Newsletter

Im Folgenden finden Sie aktuelle News aus dem Forum Nachhaltiges Palmöl, Hinweise zu anstehenden Veranstaltungen und Informationen rund um das Thema Nachhaltiges Palmöl.

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Regelmäßig informieren wir Sie mit dem Newsletter des Forums Nachhaltiges Palmöl über die wichtigsten Ereignisse rund um das Forum. Darüber hinaus halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen im Palmöl-Sektor auf dem Laufenden und geben einen Überblick über wichtige Termine und weitere Neuigkeiten. Zusätzlich erhalten Sie einen Ausblick auf die Themen, an denen das FONAP arbeitet.


 
 
 
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Newsletter 03/2018


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 03/2018
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

dies ist der letzte Newsletter des Forums für Nachhaltiges Palmöl FONAP in diesem Jahr. Bevor wir einen kurzen Blick auf die Themen des Newsletters werfen noch einmal der Hinweis, dass Sie palmöl-relevante Themen aktuell auf unserem Twitter-Kanal @FONAP_DE verfolgen können. Bitte folgen Sie uns und nehmen Sie aktiv an der spannenden Diskussion um nachhaltiges Palmöl teil.

Zu dieser Newsletter Ausgabe. In Kota Kinabalu hat im November der Roundtable of Sustainable Palm Oil RSPO seine jährliche Generalversammlung abgehalten. An wichtigen Entscheidungen hat das FONAP mitgewirkt. Sie lernen den neuen Generalsekretär des FONAP Andreas Knoell besser kennen. Palmöl ist wieder in der Kritik, in England gibt es sogar Boykott-Aufrufe. In Sierra Leone wird ein Palmöl-Konzern gezwungen, gepachtetes Land zurückzugeben. In Madrid diskutiert die Europäische Palmöl Allianz EPOA und die ISCC bietet einen neuen Lehrgang an. Das FONAP-Team wünscht Ihnen gute Unterhaltung beim Lesen.



Aktuelle Themen

» Standards weiter verbessert
» Neuer Generalsekretär des FONAP stellt sich vor
» Orang-Utan im Kinderzimmer
» Die Welt der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern besser verstehen
» Ernstes Köpfezusammenstecken
» Präzedenzfall in Sierra Leone
» Presseschau
 
Standards weiter verbessert
RSPO-Generalversammlung in Kota Kinabalu/Malaysia

Es war die 16. Hauptversammlung des Roundtable of Sustainable Palm Oil RSPO. Austragungsort war Kota Kinabalu auf dem malaysischen Teil der Insel Borneo in Sabah. Drei Tage wurde konferiert und letztlich auf der Generalversammlung abgestimmt. Das FONAP war durch den Generalsekretär Andreas Knoell an allen Tagen vertreten. Sei es als Referent einer Podiumsdiskussion zu Marktentwicklungen und zu Elementen der gemeinsamen Verantwortung aller Akteure, als Teilnehmer eines Seminares zur zukünftigen Ausrichtung der Forschungsaktivitäten des RSPO oder als mandatierter Delegierter im Abstimmungsprozess der Generalversammlung. Unter anderem wurde die überarbeitete Fassung des RSPO-Zertifizierungsstandards zur nachhaltigen Produktion von Palmöl, RSPO P&C 2018, angenommen und ist somit seit 15.11.2018 gültig. Ein weiteres, wichtiges Ergebnis ist die Entwicklung eines Kleinbauernstandards, die in 2019 abgeschlossen werden soll. In den bedeutenden Erzeugerländern wie Indonesien und Malaysia produzieren die Kleinbauern ca. 40 Prozent des dortigen Palmöls. Außerdem wurde die Umsetzung der Theory of Change und die Betonung der gemeinsamen Verantwortung aller Akteure entlang der gesamten Lieferkette vorangetrieben. Vermiedene Entwaldung, vor allem in dicht bewaldeten Ländern und Landschaften, ist ein weiterer Aspekt, der den RSPO in 2019 in Abstimmung mit dem High Carbon Stock Approach (HCSA) beschäftigen wird.

Andreas Knoell, Generalsekretär des FONAP, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden: „Die hier abgestimmten Änderungen sind von großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit von Palmöl. Der RSPO stärkt den Schutz der natürlichen Ressourcen wie Böden und Wälder und der darin existierenden Biodiversität. Gleiches gilt für die Bedeutung der Menschenrechte und des Arbeitsschutzes bei der Produktion von Palmöl. Unabhängige Kleinbauern erfahren zukünftig eine viel größere Unterstützung bei ihren Anstrengungen für nachhaltiges Wirtschaften. Und generell übernimmt jedes Glied in den Produktions- und Lieferketten noch mehr Verantwortung.“

Die wichtigste Resolution betraf die Annahme der neuen Version der RSPO P&C 2018 nach einem 18-monatigen Überarbeitungsprozess. Das FONAP hat diesen Prozess eng begleitet und war durch Andreas Knoell als einer der Repräsentanten des Konsumgüterbereiches in fünf Verhandlungsrunden vertreten.

Hierbei konnten in Kooperation mit diversen Organisationen ein Großteil der FONAP-Anforderungen in die P&C integriert werden. Besonders auf das Engagement von FONAP zurückzuführen ist die erstmalige Entwicklung eines Indikators zur Ernährungssicherheit. Dieser zielt u.a. auf einen definierten Prozess vor der Neuanlage einer Ölpalmenplantage in Kooperation mit der lokalen Bevölkerung und anderen Stakeholdern ab. Risiken für die Ernährungssicherheit und den Zugang zu Wasser müssen darin untersucht werden. Beispiele weiterer wichtiger Änderungen sind das Verbot von Neuanlagen auf Torfmoorböden, unabhängig der Torfdicke und die Sicherstellung der Legalität von nicht-zertifizierten Bezugsquellen. Weiterhin hat das FONAP auf die Arbeitsgruppen zu Themenbereichen wie „Vermiedene Entwaldung“ und „Neustrukturierung“ positiv eingewirkt und so wertvollen Input in die Diskussionen geleistet.

Die wesentlichen Änderungen in Kürze:

- Nur bereits degradiertes Land und Buschland darf zur Anlage neuer Ölpalmplantagen umgewandelt werden. Spezifische Regeln für die Möglichkeiten regionaler Entwicklung von vor allem der lokalen Bevölkerung in dicht bewaldeten Landschaften werden im Laufe des nächsten Jahres entwickelt.
- Keine Neuanlage von Ölpalmplantagen auf Torfmoorböden jeglicher Torfdicke. Bestehende Plantagen müssen eine definierte Untersuchung zur Entwässerungskonsequenzen mindestens 5 Jahre vor Wiederbepflanzung durchführen, die auch zum Ergebnis führen kann, dass keine weitere Bewirtschaftung mit Palmöl stattfinden wird.
- Im Bereich der sozialen Aspekte wurden weitreichende und umfassende Verbesserungen eingeführt. Diese umfassen ILO-Kernkonventionen wie Kinderschutz, Zwangsarbeit, Organisationsfreiheit bei Verhandlungen oder faire und gleiche Bezahlung.
- Die Wortwahl wurde zugunsten einer aktiver Sprache mit einer klaren Darstellung der normativen Aspekte überarbeitet. Als Konsequenz wurden die Erklärungen in den Richtlinien in ein separates Dokument überführt.
- Die Umstrukturierung des Standards gemäß der RSPO Theory of Change und zu den drei Wirksamkeitszielen „Prosperity, People and Planet“.
- Die Legalität der Herkunft von über Dritte bezogene Palmölfrüchte muss von den Mühlen als Erstverarbeiter nachweisbar sein.
- Der Einsatz von hochgiftigen Chemikalien wie Paraquat ist grundsätzlich verboten.
- Schutz von Beschwerdeführern hinsichtlich von Mängeln bei der Sicherung der Menschenrechte.
- Unterstützung der Nahrungssicherheit der lokalen Bevölkerung.
- Verzicht von Feuer zur Vorbereitung von Flächen für Neuanlagen und Feuerschutzmaßnahmen in Absprache mit Stakeholdern.
 
Neuer Generalsekretär des FONAP stellt sich vor
Fünf Fragen an Andreas Knoell

Seit 1. Oktober 2018 hat das FONAP einen neuen Generalsekretär. Der bisherige Projektleiter, Daniel May, hat auf eigenen Wunsch eine inhaltliche Neuorientierung innerhalb der GIZ vorgenommen. Der neue Generalsekretär heißt Andreas Knoell. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren mit seinem interdisziplinären Hintergrund als Holzwirt und Ethnologe im Bereich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Expertenkenntnisse zu Nachhaltigkeitsinitiativen und Zertifizierungssystemen in der Agrar- und Forstwirtschaft hat Andreas Knoell (47) sukzessive durch vielfältige Arbeitserfahrungen, z.B. als Berater, Trainer und Auditor erlangt. Dazu zählt auch die Arbeit mit Wertschöpfungsketten vom Produzenten bis zum Endverbraucher in nahezu 40 Ländern. Der MBA in Nachhaltigkeitsmanagement mit seiner Abschlussarbeit zu Entwaldungsfreie Lieferketten von Palmöl in Indonesien runden sein Profil ab.


Was sind Ihre Ziele mit dem FONAP bis 2021?
An dieser Stelle möchte ich zuerst im Namen des Vorstandes und des Sekretariates dem ehemaligen Generalsekretär Daniel May für sein langjähriges Engagement und die geleistete Arbeit beim FONAP danken und ihm für seinen beruflichen Weg und privat alles Gute wünschen. An die Erfolge möchte ich gerne anknüpfen.
Mein wichtigstes Ziel ist es, den FONAP e.V. dabei zu unterstützen, die ausschließliche Nutzung von zertifiziertem Palmöl in Deutschland bis zum Jahr 2020 und die Umsetzung der FONAP Selbstverpflichtung zu erreichen.

Es hat sich gezeigt, dass die Weiterentwicklung von Zertifizierungssystemen zur Gewährleistung von nachhaltigen Produktionsbedingungen in einem Multi-Stakeholder-Prozess am besten voranzutreiben ist. Darin werde ich den FONAP e.V. maßgeblich unterstützen.


Wo sehen Sie dabei die größten Herausforderungen?
Der derzeitige inhaltliche Anspruch der Selbstverpflichtung der Mitglieder soll beibehalten und damit der Verein glaubwürdig bleiben. Für einige Unternehmen sind die strengen Anforderungen aufgrund der komplexen Lieferketten der von ihnen benötigten Materialien kurzfristig jedoch nicht erreichbar. Dies trifft besonders auf den Bereich der Verwendung von Derivativen und Fraktionen des Palmöls zu. Hier müssen wir weiterhin an Lösungen arbeiten, die allen Parteien gerecht werden.

Die Leistungen des FONAP dienen insbesondere einem öffentlichen Interesse. Öffentliche Veranstaltungen, Pressegespräche und eine Website tragen zu einem informierten Dialog zur Nutzung von nachhaltig, zertifiziertem Palmöl bei. Die Wirksamkeit dieser Instrumente reicht jedoch noch nicht aus, um eine stärkere Wahrnehmung der positiven Aspekte einer Nutzung von nachhaltig produziertem Palmöl in der Öffentlichkeit zu erreichen.


