozial verantwortlichen, umweltschonenden und rentablen Lieferketten. „Wir freuen uns ganz besonders, dass es uns gelungen ist, mit Solidaridad eine weitere Nichtregierungsorganisation für unseren Weg zu begeistern. Mit ihrer langjährigen Umsetzungserfahrung bringt Solidaridad das Know-How und die Fähigkeiten mit, entscheidend zu Verbesserungen im Palmölsektor und der verschiedenen Zertifizierungssysteme für Palmöl beizutragen“, ist sich Annette Piperidis sicher.

Sie haben Interesse, dem FONAP als Mitglied oder Supporter beizutreten? In unserem Downloadbereich finden Sie alle relevanten Dokumente. Darüber hinaus steht Ihnen das Sekretariat bei allen Fragen rund um eine Mitgliedschaft gern jederzeit zur Verfügung.

19. Oktober 2017 - Handreichung zu den Zusatzkriterien des Forums Nachhaltiges Palmöl

Ölpalmfrüchte aus legalem Anbau, kein Einsatz von Pestiziden, strenge Reduktionsziele für Treibhausgase und der Stopp des Anbaus auf Torfböden und anderen Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt - die Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl setzen sich nicht nur dafür ein, dass schnellstmöglich ausschließlich nachhaltiges Palmöl auf dem deutschen Markt verfügbar ist. Zusätzlich streben sie die Umsetzung freiwilliger Zusatzkriterien an, da die vom FONAP anerkannten Zertifizierungssysteme zwar Mindestanforderungen an eine nachhaltige Palmölproduktion definieren, gleichzeitig aber weiteren Verbesserungsbedarf haben.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl hat eine Handreichung entwickelt. In dieser werden nicht nur die Zusatzkriterien definiert und genauer erläutert. Zusätzlich stellt das Dokument dar, inwieweit das jeweilige Zusatzkriterium durch die vom FONAP anerkannte Zertifizierungsstandards wie RSPO NEXT, Palmöl von Produzenten der Palm Oil Innovation Group (POIG) und ISCC PLUS, Rainforest Alliance und RSB abgedeckt wird. Das Dokument enthält ebenfalls Angaben zu der Verfügbarkeit von RSPO NEXT, POIG und ISCC PLUS.

Hier können Sie die Handreichung herunterladen.

05. Oktober 2017 - Präsentationen der FONAP Generalversammlung

Am 27. September 2017 hat die Generalversammlung des FONAP in der GIZ Repräsentanz in Berlin stattgefunden. Die Präsentationen der Veranstaltung können Sie im Downloadbereich der FONAP Website unter "Unser Service" runterladen.

27. September 2017 - Neue Supporterkategorie „Supporter“ verabschiedet

Die Mitgliederversammlung des FONAP hat am 26. September 2017 erfolgreich die neue Mitgliedskategorie "Supporter" verabschiedet. 

Der OnePager stellt Informationen über die neue Mitgliedskategorie bereit. 

Hier finden Sie die neu entwickelte Selbstverpflichtung für Supporter.

27. September 2017 - FONAP Fortschrittsbericht

Die Mitglieder des FONAP berichten über Ihre Zielerreichung 2016. Den Gesamtbericht finden Sie hier.

27. September 2017 - Forum Nachhaltiges Palmöl: Projekt wird umgesetzt - Neuer Vorstand gewählt

5. Generalversammlung des „Forums Nachhaltiges Palmöl e.V.“ (FONAP)

Mitglieder des Forums nutzen auch in 2016 zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl – Mitglieder des FONAP engagieren sich in Malaysia – Wechsel im Vorstand

Berlin, 27. September 2017 – Rund zwei Jahre nach der Gründung setzen die Mitglieder des „Forums Nachhaltiges Palmöl e.V.“ erneut öffentlich ein Zeichen für eine nachhaltige Palmölwirtschaft. Anfang kommenden Jahres beginnen sie mit der Umsetzung eines Projekts in Malaysia.

Wichtigstes Instrument des Forums bleibt in Deutschland die Selbstverpflichtung, zu deren Einhaltung sich alle Mitglieder verpflichten. Mit Erfolg: Im Rahmen der Generalversammlung des Forums berichtete der Vorstand des Vereins, dass auch in 2016 alle Mitglieder ausschließlich zertifiziertes, nachhaltig produziertes Palmöl in ihren Produkten eingesetzt haben und ihrer Verantwortung in den globalen Lieferketten damit gerecht werden. Darüber hinaus befinden sie sich in einem intensiven Austausch mit ihren Lieferanten, um weitere Verbesserungen in der Lieferkette zu erreichen.

Die Mitglieder des FONAP haben damit großen Anteil, dass Palmöl in Deutschland bereits zu einem sehr großen Teil zertifiziert eingesetzt wird. „Im Lebensmittelsektor stammen bereits mehr als 80 Prozent aus einer nachhaltigen Produktion. Um die letzten Prozente zu erreichen, ist es für uns umso wichtiger, die Aufmerksamkeit gezielt auf diejenigen Sektoren und Bereiche zu lenken, in denen noch Nachholbedarf besteht“, sagt Ilka Petersen. Dies betreffe vor allem verbraucherferne Sektoren in der chemischen Industrie und bei der Produktion von Tierfutter. „Wir können nur alle Unternehmen aufrufen, Mitglied im FONAP zu werden. Das ist die geeignete Plattform, um die Herausforderungen einer nachhaltigen Palmölproduktion gemeinsam anzugehen“, so die stellvertretende Vorsitzende, Ilka Petersen. 

Um die Herausforderungen anzugehen und die Partner in den Produzentenländern zu unterstützen, wird das FONAP zusammen mit der malaysischen Nichtregierungsorganisation WildAsia ein Projekt durchführen und die Zusatzkriterien, zu deren Erfüllung sich jedes FONAP-Mitglied verpflichtet, vor Ort anwenden.