Als Generalsekretär einer Multiakteursplattform haben Sie viel mit deutschen Unternehmen zu tun – haben Sie das Gefühl, mehr und mehr Firmen setzten auf nachhaltiges Palmöl?
Wir können beobachten, dass eine Vielzahl von Unternehmen bereits dabei ist, auf zertifiziertes Palmöl umzusteigen. Eine eigene Zertifizierung, z.B. gemäß den Anforderungen des RSPO, haben bisher ca. 400 Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Die Tendenz ist weiterhin steigend.

In der vom FONAP in Auftrag gegebenen Studie „Der Palmölmarkt in Deutschland im Jahr 2017“ werden auch Industriesektoren beschrieben, die bislang wenig nachhaltiges Palmöl einsetzen. Meiner Meinung nach sollte FONAP hier verstärkt durch einen konstruktiven Dialog gemeinsam mit Verbänden und Einzelunternehmen darauf hinarbeiten, dass diese Marktteilnehmer ihre Rolle als verantwortungsvolle Akteure entlang der Lieferkette wahrnehmen und damit auch die Umsetzung von politischen Zielvorgaben unterstützen.

Insgesamt verstehen alle Akteure zunehmend besser die Komplexitäten der Verwendung von Palm(kern)öl in den vielfältigen Verarbeitungsprozessen eines westlichen Industrielandes. Dieses wachsende Verständnis bei Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern, NGOs, Zertifizierungssystemen und Plattformen wie FONAP bildet in Kombination mit einer wachsenden Kooperationsbereitschaft die Basis für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit des Vereins.


Bis 2020 soll die Lücke geschlossen und in Deutschland dann nur noch nachhaltiges Palmöl verwendet werden. Ist das 100 Prozent-Ziel aus Ihrer Sicht erreichbar?
Ich finde nicht, dass die Ergebnisse der Studie darauf hindeuten, dass dieses Ziel innerhalb der nächsten zwei Jahre von allen Marktteilnehmern erreicht werden kann. Hierbei muss zwischen Industriesektoren, die diesem Ziel bereits jetzt sehr nahe sind und jenen, die noch große Fortschritte machen müssen, unterschieden werden. So führt der Lebensmittelsektor das Feld mit einer Quote von 85% Verwendung von nachhaltigem Palm(kern)öl an. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die Sektoren Futtermittel und Pharmazie mit einer entsprechenden Quote von unter 30%. Dort ergibt sich also der größte Handlungsbedarf, den wir als FONAP tatkräftig unterstützen wollen.

Eine Erkenntnis aus der Arbeit des FONAP e.V. der letzten Jahre ist, dass durch eine rein freiwillige Verpflichtung von Marktteilnehmern eine Erreichung des 100 Prozent-Ziels in allen Industriesektoren bis 2020 nicht gewährleistet ist. Inwiefern eine ordnungspolitische Vorgabe die Zielerreichung erfolgreich unterstützen würde, könnte daher Gegenstand zukünftiger Diskussionen sein.


Besonders die Palmöl-Produktion wird noch immer in Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen! Ist diese Kritik berechtigt, gerade wenn wir auf die emotionalen Punkte wie Urwaldrodung und Orang-Utan-Sterben schauen?
Die Fragestellung ist meiner Meinung nach nicht umfassend genug formuliert: Viele betroffene Waldareale in den Tropen sind keine Urwälder im Sinne von bisher kaum oder nicht anthropogen genutzten Wäldern, somit ist die Beschreibung von Umwandlung von Regenwald in landwirtschaftliche Nutzfläche präziser. Ebenso stellen Orang-Utans bei der Betrachtung von Schutzwerten im Bereich der Biodiversität in tropischen Regenwäldern Südostasiens nur ein Element dar.

Die Kritik ist sicher in Fällen gerechtfertigt, in denen ohne vollumfängliche Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben, der Nutzungsrechte der lokalen Bevölkerung oder der Beachtung von internationalen Konventionen zu Menschenrechten oder zu Biodiversitätsschutz eine Flächenumwandlung vorgenommen wird. Eine Umwandlung einer Naturwaldfläche zu einer landwirtschaftlichen Monokultur hat immer gravierende Auswirkungen. Verschärft werden diese wenn fragile Bodentypen, z.B. Torfmoore, betroffen sind. Dem entgegen steht die Produktion eines Pflanzenöls mit einem vergleichsweise hohen Flächenertrag, welches sich für vielfältige Verwendungen eignet und in den Haupterzeugerländern eine große wirtschaftliche Bedeutung und somit Relevanz für deren sozioökonomische Entwicklung hat.

Vor diesem Hintergrund setzt sich der FONAP e.V. für eine differenziertere Wahrnehmung der Verwendung des Rohstoffes Palmöl in Deutschland ein. Rufe nach einem Boykott von Palmöl oder einer Substitution durch andere Pflanzenöle sind kein konstruktiver Beitrag zu einer dauerhaften Verbesserung von Missständen bei der Palmölproduktion. Dies wird auch von meinungsführenden NGOs wie Greenpeace oder dem WWF so gesehen. Ein konstruktiver Beitrag ist aber z.B. sich gemeinsam mit vielen Stakeholdern für eine Verbesserung von bestehenden Zertifizierungssystemen einzusetzen und eine zunehmende Transparenz zwischen Produzenten und Konsumenten entlang der Lieferkette einzufordern. Genau darin liegt für mich ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des FONAP.
 
Orang-Utan im Kinderzimmer
Proteste und Boykottaufrufe beim Thema Palmöl

Von Boykottaufrufen und sogenanntem schmutzigem Palmöl - davon war im November viel zu lesen! Die britische Supermarktkette Iceland hatte angekündigt, Eigenmarken mit Palmölanteil aus seinen Regalen zu verbannen. Der Rohstoff steckt in zahlreichen Produkten - Margarine und Keksen, Seife und Shampoo. Um ihrer Botschaft Nachdruck zu verleihen, nutzte Iceland einen von Greenpeace hergestellten Animationsfilm. Die Animation zeigt ein Orang-Utan Baby, welches durch Naturwaldabholzung vertrieben wird und Unterschlupf bei einem englischen Kind findet. Iceland-Manager Richard Walker verteidigte den Werbespot. Den zeige die Supermarktkette nicht als "Marketing-Gag", erklärte er gegenüber Bloomberg News. Iceland wolle damit vielmehr das Bewusstsein für die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes schärfen. So wolle das Unternehmen auch Druck auf die Palmölindustrie ausüben, das nachhaltige Produkt zu liefern, das sie schon so lange verspreche.

Die Palmölbranche reagierte mit Unverständnis auf die Anti-Palmöl-Werbekampagne von Iceland. So sagte Datuk Darrel Webber, Generalsekretär vom Roundtable of Sustainable Palm Oil RSPO, in Malaysia: "Kein Palmöl mehr zu verwenden, ist nicht die Lösung. Es zu boykottieren, ist nicht die Lösung." Webber kritisierte Iceland weiter: "Die Margen des Einzelhandels sind gering. Der billigste Weg, um Werbung zu machen, ist für sie der beste." Iceland lässt die Kritik an sich abperlen und legt weiter nach: Die Supermarktkette lässt nun einen ferngesteuerten Orang-Utan durch London laufen.

Während Iceland zum Boykott aufruft, attackiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace zahlreiche Konzerne der Palmölbranche. Sechs Aktivisten haben am 17.11.2018 ein Palmöl transportierendes Frachtschiff geentert, um gegen die Abholzung des Regenwaldes in Indonesien zu demonstrieren. Der Kapitän des Frachtschiffs ließ die Aktivisten festnehmen.
Der Tanker hatte Palmöl der Firma Wilmar International geladen. Greenpeace wirft der Firma und ihren Zulieferern vor, den Regenwald abzuholzen, um dann dort Palmölplantagen anzulegen. Dabei würden massiv Menschenrechte verletzt und der Lebensraum der Orang-Utans zerstört.
Wilmar zeigte sich enttäuscht über die Aktion. „Anstatt medienträchtige Aktionen zu starten, solle Greenpeace lieber weiter mit den Stakeholdern der Palmölindustrie - einschließlich Wilmar - zusammenarbeiten“, hieß es aus dem Konzernsitz in Singapur.

Aber nicht nur Wilmar, auch der Lebensmittel Mondelez geriet ins Fadenkreuz der Aktivisten.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte eine Studie, wonach allein von Zulieferern des Lebensmittelkonzerns Mondelez innerhalb von zwei Jahren 70.000 Hektar Regenwald auf der Insel Borneo zur Gewinnung von Palmöl gerodet worden sein sollen. Die Heimat der dort lebenden Orang-Utans.

Mondelez verwies in einer Stellungnahme darauf, dass sich der Konzern seit Jahren um eine nachhaltige Nutzung von Palmöl bemühe. Die Industrie müsse aber noch mehr tun. Ziel seien „100 Prozent Nachhaltigkeit und 100 Prozent Transparenz“. Von zwölf Lieferanten habe man sich wegen Verstößen gegen die eigenen Richtlinien getrennt.

Greenpeace setzte seine Aktionen trotzdem fort und protestierte vor einzelnen Konzernzentralen des Lebensmittelkonzerns, so auch in Bremen.

Weitere Artikel zu diesem Themenkomplex finden Sie auch in der Presseschau unten.
 
Die Welt der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern besser verstehen
ISCC bietet Online-Kurs an

Weltweit befinden sich die meisten Palmöl-Farmen in der Hand von Kleinbauern. Und sie machen einen großen Teil der Ölproduktion aus. In Indonesien stammen rund 40 Prozent des Palmöls von Pflanzungen der sogenannten Smallholders.

Hunderttausende von Kleinbauern – wie lassen sich die in ein komplexes Zertifizierungssystem einfügen? Außerdem gibt es Mängel beim Anbau: Abholzung von Naturwäldern, Verlust von Biodiversität bis hin zu sozialen Problemen! Außerdem fehlt es an betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen.

Auf der anderen Seite bietet Palmöl die Chance, sich aus der Armut zu befreien und für sich und die Familien Lebensperspektiven zu schaffen. Die Nachhaltigkeitszertifizierung für unabhängige Kleinbäuerinnen und Kleinbauern trägt zum Umweltschutz und zu sozialem Wohlstand bei. Aus diesem Grund strebt das Zertifizierungssystem International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) in Zusammenarbeit mit der niederländischen Nichtregierungsorganisation SNV die Erweiterung der Zertifizierung unabhängiger Kleinbauern an und gründet die ISCC Smallholder Academy.

Seit Oktober können nun interessierte Auditoren, aber auch Unternehmen, die Interesse haben mit Kleinbauern zu arbeiten, an einem Onlinekurs der ISCC-Academy teilnehmen. ISCC verspricht u.a. die „regulatorische Rahmenbedingungen für die Zertifizierung unabhängiger Kleinbauern im Rahmen von ISCC“ zu unterrichten. Der Kurs dauert ca. 6 Stunden und kostet 120 Euro plus Mehrwertsteuer.

Am 14. Februar 2019 findet die 9. Generalversammlung des ISCC in Brüssel statt. Die wichtigsten Themen sind dann unter anderem die post-2020 Renewable Energy Directive (RED II) und Vorträge über die Implikation von indirect land use change (iLUC). Auch Fragen zur ISCC Smallholder Academy werden beantwortet.

https://www.iscc-system.org/stakeholders/annual-iscc-global-sustainability-conference/

https://www.iscc-system.org/smallholder-academy/iscc-deforestation-free-certification/
 
Ernstes Köpfezusammenstecken
EPOA-Konferenz in Madrid

Am 3. und 4. Oktober fand die European Palm Oil Conference in Madrid statt. Ausgerichtet wurde die Konferenz durch die Europäische Palmöl Allianz (EPOA), eine Privatsektor-Initiative, die über Palmöl aufklären möchte und die Förderung von nachhaltigem Palmöl unterstützt.

Die Teilnehmer und Organisatoren klagten während der zweitägigen Konferenz über das schlechte Image von Palmöl unter den europäischen Konsumenten. Woher stammt das schlechte Image? Ein Mangel an Kenntnissen bei den Verbrauchern sei schuld. Aber auch mangelnder Aufklärungswille seitens der Produzenten! Die Nachfrage nach Palmöl für den Nahrungsmittelsektor ist in Europa in den letzten zehn Jahren um 40% gesunken. In Länder wie Spanien, Italien oder Frankreich sei das Image von Palmöl besonders negativ. Mit „Palmöl-Frei“ auf den Verpackungen zu werben scheint besonders in Italien ein bewährtes Mittel.

Trotzdem, und das die gute Nachricht in Madrid, steigt in ganz Europa die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl in den anderen Sektoren stetig.
Auf den Fluren wurde generell die Frage gestellt, warum eigentlich Palmöl alleine am Pranger stehe, seien doch Soja und Viehzucht noch größere Entwaldungstreiber!

Die Veranstaltung war von einer Standortbestimmung geprägt: Inwiefern dient die nachhaltige Palmölproduktion den Sustainable Development Goals (SDGs)? Insgesamt wurden positive Beiträge zu folgenden nachhaltigen Entwicklungszielen hervorgehoben: 1 (keine Armut), 6 (keine Wasserverschwendung), 7 (saubere Energie), 8 (Decent Work und wirtschaftliche Entwicklung), 13 (Klimaschutz), 15 (Leben an Land), 17 (Partnerschaften).

Unter anderem positionierte sich Malaysias Industrieministerin Dr. Teresa Kok. Sie unterstrich erneut das ehrgeizige Ziel ihres Landes, bis Ende 2019 die gesamte Palmölproduktion nach dem malaysischen Standard MSPO zu zertifizieren. Bis heute sind es etwa 20 Prozent.

Das europäisch-asiatische Verhältnis sei nicht frei von Differenzen. Das äußerten Vertreter von Indonesien und Malaysia. So sei es wenig hilfreich, das Thema Palmöl aus den Verhandlungen zu Freihandelsabkommen mit der EU zu streichen. Es gebe den Produzenten den Eindruck, dass Investitionen in Nachhaltigkeit nichts wert seien.

Außerdem wurden in Madrid eine Reihe von Initiativen vorgestellt, die sich mit dem Schutz von Tieren beschäftigen oder für den Waldschutz sensibilisieren. Dazu gehören der Orangutan Trust, the PONGO Alliance oder die Chester Zoo Palm Oil Challenge.

Letztere informiert Besucher umfassend über nachhaltiges Palmöl und sensibilisieren Schulkinder in England in Sachen Waldschutz. Ziel dieser Initiative: Chester (vor den Toren Liverpools) soll mit seinen etwas über 100.000 Einwohnern die erste 100 Prozent zertifizierte Palmöl-Stadt der Welt werden!
 
Präzedenzfall in Sierra Leone
Palmöl-Unternehmen muss Land zurückgeben

Ein Gerichtsurteil in Sierra Leone sorgt für Aufsehen. Einer Gemeinde gelingt ein juristischer Coup gegen einen international operierenden Konzern.
Im Norden des Landes, im Distrikt Porto Loko, pachtete die in Singapur ansässige Siva Group 41.300 Hektar Gemeindeland. 2011 begann das Unternehmen mit dem Aufbau von Palmölplantagen. Seit drei Jahren schauen die umliegenden Gemeinden in leere Geldbörsen. Siva Group habe keine Miete mehr gezahlt, die Grundbesitzer zogen vor Gericht und bekamen Recht.

Das Unternehmen muss das gepachtete Land zurückgeben und eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 US$ an die Gemeinde entrichten. Ein Novum in Sierra Leone.
"Die Gemeinde hat ihre Kraft erkannt und das Gesetz genutzt, um es erfolgreich gegen Unternehmensmissbrauch einsetzen ", sagte Anwältin Eleanor Thompson. Und fügt hinzu: "Jetzt hat die Gemeinschaft die Macht zu entscheiden, was mit ihrem Land passiert. Es ist ein starker Präzedenzfall."

Ausländische landwirtschaftliche Investitionen in Sierra Leone boomen seit zehn Jahren. Mehr als einem Fünftel des Ackerlands, so die NGO Christian Aid, sei bereits an industrielle Landwirtschaftsbetriebe vermietet. Im großen Stil würden hauptsächlich Palmöl und Zuckerrohr angebaut.

In der Gemeinde von Porto Loko ist man seit Jahren schlecht auf die Siva Group zu sprechen. Erst sei ihr Ackerland zerstört worden, außerdem seien die Versprechen wie 8.000 Arbeitsplatze und Investitionen in die örtliche Infrastruktur nie wirklich umgesetzt worden.

"Nun beginnt die eigentliche Arbeit", sagt Milton Kamara einer von den Landbesitzern in Porto Loko. Man wolle einen neuen Investor gewinnen. Allerdings müsse der sich auf eine 50-50 Partnerschaft einlassen. „Wir wollen wieder die Kontrolle über unser Land haben. Der Sieg vor Gericht macht uns stark. Und damit können wir auch Forderungen stellen.“

Die Siva Group Sierra Leone schweigt sich unterdessen zu dem Gerichturteil aus und beantwortet keine Presseanfragen.
 
Presseschau

NZZ – 24.11.2018 - Streit um Palmöl zwischen der Schweiz und Indonesien scheint sich zu entspannen
https://www.nzz.ch/wirtschaft/beruhigungspille-im-palmoel-streit-ld.1439230

The Star Online – 27.11.2018 - Der Preisverfall von Palmöl und seine Gründe
https://www.thestar.com.my/business/business-news/2018/11/27/palm-oil-takes-a-spill-after-indonesia-axes-export-levy/

BusinessGreen - 26.11.2018 - Die App Palmöl-Detektor von Giki soll nachhaltiges Palmöl in Produkten aufspüren
https://www.businessgreen.com/bg/news/3066934/palm-oil-bar-codes-launched-to-help-consumers-spot-unsustainable-supply-chain

Zu dem Themenkomplex Boykott von Palmölprodukten durch Iceland und den Vorwürfen von Greenpeace an die Adresse von Mondelez & Co.

Greenpeace - 14.11.2018
https://www.greenpeace.org/international/story/19317/what-do-oreo-mondelez-wilmar-have-to-do-with-orangutans/

Hannoversche Allgemeine – 15.11.2018
http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Anti-Palmoel-Kampagne-mit-Orang-Utan-wird-erst-verboten-dann-zum-Internet-Hit

Bauernzeitung – 18.11.2018
https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2018/gb-palmoel-boykott-koennte-zu-mehr-abholzung-fuehren

Basler Zeitung – 01.11.2018
https://bazonline.ch/ausland/standard/wenn-die-alternativennoch-schlimmer-sind/story/23690382
 
 
 
 

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 02/2018


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 02/2018
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

die Verwendung von Palmöl für Biokraftstoffe ist bereits seit einiger Zeit heftig umstritten. In einem jüngst gefassten Beschluss zeigt das EU-Parlament nun klare Kante für eine nachhaltige Produktion: Bis 2030 soll in der EU kein Palmöl mehr im Transportwesen genutzt werden. Erfahren Sie in dieser aktuellen Ausgabe unseres Newsletters mehr über die Hintergründe und Reaktionen auf diese Entscheidung.

Derweil kommt eine Studie der Changing Markets Foundation (CFM) zu dem Ergebnis, dass einige der Zertifizierungssysteme im Palmöl-Sektor, die Konsumenten vermeintlich Orientierung bieten sollen, Nachhaltigkeit eher im Wege stehen. Lesen Sie auf den kommenden Seiten darüber hinaus, wie das Imperial College London Unternehmensverpflichtungen und seinen Einfluss auf entwaldungsfrei produziertes Palmöl einschätzt. Darüber hinaus stellen wir Ihnen eine Untersuchung der International Union for Conservation of Nature (IUCN) vor, die die Auswirkungen des Anbaus von Ölpalmen auf die globale Biodiversität analysiert. Diese und weitere Themen lesen Sie im Folgenden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei,


Ihr FONAP-Sekretariat

Aktuelle Themen

» Nach Verhandlungen der EU
» FONAP Lieferantentag Derivate
» European Roundtable on Sustainable Palm Oil
» Studie des Imperial College London
» Zertifizierung von Palmöl
» Proteste gegen Biodiesel aus Palmöl
» Kein „Nein" zu Palmöl
» Presseschau
 
Nach Verhandlungen der EU
EU streicht Palmöl aus Biosprit

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, haben EU und seine Mitgliedsstaaten einen größeren Anteil an Ökoenergie bis 2030 vereinbart. Die neue Regelung tritt bereits 2020 in Kraft. Bis 2030 muss demnach knapp ein Drittel der in der EU genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Auf diese Vorgabe einigten sich das Europaparlament und die Mitgliedstaaten bei Verhandlungen in Brüssel, wie EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete mitteilte.

Das neue Ziel liegt über den von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geforderten 30 Prozent. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch Arias Cañete. „Diese Vereinbarung ist ein hart erkämpfter Sieg für unsere Bemühungen, das wahre Potenzial für Europas Energiewende zu heben.“

Diese Einigung betrifft auch den Import von Palmöl. Umweltschützer kritisieren den Einsatz des Öles wegen der Rodung ganzer Wälder für Biosprit. Damit ist nun Schluss: Bis 2030 soll in der EU kein Palmöl mehr im Transportwesen genutzt werden. Umweltschützer begrüßen diesen Schritt, kritisieren allerdings auch den Zeitpunkt des Inkraftretens. Ihrer Ansicht nach würden durch den Anbau von Biokraftstoffpflanzen mehr Emissionen verursacht, als die Biokraftstoffe in ihrer Nutzung für den Verkehr verringern.

+ Hier erfahren Sie mehr zum Thema.

 
FONAP Lieferantentag Derivate
Nachhaltigkeit und Zertifizierung in der Diskussion

Produkte, die auf Basis von Palmöl hergestellt werden, müssen oft ganz bestimmte Funktionen erfüllen. Insbesondere in der Produktion von Kosmetika werden auf Palmöl basierende Kosmetikrohstoffe, sogenannte Palmöl-Derivate, beispielsweise als Tenside oder Emulgatoren eingesetzt. Da sie sich nicht ersatzlos aus Kosmetik-Rezepturen streichen lassen, stellt sich daher die Frage, wie der Bedarf an Palmöl nachhaltig produziert werden kann.