„Wir freuen uns darauf, das Projekt umzusetzen. So unterstützen wir einerseits malaysische Kleinbauern, Palmöl zukünftig noch nachhaltiger zu produzieren. Gleichzeitig treten wir als FONAP den Nachweis an, dass die von uns eingeforderten Zusatzkriterien wirklich umsetzbar sind“, freut sich Daniel May, Generalsekretär des FONAP. Die Zusatzkriterien beziehen sich insbesondere auf mehr Transparenz und konkrete Anforderungen an die Produktion und die Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Hierzu gehören etwa der Stopp des Anbaus auf Torfböden oder der Verzicht auf den Einsatz hochgefährlicher Pestizide.

„Wir arbeiten seit Bestehen des FONAP daran, Veränderungen in den Produktionsländern und den Zertifizierungssystemen zu erzielen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Forums, Ilka Petersen und ergänzt, „mit dem von uns geplanten Projekt können wir unser Bemühen in Zukunft noch glaubwürdiger nach innen und außen vertreten.“

Eine zukunftsweisende Entscheidung für das FONAP wurde bereits am Vortag der Generalversammlung getroffen: Die Mitgliederversammlung hat einen neuen Vorstand gewählt. Mitglieder des neuen Vorstands sind: Frau Feller (Ferrero MSC GmbH & Co. KG), Frau Lichter (Rewe Group AG), Frau Mewes (Kuchenmeister GmbH), Frau Petersen (WWF Deutschland), Frau Piperidis (Weleda AG) und Herr Neumann (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). „Dem FONAP ist es in den letzten zwei Jahren gelungen, sich als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um nachhaltiges Palmöl zu etablieren. Unser Dank und Respekt gilt dem bisherigen Vorstand für sein Engagement. Gleichzeitig freuen wir uns darauf, die Zukunft des FONAP als neuer Vorstand auch in den nächsten zwei Jahren mitgestalten zu können“, betonte Frau Petersen in ihrer kurzen Ansprache.

Welche Bedingungen für eine Mitgliedschaft erfüllt sein müssen, welche Rechte und Pflichten Mitglieder haben, erfahren interessierte Unternehmen auf der neuen Website des Forums. Aufgeräumt und strukturiert bietet die Website aufschlussreiche Einblicke in viele Themen rund um eine nachhaltige Palmölproduktion. Die Website ist unter http://www.forumpalmoel.org/ zu erreichen.

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Das Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP) ist ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen – gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft –, der gemeinsam tragfähige Lösungen für die Verbesserung der Praktiken im Palmölsektor erarbeiten will. Die derzeit 46 Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl haben eine Selbstverpflichtung zur Nutzung von zu 100 Prozent zertifiziertem Palmöl abgegeben. Ziel des FONAP ist es, die Zertifizierungssysteme zu verbessern und die Nutzung von zertifiziertem Palmöl sowohl national als auch international zu erhöhen.

Kontakt:
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V.
c/o GIZ, Friedrich-Ebert-Allee 36, D-53113 Bonn
T +49 228 4460-3549
sekretariat@forumpalmoel.org

08. September 2017 - P&C Review Prozess des RSPO

Der erste Entwurf der überarbeiteten Principles & Criteria des RSPO ist nun veröffentlicht. Während der öffentlichen Konsultation vom 1. September bis 30. Oktober 2017 steht der Entwurf allen Stakeholdern zur Kommentierung zur Verfügung.

07. September 2017 - FONAP Generalversammlung, 27. September 2017 in Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl,

wir freuen uns, Sie hiermit zur öffentlichen Generalversammlung 2017 des Forums Nachhaltiges Palmöl einladen zu dürfen. Diese wird am 27. September 2017 in den Räumlichkeiten der GIZ in Berlin stattfinden.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Generalversammlung steht die europäische Debatte um nachhaltiges Palmöl. Das Forum Nachhaltiges Palmöl freut sich besonders, einen Vertreter der weltweit ersten zertifizierten Kleinbauern aus Thailand begrüßen zu können. Ein weiteres Highlight ist der gemeinsame Auftritt von Palmölproduzent IOI Loders Croklaan und der Umweltorganisation Aidenvironment. Darüber hinaus stehen die folgenden Themen im Fokus:

  • Zertifizierungssysteme und Kleinbauern: Nachhaltiges Wirtschaften als Erfolgsfaktor
  • Initiativen für nachhaltiges Palmöl: Auf dem Weg zu europäischer Nachhaltigkeit
  • Die Zusammenarbeit von Privatwirtschaft, Verbänden, Bundesregierung und NGOs: Lernen von unternehmenspolitischen 


Engagement für nachhaltiges Palmöl
Eine Teilnahme an der Generalversammlung steht allen interessierten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft offen. Sie bietet eine hervorragende Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen und Kooperationen weiter zu stärken. Auch Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Diskussion zu verfolgen und Einblicke in das Themenfeld nachhaltiges Palmöl zu erhalten.

Bitte registrieren Sie sich bis Mittwoch, 13. September 2017 online.
Wir freuen uns, Sie am 27. September 2017 in Berlin begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr FONAP Sekretariat

Links: Invitation, Programm (dt.), Programme (Engl.), OnlineregistrierungAnfahrt

Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP)
Die Generalversammlung wird organisiert vom Forum Nachhaltiges Palmöl, einem Zusammenschluss des  Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit Privatunternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Verbänden. Ziel der Initiative ist es, den Anteil von nachhaltig zertifiziertem Palmöl auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt signifikant zu erhöhen und damit zu einer nachhaltigen Palmölproduktion insgesamt beizutragen.