Antworten auf alle relevanten Fragen rund um Nachhaltigkeit und Zertifizierung von Palmölderivaten diskutierten rund 70 Teilnehmer Mitte Juni 2018 in den Räumlichkeiten der GIZ in Bonn.
Der Tag war geprägt von Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Kleingruppen-Gesprächen zu verschiedenen Themen rund um Palmderivate. Neben einer kritischen Reflexion der Thematik wurden Herausforderungen und Fortschritte in den letzten Jahren diskutiert und Fachexpertise zur Verfügung gestellt. Insbesondere die Kleingruppen-Gespräche boten dem gemischten Publikum – von Neueinsteigern in das Thema bis hin zu ausgewiesenen Experten – Raum für Fragen und die Erörterung komplexer Themen.

Ziel des FONAP ist der Aufbau von 100 Prozent nachhaltig zertifizierte Lieferketten. Hier sind insbesondere Palmölderivate zu berücksichtigen. Sie weisen eine besonders hohe Komplexität auf. Daher wurden Lösungsansätze für eine höhere Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Transparenz bei Palmölderivaten im Rahmen der Veranstaltung unter verschiedenen Aspekten diskutiert: von Rückverfolgbarkeitsmechanismen durch RSPO PalmTrace über strategische Lieferantengespräche bis hin zu IT-Tools und individuellen Lösungen für einzelne Unternehmen – die Teilnehmer erhielten eine Vielzahl von Instrumenten und Strategien zum Aufbau einer nachhaltig zertifizierten Palmderivatelieferkette an die Hand.
 
European Roundtable on Sustainable Palm Oil
Nachhaltigkeit unter dem Eiffelturm

„INCLUSIVITY: FROM PRODUCTION TO CONSUMPTION“ – unter diesem Motto kamen Ende Juni mehr als 400 Teilnehmer in Paris zum europäischen Treffen des Runden Tischs zusammen.
Im Zentrum der Veranstaltung stand bei der inzwischen 6. Veranstaltung vor allem die Überarbeitung der Prinzipien und Kriterien des RSPOs, die auf der anstehenden Generalversammlung des RSPOs im November 2018 verabschiedet werden sollen. Bei der Vorstellung des neuen Standards zeigte sich schnell: Der überarbeite Entwurf wird von den meisten Teilnehmern als sehr gute Grundlage für die weitere Diskussion verstanden. Kein Wunder, im Rahmen des globalen Verhandlungs- und Kommunikationsprozesses wurden mehr als 10.000 Kommentare, Anmerkungen und Diskussionsbeiträge eingereicht. Dabei wird es aber vermutlich nicht bleiben. Bis zum 02. August 2018 bleibt den Mitgliedern des RSPO Zeit, weiter zu kommentieren.

In weiteren Vorträgen wurde die Vielzahl unterschiedlicher Aspekte und Fragestellungen deutlich, die der RSPO abdeckt. Kleinbauern aus der Cote D’Ivoire stellten sehr eindrucksvoll dar, wie sie mit einer nachhaltigen Palmölproduktion zur Erreichung der global vereinbarten Sustainable Development Goals beitragen und welche Benefits sie täglich haben. Darüber hinaus wurde beispielsweise diskutiert, wie sich mögliche Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette anhand einer Kartierung aufdecken lassen und welche Rolle der Beschwerdeausschuss des RSPO bei Verstößen entlang der Lieferkette spielen kann.

Deutlich wurde in vielen Diskussionen der Stakeholdergruppen, dass es mittlerweile im RSPO auch zwischen NGOs und den Palmölproduzenten ein sehr gutes gemeinsames Verständnis gibt, was getan werden muss, um die Palmölproduktion noch besser und nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig besteht auf allen Seiten die klare Erwartung, dass neben Palmölproduzenten auch alle weiteren Akteure entlang der Lieferkette in der Pflicht stehen, gemeinsame Maßnahmen und Aktivitäten anzustoßen und weitergehende Verbesserungen umzusetzen. In diesem Sinne agiert das FONAP und die Mitglieder des FONAP, die mit ihren Lieferanten gemeinsam Verbesserungen anstreben.
 
Studie des Imperial College London
Keine Entwaldung - was ist das eigentlich?

Das öffentliche Bewusstsein für Umweltprobleme im Zusammenhang mit der Produktion von Palmöl nimmt weiter zu. Dazu haben nicht zuletzt verschiedene Kampagnen von NGOs beigetragen. Immer häufiger liest der Konsument daher beispielsweise den Zusatz "entwaldungsfrei produziert" in Zusammenhang mit Palmöl auf Produkten in den Supermärkten. Eine kürzlich von Forschern des Imperial College London veröffentlichte Studie legt nun nahe, dass die Unternehmensverpflichtungen zu „entwaldungsfreien Lieferketten" der Komplexität nicht angemessen seien und daher Gefahr laufen zu scheitern. Um die Komplexität des Palmölsektors zu verstehen, befragten die Forscher eine Palette von Akteuren in der Lieferkette für die europäischen Märkte: Erzeuger, Verarbeiter oder Veredler, Hersteller oder Händler.

Insbesondere die Erzeuger sind den Ergebnissen zufolge der Meinung, dass "keine Entwaldung" ein Marketingbegriff sei, der in der Praxis wenig Sinn macht. Die in der Lieferkette nachgelagerten Hersteller hingegen zeigen unterschiedliche Auffassungen darüber, was ein „Nein“ zu Entwaldung überhaupt bedeute und wie dies in der Praxis erreicht werden könne. Schätzungen gehen davon aus, dass inzwischen rund 96 Prozent der weltweiten Palmölproduktion durch Verpflichtungen von Unternehmen zu „entwaldungsfrei“ produziertem Palmöl abgedeckt sind. Allerdings zeigen diese Verpflichtungen gleichzeitig jedoch die Uneinigkeit der Befragten in Bezug auf wichtige Fragen. Was ist ein Wald? Und wie wird Abholzung definiert? Angesichts der verschiedenen Typen von Wald, unterschiedlichster Nutzer und Anwendungen und vor allem auch Unterschiede im kulturellen Verständnis seien diese scheinbar einfachen Fragen tatsächlich umstritten sein, so die Forscher.

Sie kommen daher zu dem Schluss, dass Multi-Stakeholder-Plattformen wie der RSPO oder das Consumer Goods Forum (CGF) eine wichtige Rolle spielen, um die notwendigen Veränderungen in Gang zu setzen. Ohne die effektive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen innerhalb der Lieferkette lasse sich Entwaldungsfreiheit nicht garantieren, so der Bericht. Darüber hinaus seien allerdings noch weitere Schritte notwendig. Dies umfasse neben einer Definition von Entwaldung eine verbesserte staatliche Regulierung sowie die erhöhte Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl in China und Indien.

Ein kollaborativer und unterstützender Ansatz zum Verständnis von Lieferketten und den Akteuren, die sie bilden, sei erforderlich. Nur wenn es ein gemeinsames Verständnis gebe, ließen sich Strategien entwickeln, die Entwaldung in wichtigen und gefährdeten Ökosysteme effektiv stoppen.
 
Zertifizierung von Palmöl
Changing Markets Foundation (CFM) analysiert weltweit führende Zertifizierungssysteme

Changing Markets Foundation, eine in den Niederlanden registrierte Consultingfirma, hat jüngst einen Bericht zu den Umweltauswirkungen von Zertifizierungssystemen und freiwilligen Initiativen in den Bereichen Fischerei, Textil und Palmöl veröffentlicht. CMF kooperiert mit Nichtregierungsorgansiationen, um so unverantwortliche Unternehmenspraktiken aufzudecken und den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft voranzutreiben. Das Ergebnis des CMF-Berichts: Viele Zertifizierungssysteme, die Konsumenten vermeintlich Orientierung bieten sollen, stünden Nachhaltigkeit im Wege und sollten entsprechend reformiert werden. Dies betreffe neben der Produktion von Holz oder Fisch insbesondere Palmöl.

Dem CMF-Bericht zufolge habe keines der bekannten Zertifizierungssysteme wie RSPO oder ISPO die Abholzung von Wäldern, die Entwässerung von Mooren oder den Verlust der biologischen Vielfalt wirksam verlangsamen können. Wenngleich der RSPO häufig als das wirksamste System in diesem Sektor bezeichnet wird, weise es verschiedene Mängel auf. So erlaube es nach wie vor die Umwandlung von Sekundärwäldern und die Trockenlegung von Mooren, könne Menschenrechtsverletzungen nicht verhindern und erfordere keine Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus wiesen sämtliche untersuchten Systeme Konsistenzprobleme auf: Die einzelnen „Module" hätten unterschiedliche Ambitionen bezüglich des Zielmarktes sowie unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit – dies reiche von der vollständigen Trennung zertifizierter Produkte bis hin zum Verkauf von grünen Zertifikaten über Handelsplattformen. Als Reaktion auf die Kritik hat der RSPO beispielsweise ein freiwilliges Zusatzmodul mit dem Namen RSPO NEXT entwickelt, das die Messlatte für Nachhaltigkeit höher legt, indem es die Umwandlung von Torf und sekundärem Wald verbietet.

Das FONAP setzt sich im Rahmen des aktuell laufenden Review-Prozesses der Prinzipien und Kriterien des RSPOs dafür ein, dass diese Schwachstellen ausgemerzt werden. Der Verhandlungsprozess dauert an und soll im November 2018 abgeschlossen werden. Aktuelle Zwischenergebnisse des Prozesses erscheinen vielversprechend. Nichtsdestotrotz ist zu konstatieren, dass weiterhin erst 20 bis 25 Prozent des global gehandelten Palmöls zertifiziert sind. Die restlichen Volumina hingegen sind keinerlei freiwilliger Zertifizierung unterworfen.

Abschließend kritisiert der Bericht der CMF die malaysische und indonesische Regierung dafür, dass sie derzeit versuchten, ihre beiden Zertifizierungssysteme zu einem schwachen Standard zusammenzuführen und diesen durch Handelsabkommen und die Zusammenarbeit mit anderen Palmöl produzierenden Ländern zu festigen. Dies sei ein eklatanter Versuch, den Sektor "grün zu waschen" sowie eine weitere Expansion in neue Gebiete zu ermöglichen. Zurückzuführen sei diese andauernde Expansion auf die anhaltende Nachfrage nach Biokraftstoffen und verarbeiteten Lebensmitteln. Vor diesem Hintergrund fordert die Changing Markets Foundation, dass die Nachfrage nach Palmöl reduziert - etwa durch die Abschaffung von Biokraftstoffzielen –, und die Einführung neuer Plantagen in nicht bewaldete Gebiete durch ein Moratorium für die Ausdehnung von Palmöl auf Wälder und Torfmoore gefördert werden müsse.
 
Proteste gegen Biodiesel aus Palmöl
Offener Brief aus Indonesien

Hunderte indonesische Vorsitzender indonesischer Bauernverbände, Kleinbauernorganisationen, Menschenrechtsgruppen, indigener Gemeinschaften und Umwelt-NGOs haben einen offenen Brief an die EU-Präsidentschaft, die europäischen Staatsoberhäupter und den Präsidenten der Republik Indonesien gegen die Verwendung von Palmöl in Biokraftstoffen unterzeichnet.
Im Jahr 2016 wurde fast die Hälfte des in die Europäische Union importierten Rohpalmöls in Dieselautos und -lastwagen verbrannt. Laut Globiom-Studie im Auftrag der Europäischen Kommission ist Palmöl-Biodiesel dreimal schädlicher für das Klima als fossiler Diesel. Die Entwaldungsraten von Ölpalmplantagen in Indonesien betrugen zwischen 1995 und 2015 durchschnittlich 117.000 Hektar pro Jahr.

Im Januar dieses Jahres hat das Europäische Parlament beschlossen, Biodiesel aus Palmöl, dem derzeit am höchsten emittierenden Biokraftstoff auf dem EU-Markt, von der Biokraftstoffliste zu streichen. Bis dahin darf die Verwendung von Palmöl in den einzelnen EU-Mitgliedsländern zukünftig nicht über das Niveau von 2019 hinausgehen, ab 2023 soll dann eine schrittweise Reduzierung dieser Werte erfolgen. Ab 2030 soll kein Palmöl mehr verwendet werden. Das Europäische Parlament hatte sich dafür eingesetzt, Palmöl als Biosprit bereits ab 2021 zu verbieten.
Zu der Debatte sagten die 236 indonesischen Gemeindeführer: "Wir stimmen dem Vorschlag des Europäischen Parlaments für einen Politikwechsel zu. Die EU sollte sicherstellen, dass erneuerbare Energiequellen nur aus Unternehmungen stammen, die umweltfreundlich und gerecht sind, sowie die Menschenrechte achten. Palmölbasierter Biodiesel erfüllt diese Prinzipien offensichtlich nicht, wie verschiedene Problembereiche zeigen."

Die Gemeindeführer erklären, die Konflikte resultierend aus der Entwicklung von Ölpalmplantagen seien nicht nur ökologischer Natur, sondern umfassten vor allem auch soziale Aspekte wie Landnahme, Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung von Arbeitern und Korruption. Sie betonten, dass die indonesische Regierung weiterhin eine positive Rechtfertigung für die Verwendung von Palmöl in Biokraftstoffen verwende, was die Situation verschlimmern und die Probleme im Zusammenhang mit Ölpalmplantagen im Land weiter verschärfen wird. Zuspruch gab es von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen wie Rainforest Foundation Norway, Friends of the Earth Netherlands und Friends of the Earth France.

+ Hier können Sie den offenen Brief im Original nachlesen.

 
Kein „Nein" zu Palmöl
Nachhaltig muss es sein

Die Folgen des Anbaus von Ölpalmen für die Biodiversität sind insbesondere in Biodiversitäts-Hotspots dramatisch. Was liegt da näher, als das weltweit so begehrte Öl durch andere Pflanzenöle wie Raps- oder Sojaöl zu ersetzen?

Unter dem Titel „Palmöl und Biodiversität“ hat die International Union for Conservation of Nature (IUCN) nun die Auswirkungen des Anbaus von Ölpalmen auf die globale Biodiversität analysiert und dabei auch mögliche Lösungen dargestellt. Wichtigstes Ergebnis: Da andere Ölpflanzen bis zu neunmal so viel Land benötigen wie Palmöl, würde ihr Ersatz die Gesamtfläche für die Pflanzenölproduktion erheblich vergrößern, um die weltweite Nachfrage zu decken. Die Vermeidung weiterer palmenölbedingter Abholzung wird den mit Abstand größten Nutzen für die Biodiversität bringen, so der Bericht.
Die Auswirkungen des Anbaus von Ölpalmen auf die Biodiversität zeigen sich derzeit insbesondere in Malaysia und Indonesien. Der Bericht kommt allerdings zu dem Schluss, dass ähnliche Ergebnisse auch in den tropischen Regionen Afrikas und in Amerika zu erwarten seien, wenn die Produktion weite expandiere.

Ölpalmen produzieren 35 Prozent des weltweiten Pflanzenöls auf weniger als 10 Prozent der Anbaufläche, wobei der größte Teil des Palmöls in Indien, China und Indonesien verbraucht wird. Drei Viertel des gesamten Palmöls werden für Lebensmittel, als Speiseöl und in verarbeiteten Lebensmitteln verwendet, der Rest für Kosmetika, Reinigungsmittel und Biokraftstoffe. Die Autoren schätzten die gesamte bepflanzte Fläche auf 18,7 Millionen Hektar nur für industrielles Palmöl, was bei Einbeziehung von Kleinbauern mindestens 25 Millionen Hektar ergibt. Das ist mehr als die von den Erzeugerländern gemeldete Fläche, die sich auf 21 Millionen Hektar für das gesamte Palmöl beläuft.

Um der Abholzung der Regenwälder Einhalt zu gebieten, sollte laut der Studie weiter auf entwaldungsfrei produziertes Palmöl hingearbeitet und sichergestellt werden, dass alle Versuche, die Verwendung von Palmöl einzuschränken, auf einem soliden wissenschaftlichen Verständnis der Folgen beruhen. Ziel sei daher insbesondere ein deutlich besseres Flächenmanagement, die Vermeidung weiterer Entwaldung, Erhaltung und Pflege von ursprünglichen Waldflächen innerhalb der Plantagen, eine Steigerung der Nachfrage nach zertifiziertem Öl sowie vor allem auch eine Eindämmung des Konsums von Palmöl.
 
Presseschau
Die EU will in Bio-Sprit auf Palmöl verzichten. Eine gute Nachricht für die Natur, aber eine Schlechte für die Produzenten.

ZDF heute (27.06.2018)
Palmöl ist ein begehrter Rohstoff, der Abbau boomt, viele Menschen in Indonesien leben von ihm. Aber er ist umstritten, weil die Ernte der Frucht massiv in die Umwelt eingreift.

Die Zeit (06.06.2018)
Weil jeder zweite Liter im Tank landet, wird in Europa über Palmöl gestritten.

Deutschlandfunk (08.06.2018)
Wer den Markt kennt, hat die Macht. Das gilt auch im Palmöl-Geschäft. Ein Hamburger Familienbetrieb hat den Ruf, zu den weltweit besten Kennern des Palmöl-Marktes zu gehören. Eine Alternative zum umstrittenen Rohstoff sehen die Palmöl-Experten nicht.

Handelsblatt (25.06.2018)
Milliardär Kuok Khoon Hong ist der größte Palmölhändler der Welt und setzt vorgeblich auf Nachhaltigkeit. Doch Greenpeace erhebt nun schwere Vorwürfe.

Neue Zürcher Zeitung (02.06.2018)
Der Basler Detailhändler Coop setzt bei den Eigenmarken nur noch Bio-zertifiziertes Palmöl ein oder ersetzt das verpönte Öl gar vollständig.

Deutsche Welle (31.05.2018)
In den vergangenen Jahren wurden in Peru tausende Hektar Dschungel für Palmöl- und Kakaoplantagen abgeholzt. Firmen haben sich das Land unter den Nagel gerissen, sagen Umweltschützer, auch mithilfe von Bestechung.

Frankfurter Rundschau (29.06.2018)
Für den Anbau von Ölpalmen wird Regenwald geholzt und Treibhausgas freigesetzt. Eine Studie zeigt, dass die Auswirkungen auf das Klima noch schlimmer sind als bisher angenommen.

Liverpool Echo (07.07.2018)
„Chester Zoo has stopped selling Nestle food and drink over the issue of unsustainable palm oil. The food giant was suspended from the Roundtable on Sustainable Palm Oil last week because it has not complied with RSPO rules.”
 
 

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 01/2018


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Forum Nachhaltiges Palmöl Rundbrief 01/2018
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

wir hoffen, dass Sie das Jahr 2018 gut begonnen haben! Es wird sicherlich spannend bleiben. Wir freuen uns weiterhin auf die konstruktive Zusammenarbeit!

Das alte Jahr haben wir mit einer Zukunftswerkstatt in Berlin beendet. Ziel war es, strategisch-konzeptionell zu denken, um das FONAP zukunftsfähig aufzustellen. Rund 20 Mitglieder diskutierten über wichtige Themen. Alle anwesenden Mitglieder fanden den Austausch bereichernd und betonten noch einmal die Bedeutung des Vereins. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt finden Sie in diesem Mitgliederrundbrief.

Lesen Sie darüber hinaus, welchen Beitrag Daniel May zu einer aktuellen Reportage über Palmöl im SPIEGEL geleistet hat, welche „Highlights“ das vergangene Jahr für tropische Regenwälder bereitgehalten hat und finden Sie heraus, wie der Anbau von Ölpalmen Schäden an Wäldern verursacht, die nicht in unmittelbarer Nähe von Palmplantagen liegen. Diese und weitere Themen lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei,
Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Zukunftswerkstatt des FONAP
» Reportage im Spiegel
» 1. Treffen der AG Derivate
» Scorecard des WWF veröffentlicht
» Generalversammlung und Jahrestagung des ISCC e.V.
» Vom indirekten Einfluss
» Rückblick
» Presseschau
 
Zukunftswerkstatt des FONAP
Zurück in die Zukunft

Am 12. und 13. Dezember 2017 kamen Vertreter von rund 20 Mitgliedsunternehmen des FONAP in Berlin zusammen. Gemeinsam haben sie darüber beraten, wie der Verein langfristig arbeiten soll, wie diese Arbeit finanziert wird und welche Themen für ein FONAP 2.0 relevant sein könnten.

Wichtigstes Ergebnis der zweitägigen Zukunftswerkstatt: Keines der anwesenden Mitgliedsunternehmen stellte die Fortsetzung des FONAP nach dem Auslaufen des Förderzeitraums durch die Bundesregierung Ende August 2018 infrage. Vielmehr einigten sich die Anwesenden unter der Fragestellung „Wie geht es weiter bis 2020?“ auf Konturen der weiteren Arbeit, die in verschiedene Arbeitsaufträge an Vorstand und Sekretariat des FONAP mündeten.

Einstimmig hielten die Anwesenden an der Selbstverpflichtung der Mitglieder fest und äußerten die Hoffnung, dass sich auch die Bundesregierung weiter beteiligen wird. Klar ist jedoch: Auch ohne eine finanzielle Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wird das FONAP seine wichtige Arbeit – dann jedoch in reduziertem Umfang – fortsetzen können.

Wichtige Themen, die auch in Zukunft eine Rolle spielen sollen, sind neben der Teilnahme des FONAP an politischen Prozessen auf deutscher, europäischer und internationaler Ebene auch die Stärkung des Vereins als Austausch- und Wissensplattform sowie der Erhalt der hohen Glaubwürdigkeit durch Monitoring und Reporting zur Einhaltung der Selbstverpflichtung.

„Die hohe und positive Resonanz auf diese Veranstaltung spiegelt das große Interesse aller Mitglieder am FONAP wieder“, freut sich die stellvertretende Vorsitzende des FONAP, Manuela Mewes, und ergänzt, „wir haben in den vergangenen 24 Stunden einige wichtige Impulse und Themen sammeln können, um das FONAP über 2018 hinaus zukunftssicher aufzustellen.“

In einem Zwiegespräch mit Daniel May sprachen sich der Vorsitzende Leonhard Graf Rothkirch-Trach und der Geschäftsführer, Daniel Merdes, des jüngsten Mitglieds Borneo Orangutan Survival Deutschland e. V. (BOS) für eine Fortführung des FONAP aus – ein Wunsch, den alle Anwesenden teilen.

Sie konnten nicht an der Zukunftswerkstatt teilnehmen? Hier können Sie das Ergebnis-Protokoll des Tages downloaden.

Sie haben weitere Ideen, mit welchen inhaltlichen Themen sich das FONAP zukünftig befassen soll? Das Sekretariat nimmt Ihre Vorschläge jederzeit gern entgegen und freut sich über Ihre Nachricht.
 
Reportage im Spiegel
Keine Alternative für Kleinbauern

In den vergangenen Monaten und Jahren konnte das FONAP seinem Status als Wissensplattform auch für Medienschaffende immer wieder gerecht werden. Auch verschiedene Medien haben immer wieder bewiesen, dass eine differenzierte Berichterstattung über Palmöl möglich ist. Und manchmal kommt beides zusammen, wie im vorliegenden Fall.

Im Oktober vergangenen Jahres nahmen zwei Journalisten von Spiegel-Online, Vanessa Steinmetz und Karl Vandenhole, Kontakt zum FONAP auf. Ihr Plan: eine Reportage über Kleinbauern, das nachhaltige Palmöl, das sie produzieren, Ursachen des Palmöl-Booms und ihre politischen Hintergründe – erklärt am Beispiel von Thailand. Eine treffende Wahl, denn dort werden mehr als dreiviertel der Felder mit Ölpalmen von Kleinbauern bearbeitet.

Kleinbauern, die zwischen 2009 und 2012 unter anderem von Daniel May und seinem Team der GIZ – im Auftrag des deutschen Umweltministeriums – in Betriebsführung, nachhaltigen Anbaumethoden und der Verbesserung ihrer Erträge trainiert wurden. Mit Erfolg: Die weltweit ersten Nachhaltigkeitszertifikate für Palmöl aus Thailand wurden ausgestellt und seit dem Jahr 2012 verkauft.

Das Ergebnis der Recherche ist eine spannende Reportage mit erklärenden Bildern und Videos über die Abhängigkeit thailändischer Palmöl-Bauern von Europas Konsumenten fast sechs Jahre nach Projektabschluss.

Hier können Sie die Reportage lesen. Darüber hinaus gibt es auch einen Podcast zum Nachhören.
 
1. Treffen der AG Derivate
Über Blockchain und andere Technologien

Vielfältige Einblicke in das Thema Derivate wurden Mitgliedern und Supportern in der ersten AG-Sitzung im Jahr 2018 geboten, die 31. Januar in den Räumlichkeiten der GIZ in Eschborn stattfand.

Nachdem die neue Mitgliedkategorie Supporter im September 2017 durch die Mitgliedschaft verabschiedet wurde, entschieden die Teilnehmer der AG, sich künftig noch intensiver mit dem Thema Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu beschäftigen. Ein Thema, das insbesondere im Bereich Derivate in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird.

Entsprechend waren an diesem Tag mehrere Experten zu Gast, die sich mit Fragen rund um eine Rückverfolgbarkeit verschiedenster Rohstoffe beschäftigen: Lisa Schaller und Paula van Hartog stellten die Plattform PalmTrace vor, Dr. Christian Gradert, selbst aktives Mitglied des FONAP und einer der ersten Supporter, erläuterte die Traceability-Strategie von ICOF Europe. Darüber hinaus widmeten sich Dr. Jonas Kahlert, externer Berater der GIZ Elisabeth Altmayer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität St. Gallen, Möglichkeiten der Blockchain-Technologie.

Der rege Austausch mit den Experten führte zu einem tieferen Verständnis bei allen Teilnehmern und einer ganz simplen Einsicht: Für Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Palmöl-Lieferkette gibt es keine einfache Lösung. Auch die vermeintlich simpel erscheinende und vielversprechende Blockchain-Technologie steckt noch in ihren Kinderschuhen. Sie wird vermutlich erst in einigen Jahren einen praktikablen Lösungsansatz für die Praxis darstellen.

Über das Engagement der Mitglieder der AG Derivate bei der Organisation eines Lieferantentages für den Bereich Derivate dürfen sich jedoch alle Mitglieder freuen. Eine Sensibilisierung für das Thema Derivate sowie Schwierigkeiten und Lösungsansätze sind bereits fester Bestandteil der Agenda. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie innerhalb der nächsten Wochen.

Sie haben Interesse an den Präsentationen der AG-Sitzung? Wenden Sie sich gern jederzeit an das FONAP-Sekretariat.
 
Scorecard des WWF veröffentlicht
FONAP-Mitglieder sind erneut große Klasse

Auch in diesem Jahr hat der WWF seinen großen Palmöl-Check veröffentlicht. Wichtigste Ergebnis aus Sicht des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP): Alle Mitglieder sind grün gelistet. Damit wird das Forum seinem Ruf als Frontrunner für nachhaltiges Palmöl erneut gerecht. Das zeigt auch ein Blick auf die Spitzenreiter der Scorecard. Unter den Top 5 im Ranking sind gleich vier Mitglieder vertreten – Care Naturkost, Daabon, Agrarfrost und Lorenz Bahlsen Snack-World.

„Wir freuen uns sehr, dass die FONAP-Mitglieder erneut ihren hohen Ansprüchen und Erwartungen an sich selbst gerecht werden konnten und Vorreiter ihrer jeweiligen Branchen sind“, kommentiert die Vorstandsvorsitzende des FONAP, Annette Piperidis, das Ergebnis.

Der WWF veröffentlicht seinen Palmöl-Check bereits seit 2009. Bewertet wird dabei mithilfe eines Fragenkatalogs, ob die Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Befragt werden dabei ausschließlich Firmen mit Sitz in Deutschland, die Mitglied des RSPO sind oder zu den großen Akteuren in ihrer Branche zählen. Von den in diesem Jahr befragten 255 Unternehmen blieben 118 (46 Prozent) jegliche Rückmeldung schuldig. 112 Unternehmen (knapp 44 Prozent) gaben an, vollständig oder zumindest teilweise zertifiziertes Palmöl einzusetzen. Die übrigen Hersteller und Händler sind zwar Mitglied im „Roundtable on Sustainable Palmoil“ (RSPO) und haben sich zum Teil Ziele gesetzt, bis wann sie auf zertifiziertes Palmöl umstellen wollen, sie legten aber keine Nachweise für den tatsächlichen Bezug von zertifiziertem Palmöl vor. Die Auskünfte der Unternehmen beziehen sich auf das Kalenderjahr 2016.

Wo Unternehmen auf zertifiziertes Palmöl setzen, ist es in der Regel nach dem RSPO-Standard zertifiziert. Dass die befragten Unternehmen überhaupt Auskunft über die Herkunft und die Art der Zertifizierung des verwendeten Palmöls geben, ist zu großen Teilen auch ein Erfolg des FONAP, das sich seit Jahren für Rückverfolgbarkeit und mehr Transparenz auf dem Markt einsetzt. Die derzeit 52 Mitglieder – unter ihnen 48 ordentliche Mitglieder sowie vier jüngst beigetretene Supporter – des FONAP kaufen zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein, setzen Zusatzkriterien um und streben eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage an.

Allerdings steht diesen Vorreitern noch immer eine große Anzahl an Unternehmen gegenüber, die sich kaum oder gar nicht für nachhaltiges Palmöl engagieren. Dies betrifft insbesondere die Futtermittelbranche, die vom FONAP bereits seit Jahren angesprochen wird. Sie schneidet erneut schlecht ab. Gleiches gilt auch für die weiteren verbraucherfernen Branchen, wie Pharmazie oder chemische Industrie. Gleichzeitig bleibt erneut fast die Hälfte der im Palmöl-Check befragten Unternehmen die Antwort schuldig, ob sie Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Noch gibt es zu wenige deutsche Firmen, die als Palmöl-Vorreiter verbindliche Zusatzkriterien zu den verschiedenen Zertifizierungsstandards wie dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), dem Sustainable Agriculture Standard (SAN) oder der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) einfordern und Kleinbauern unterstützen.

„Nur in einer verantwortungsvollen Partnerschaft zwischen Konsumenten und Produzenten von Palmöl lassen sich Sektoren nachhaltig und langfristig verbessern,“ sagt Daniel May, Generalsekretär des FONAP und ergänzt: „Um insbesondere die weitere Entwaldung beim Anbau von Palmöl zu stoppen, sollten sich Unternehmen zum Kauf von nachhaltigem Palmöl und der Erfüllung von Zusatzkriterien verpflichten. Das FONAP ruft palmölverarbeitende Unternehmen daher auf, ihre Verantwortung wahr zu nehmen und sich im Forum Nachhaltiges Palmöl zu engagieren.“

Hier können Sie den Palmöl-Check 2017 des WWF nachlesen.
 
Generalversammlung und Jahrestagung des ISCC e.V.
Alle Jahre wieder

Am 20. Februar 2018 veranstaltet das FONAP-Mitglied International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) seine inzwischen 8. Generalversammlung sowie globale Nachhaltigkeitskonferenz in Brüssel.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen die aktuellen Verhandlungen der Renewable Energy Directive (REDII). Darüber hinaus stehen Erfolgsgeschichten und innovative Ansätze zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszertifizierungen in den verschiedenen Märkten im Fokus. Weiterhin wird die Entwicklung von Biokraftstoffen (abfall- und reststoffbasiert und ‚advanced biofuels‘) in Europa wie auch auf globaler Ebene thematisiert werden.

Die Konferenz richtet sich an Vertreter von Industrie, Handel, Nichtregierungsorganisationen oder Forschungseinrichtungen und stellt einen wichtigen Anlass im Kalenderjahr dar, um über die jüngsten Entwicklungen, Herausforderungen, Gelegenheiten und aufkommenden Trends in Nachhaltigkeitszertifizierungen in den verschiedensten Märkten zu diskutieren. Die Teilnahme an der Konferenz steht jedem offen und ist kostenfrei.

Sie haben Interesse an einer Teilnahme? Hier können Sie sich registrieren.
 
Vom indirekten Einfluss
Wenn Wildschweine auf Plantagen auftauchen

Der Anbau von Ölpalmen verursacht neben der Abholzung tropischer Regenwälder auch Schäden an Wäldern, die nicht in unmittelbarer Nähe von Ölpalmplantagen liegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Dezember 2017 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde.

Für die Studie untersuchten Forscher der University of California, des Smithsonian Tropical Research Institute, der Nanyang University Singapore und des Forest Research Institute of Malaysia (FRIM) ein in Malaysia gelegenes Stück Primärregenwald, das von Ölpalmplantagen umgeben ist. Es stellte sich heraus, dass der Wald stark degradiert war, wobei die Anzahl der Unterholzvegetation - kleine Bäume und Sträucher, die zwischen den Baumkronen und dem Waldboden wachsen - im Untersuchungszeitraum um mehr als 50 Prozent zurückging. Der erstaunliche Grund: Wildschweine, die sich - angezogen von den herabfallenden Palmfrüchten auf den nahegelegenen Plantagen – nicht nur stark vermehren, sondern auch massiven Schaden am Unterwuchs in Regenwaldgebieten anrichten. Dies zeigen die Daten, die vom Forest Research Institute of Malaysia in den vergangen 20 Jahren gesammelt wurden. Der Vergleich mit Waldgebieten, die zum Schutz vor Wildschweinen eingezäunt waren, bestätigt die Schlussfolgerung. Hier war die Anzahl kleiner Bäume und Setzlinge deutlich höher.

Die Studie fand „starke indirekte Effekte über Jahrzehnte hinweg" in Wäldern, die mehr als einen Kilometer von Ölpalmplantagen entfernt liegen. Dies deute nach Ansicht der Autoren darauf hin, „dass der wahre globale ökologische Fußabdruck der menschlichen Nahrungsmittelproduktion erheblich unterschätzt wurde."

Ähnlich starke indirekte Einflüsse auf Regenwälder durch die Kultivierung von Ölpalmen vermuten die Autoren der Studie in weiteren Teilen Malaysias und auch in Indonesien. Sie plädieren daher für Pufferzonen rund um die Ölpalmplantagen, um den Zugang von Wildtieren zu Plantagen zu begrenzen.


+ Hier können Sie die Studie herunterladen.

 
Rückblick
Das war das Jahr 2017

„Zwischen Amerikas Aufgabe der Führung in der Naturschutz- und Umweltpolitik, Brasiliens Einsatz für den Erhalt der Wälder, massiven Waldbränden weltweit und einem starken Anstieg der globalen Waldverluste im Jahr 2016, war 2017 ein hartes Jahr für tropische Regenwälder“ – so leitet das englischsprachige Online-Magazin für Natur und Umwelt, Mongabay, seine ‚Highlights‘ des vergangenen Jahres pünktlich zum Start in das Jahr 2018 ein. Herausgekommen ist dabei ein kurzer Überblick über bemerkenswerte Entwicklungen und Trends für tropische Wälder im Jahr 2017. Einige ausgewählte Highlights stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Nach wie vor ist die Rohstoffproduktion weltweit größter direkter Treiber der tropischen Entwaldung. Rohstoffpreise sind daher ein wichtiger Faktor für Entwaldungstrends. Im Jahr 2017 blieben die Preise für Rohstoffe wie Soja, Viehzucht, Papier oder Palmöl, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, generell konstant. Eine Ausnahme bildet Kautschuk, dessen Preis um etwa ein Viertel anstieg sowie Kakao, der einen Preisverfall von fast 30 Prozent verzeichnete.

Unternehmen gingen weiterhin Verpflichtungen in Bezug auf die Reduktion von Entwaldung, Torfabbau und Ausbeutung ein und haben diese sogar verstärkt. Dennoch äußern NGOs Bedenken hinsichtlich der erzielten Fortschritte. Das Global Canopy Program (GCP) beispielsweise gab in seinem jährlichen Bericht "Forest 500" an, dass nur weniger als ein Viertel der bewerteten Unternehmen ihre Entwaldungspolitik ausgeweitet hätten. Das Problem: Bei dem derzeitigen Tempo werden die Unternehmen und Finanzinstitutionen, die den größten Einfluss auf die Wälder haben, keine angemessenen Maßnahmen ergreifen oder diese Politiken bis 2020 umsetzen. Der jährlich erscheinende Bericht analysiert neben 250 Unternehmen und 150 Finanzinstitutionen die 50 wichtigsten Jurisdiktionen, die "das größte Potenzial haben, tropische Abholzung zu verhindern".

Darüber hinaus sorgten einige Großunternehmen – nicht nur aus dem Palmölsektor – 2017 für negative Schlagzeilen. Die Goodhope Asia Holdings beispielsweise wurde vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) für Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen in der indonesischen Region Papua sanktioniert.

Spannend ist auch ein Artikel in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters, die einen unkonventionellen Treiber von Entwaldung ermittelt hat: Geldwäsche durch Drogenhändler in Zentralamerika. Environmental Research Letters zufolge werden Gewinne aus dem Drogenhandel zur Finanzierung der landwirtschaftlichen Expansion in der Region genutzt.

Für Indonesiens Regenwälder war das Jahr 2017 ein Auf und Ab. Daten, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Rückgang der Baumbestände in den Primärwäldern Indonesiens im Jahr 2016 infolge der Brandkrise von 2015 weiter zunahm. Und die Satellitendaten deuten darauf hin, dass es in 2017 vor allem in Kalimantan und Papua zu weiteren Rodungen gekommen ist. In dem Bemühen, eine Wiederholung der Feuer zu vermeiden, erließ die indonesische Regierung mehrere Richtlinien für das Management von Torfmoorgebieten. Diese beinhalten auch einen Mechanismus zum Landtausch, der es Unternehmen ermöglicht, kohlenstoffdichte Gebiete in ihren Konzessionen gegen andere Ländereien zu tauschen, um das Brandrisiko zu verringern.

Und schlussendlich haben der indonesische Palmölverband (GAPKI) und der indonesische Verband der Forstkonzessionäre (APHI) das indonesische Verfassungsgericht gebeten, das nationale Forstgesetz und das Umweltrecht zu revidieren. Sie erhoffen sich damit, nicht für Brände in ihren Konzessionen haftbar gemacht zu werden.

Mongabay veröffentlich seine Highlights des Jahres bereits seit 2009 auf seiner Website. Sie möchten mehr erfahren? Hier können Sie die gesammelten Highlights des Jahres 2017 einsehen.
 
Presseschau
Palmöl galt einst als saubere Alternative zum Diesel. Nun plant die EU eine Kehrtwende.

Handelsblatt (19.01.2018)
„Das EU-Parlament will umstrittene Palmöl-Importe eindämmen. Doch der Schritt, der die Umwelt schützen soll, sorgt in Malaysia und Indonesien für Empörung. Kleinbauern fürchten um ihre Existenz.“

Handelsblatt (30.12.2017)
„Es findet sich in Schokoriegeln, Bratensoße und Lippenstift: Palmöl. Der Verbrauch ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Doch die kaum zu bremsende Nachfrage kostet die Welt mehr, als sie sich leisten kann.“

Stuttgarter Nachrichten (08.01.2018)
„Auf Palmöl könne man leider nur schwer verzichten, sagt Hartmut Rohse, Leiter der Forschungsabteilung beim Schokoladenhersteller Ritter Sport. Und Alternativen hätten eine noch schlechtere Ökobilanz.“

Spiegel Online (16.01.2018)
„Das EU-Parlament stimmt darüber ab, ob Palmöl nach 2021 noch Biosprit beigemischt werden darf. Die Produzenten protestieren gegen den möglichen Bann - der malaysische Rohstoffminister will dagegen vorgehen.“

Deutschlandfunk Kultur (05.01.2018)
„Egal ob Hautcreme, Brotaufstrich oder Biodiesel überall kann Palmöl enthalten sein. Der Boom sorgt in Ländern wie Malaysia für weniger Armut, auf der anderen Seite werden dafür Sümpfe trockengelegt und Wälder gerodet. Udo Pollmer hat Lösungsvorschläge für das Dilemma.“

Süddeutsche Zeitung (02.02.2018)
„Kleinbauern in Malaysia und Indonesien protestieren gegen die Europäer, denn Millionen leben vom Plantagengeschäft.“
http://www.sueddeutsche.de/politik/suedostasien-gute-pflanze-boese-pflanze-1.3851956

Süddeutsche Zeitung (02.02.2018)
„Regenwälder müssen immer wieder Palmöl-Plantagen weichen. Nun will die EU den Biokraftstoff für Autos verbieten. Aber das ist nur ein erster Schritt, denn das Öl steckt auch in vielen anderen Produkten.“
 
 

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Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 04/2017


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 03/2017
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,
wir begrüßen Sie herzlich zur dritten Ausgabe unseres Newsletters in diesem Jahr. Auch in dieser Ausgabe möchten wir Sie wieder über interessante Entwicklungen im Palmölsektor informieren.

In der aktuellen Ausgabe freuen wir uns Ihnen vom aktuellen Stand des RSPO P&C Review sowie dem überarbeiteten Beschwerdeverfahren des RSPO berichten zu können. Darüber hinaus informieren wir Sie über eine erfolgreiche Veranstaltung von BMEL und BMZ zu entwaldungsfreien Lieferketten.


Diese und weitere spannende Themen lesen Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2017.

Viel Spaß dabei wünscht,

Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Ist Ölpalmanbau tatsächlich für 40% der weltweiten Regenwaldabholzung verantwortlich?
» Konferenz des BMEL und BMZ in Berlin
» RSPO überarbeitet seine Prinzipien und Kriterien
» RSPO: Überarbeitetes Beschwerdeverfahren in Kraft
» Kinder- und Zwangsarbeit auf Palmölplantagen: Wie kann ich sie vermeiden?
» Presseschau
 
Ist Ölpalmanbau tatsächlich für 40% der weltweiten Regenwaldabholzung verantwortlich?
Wissenschaftler schaffen Klarheit

„40% der weltweiten Regenwaldabholzung sind auf den Anbau von Palmölplantagen zurückzuführen“. Diese Aussage eines Artikels der französischen Zeitschrift Le Monde vom 3. April 2017 wird in einem im Juni von „The Conversation Media Group Ltd“ veröffentlichten Artikel kritisiert. Die Wissenschaftler Victor Baron, Alain Rival und Raphael Marichal belegen, dass bei genauerer Betrachtung der Zahlen, auf denen der Le Monde Artikel basiert, nur 2,3% der weltweiten Regenwaldabholzung auf die Produktion von Palmöl zurückzuführen sind.

Die Aussage von Le Monde basiert auf einem im März 2017 vom Europäischen Parlament (EP) veröffentlichten Bericht. Baron, Rival und Marichal haben das 400-Seiten Dokument genauer untersucht um zu prüfen, auf Grundlage welcher Annahme der Bericht zu dem Schluss kommt, dass 40% der Regenwaldabholzung auf Ölpalmanbau zurückzuführen sind. Ergebnis der Analyse des Berichts des EP ist, dass weltweit gesehen, die Regenwaldabholzung nur zu 2,3% auf den Anbau von Palmöl zurückzuführen ist. Darüber hinaus sind neben Palmöl auch noch andere maßgebliche Verursacher von Regenwaldabholzung zu berücksichtigen.
Landwirtschaft ist weltweit mit knapp über 50% für die weltweite Regewaldabholzung verantwortlich, davon ist jedoch nur knapp über die Hälfte auf den Anbau von Nutzpflanzen zurückzuführen. Der Artikel gibt keinerlei Hinweis darauf, worauf die andere Hälfte der Regenwaldabholzung zurückzuführen ist.
Woher die kritisierte 40%-Annahme rührt, wird bei genauerer Betrachtung der veröffentlichten Zahlen deutlich. Gemäß des Le Monde Artikels haben die Länder Indonesien und Brasilien den höchsten Waldverlust vorzuweisen. Knapp ein Drittel der Regenwaldabholzung in Indonesien ist auf landwirtschaftliche Produktion zurückzuführen. Der Beitrag der Palmölproduktion liegt hier bei 40%, jedoch nur in Bezug auf landwirtschaftliche Produktion in Indonesien, und nicht wie angenommen, weltweit.

Baron, Rival und Marichal äußern Kritik an den im Bericht des Europäischen Parlaments falsch dargelegten Zahlen, da auf Grundlage dieser politische Entscheidungen getroffen und öffentliche Meinungen geprägt werden. In Indonesien und Malaysia hat die Veröffentlichung der Zahlen ebenfalls zu Kritik und protektionistischen Maßnahmen geführt.

+ Lesen Sie hier den vollständigen Artikel

 
Konferenz des BMEL und BMZ in Berlin
Gemeinsam gegen globale Entwaldung

Welche Zusammenhänge zwischen Konsum und dem Verlust von Naturwald bestehen, wurde im Rahmen einer internationalen Konferenz – gemeinsam ausgerichtet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – deutlich. Denn Produkte wie Kakao, Palmöl und Soja – welche auch in Deutschland in großer Menge konsumiert werden – haben etwas gemeinsam. Sie sind in vielen Nahrungs- und Futtermitteln oder Kosmetika enthalten, und sie tragen häufig zur Entwaldung der Tropen bei.
Im Rahmen der Konferenz wurde ein Erfahrungsaustausch zwischen Europäischer Union, europäischen Regierungen, zwischen ökologisch und sozial verantwortlich handelnden Firmen sowie firmenübergreifenden Initiativen etabliert. Gleichzeitig wurden Empfehlungen an die Politik formuliert und notwendige Unterstützungsmaßnahmen mit Blick auf Konsumenten- wie auch Produzentenländer diskutiert. Daher waren auch hochrangige Sprecher aus Ghana, Indonesien und Brasilien eingeladen, ihre Sichtweise in den Panel-Diskussionen einzubringen. Mit Erfolg. Insgesamt rund 120 Teilnehmer diskutierten intensiv über Umsetzungserfahrungen von Nachhaltigkeitsinitiativen aus den Sektoren Soja, Palmöl und Kakao. Die Anwesenden thematisierten auch, welche Rolle Landschaftsansätze unter Multi-Akteursbeteiligung für entwaldungsfreie Lieferketten in Produktionsregionen spielen.
Sowohl das BMZ wie auch das BMEL unterstützen bereits eine Vielzahl konkreter Projekte und Maßnahmen. Dazu gehören etwa die Multi-Akteurs-Partnerschaften wie das Forum Nachhaltiges Palmöl oder das Forum Nachhaltiger Kakao. „Mit unserem erfolgreichen Ansatz im Forum Nachhaltiges Palmöl sind wir Vorreiter. Im Bereich der Lebensmittelherstellung ist es gelungen, den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls auf inzwischen 79 Prozent zu steigern. Unser Ziel ist, dass wir 100 Prozent erreichen – und zwar nicht nur bei Lebensmitteln. Durch Wissenstransfer können wir auch in anderen Rohstoffbereichen, wie Kakao und Soja, Erfolge erzielen," hob Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtshaft, den Erfolg der Initiativen hervor.
Das BMZ hat in diesem Jahr einen umfassenden Waldaktionsplan für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vorgelegt. So sollen Partnerländer unterstützt werden, ihre Wälder zu schützen, Waldlandschaften zu renaturieren und Konzepte für entwaldungsfreie Lieferketten umzusetzen. Mit rund zwei Milliarden Euro für mehr als 200 Waldprojekte gehört das BMZ zu den größten Gebern in diesem Bereich und setzt Waldprojekte zusammen mit über dreißig Partnerländern um. Pilotprojekte zu entwaldungsfreien Lieferketten werden in Côte d’Ivoire und in Indonesien – mit Unterstützung der GIZ – umgesetzt. Thomas Silberhorn, parlamentarischer Staatssekretär im BMZ, stellte derweil auch die Verantwortung des Verbrauchers heraus. „Wer Tropenwälder schützen will, der kann schon im Supermarkt damit anfangen: Es lohnt sich, beim Einkauf genau hinzuschauen und zum Beispiel auf nachhaltig produziertes Palmöl sowie zertifizierten oder fair gehandelten Kakao zu achten."
Die Konferenz war eine Initiative unter dem deutschen Vorsitz der sogenannten Amsterdam-Gruppe. Sie ist ein Zusammenschluss von sieben europäischen Staaten (Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Großbritannien), die sich für entwaldungsfreie Lieferketten bei Agrarrohstoffen und für nachhaltigen Palmölanbau einsetzen. Die Gruppe repräsentiert zurzeit in Europa einen Marktanteil zwischen 65 und 75 Prozent bei der Nutzung von Palmöl und Soja.
 
RSPO überarbeitet seine Prinzipien und Kriterien
Beteiligung erwünscht

Wie in den ISEAL-Richtlinien festgelegt, überarbeitet der RSPO alle 5 Jahre seine Prinzipien und Kriterien. Der Prozess der Überarbeitung läuft und bietet eine Vielzahl von Beteiligungsmöglichkeiten. Bis zum 30.10.2017 kann der aktuelle Entwurf schriftlich kommentiert werden und bei einer Vielzahl von Veranstaltungen besteht ebenfalls die Möglichkeit Kommentare und weitere Verbesserungsvorschläge einzubringen. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.rspo.org/principles-and-criteria-review/1st-public-consultation-revised-rspo-principles-and-criteria
Das FONAP nimmt an der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Prinzipien und Kriterien teil und versucht hier unmittelbar Veränderungen zu bewirken. Während die Überarbeitung in 2013 aus Sicht des FONAP teils enttäuschend ausgefallen war, zeigen sich bei dem aktuell vorliegenden Entwurf schon einige sehr deutliche Verbesserungen.
Wir fordern alle Stakeholder auf, sich in diesen Prozess einzubringen und von den Kommentierungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.
 
RSPO: Überarbeitetes Beschwerdeverfahren in Kraft
Der Prozess wird offener und transparenter

Zum 1.8.2017 trat das überarbeitete Beschwerdeverfahren des RSPO in Kraft. Im Rahmen mehrerer öffentlicher Kommentierungen hat sich auch das FONAP an der Überarbeitung und Verbesserung des Verfahrens beteiligt. So ist es u.a. gelungen den Beschwerdeprozess für alle Stakeholder offen zu halten, was konkret dadurch deutlich wird, dass der RSPO von seiner ursprünglichen Forderung, Gebühren bei der Einreichung eines Complaints zu verlangen, abgerückt ist. http://www.rspo.org/news-and-events/announcements/endorsement-of-the-rspo-complaints-and-appeal-procedures-2017
Mit dem überarbeiteten Verfahren ist nun ein offener und transparenter Prozess in Kraft, der es allen Stakeholdern ermöglicht nachzuvollziehen, gegen welche Unternehmen Beschwerden eingereicht werden und wie Lösungen und entsprechende Schritte, um Lösungen zu erreichen, aussehen. Den RSPO-Case-Tracker finden Sie hier: http://www.rspo.org/members/status-of-complaints/
 
Kinder- und Zwangsarbeit auf Palmölplantagen: Wie kann ich sie vermeiden?
Ein RSPO-Webinar verschafft Überblick

Jedes Unternehmen möchte Kinder- und Zwangsarbeit vermeiden. Es werden Policies aufgesetzt, unternehmensinterne Strategien entwickelt, Gesetze verabschiedet und trotzdem gibt es sie weiterhin. Warum? Wie können Unternehmen in Europa Kinder- und Zwangsarbeit auf Plantagen vor Ort verhindern?
Kinderarbeit existiert aus verschiedenen Gründen weiterhin: Hierzu gehören die unterschiedlichen Definitionen von Kinderarbeit und deren Auslegung in verschiedenen Ländern, die Missachtung von Unternehmensrichtlinien auf Plantagen vor Ort oder der Zwang, den Eltern sehen ihre Kinder mit auf die Plantagen zu nehmen, um den sehr hoch angesetzten Tagessoll und somit einen finanziellen Bonus zu erreichen. Dieser ist für viele Familien essentiell bei der Finanzierung ihres Lebensunterhalts. Schulbildung bleibt Kindern auf Palmölplantagen in Malaysia jedoch oftmals nicht nur aufgrund geographischer oder finanzieller Restriktionen verwehrt, sondern auch aufgrund offizieller gesetzlicher Regelungen: Der Besuch einer weiterführenden Schule ist in Malaysia nur mit einer offiziellen Registrierung im Land möglich – Für Kinder von Wanderarbeitern oftmals ein unüberwindbares Hindernis.
Ähnliche Problematiken sind auch für die andauernde Zwangsarbeit in Teilen der Palmölwirtschaft verantwortlich. Zwangsarbeit geschieht wider Willen und entgegen feststehender Richtlinien. Gekennzeichnet ist sie u.a. durch unfreiwillige oder irreführende Rekrutierung, erzwungene Überstunden, finanzielle Bestrafungen, die Einbehaltung von Pässen oder die fehlende Möglichkeit der Vertragskündigung. Stattfinden kann Zwangsarbeit jedoch nur aufgrund fehlender gesetzlicher Regelungen, u.a. für Wanderarbeiter und ihre Rekrutierung in Nachbarländern sowie aufgrund fehlender Gesetze zu Anwerbegebühren bzw. zu Mechanismen, die eine Gebührenerhebung durch den Arbeitgeber bei vorzeitiger Kündigung regeln.
Die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien vor Ort ist keine leichte Aufgabe, auch wenn sie in allen Zertifizierungssystemen festgeschrieben sind. Unternehmen mit direktem Bezug bzw. Plantagen vor Ort haben, wie im Webinar beispielhaft genannt, die Möglichkeit, Einfluss auf die Personalrekrutierung zu nehmen und missbräuchlichen Rekrutierungs-Praktiken bei der Auswahl neuer Plantagen-Arbeiter vorzubeugen. Außerdem lautet eine Empfehlung, durch unternehmensinterne Strukturen eine direkte Verbindung zwischen den Unternehmen in Europa und den Plantagen-Arbeitern vor Ort, bspw. durch eine Helpline für Arbeiter aufzubauen. Für Missstände vor Ort sind die Plantagen-Arbeiter die beste Auskunftsquelle. Auch das gezielte Training von Auditoren wurde als eine mögliche Maßnahme genannt, um Kinder- und Zwangsarbeit frühzeitig zu erkennen und dieser entgegen zu wirken.
Unternehmen, die sich am Ende der Lieferkette und somit weit entfernt von den Plantagen befinden, sollten die Problematiken frühzeitig mit ihren Lieferanten thematisieren und eine entsprechende Rückverfolgbarkeit anstreben.
 
Presseschau
Bundesregierung veröffentlicht Waldaktionsplan der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

BMZ (06.09.2017)
„Kaum ein Land investiert so viel wie Deutschland in den Erhalt der Regenwälder – das ist eine der Kernaussagen des diesjährigen Waldberichts der Bundesregierung“
http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2017/september/170906_pm_097_Neuer-Waldbericht-der-Bundesregierung-Rodung-stoppen-Klima-retten/index.jsp

BDSI (30.08.2017)
„Soll man Palmöl boykottieren? Palmöl ist in Expertenkreisen, bei NGOs und in den Medien ein vieldiskutierter und teils umstrittener Inhaltsstoff“
https://www.bdsi.de/pressemeldungen/details/soll-man-palmoel-boykottieren/


Die Bundesregierung (25.08.2017)
„Mittlerweile wird fast jede zweite in Deutschland verkaufte Süßware aus nachhaltigem Kakao produziert. In der Lebensmittelherstellung beträgt der Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls mittlerweile 79 Prozent. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass sich dieser positive Trend fortsetzt.“
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/08/2017-08-25-nachhaltiger-kakao.html


Unternehmen-heute (04.09.2017)
"Wer Tropenwälder schützen will, der kann schon im Supermarkt damit anfangen. Es lohnt sich, beim Einkauf genau hinzuschauen und zum Beispiel auf nachhaltig produziertes Palmöl, zertifizierten oder fair gehandelten Kakao zu achten."
http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=452209


Center for International Forestry Research (CIFOR) (03.08.2017)
„The dispute over which rules to follow, whether it be international private sustainability standards and/or methods toward zero deforestation, or mandatory national standards has brought to light competing notions of sustainability, how to achieve progress, and who should be taking the lead.”
https://forestsnews.cifor.org/50828/the-long-and-winding-road-to-sustainable-palm-oil?fnl=en

Global Risk Insights (GRI) (31.08.2017)
“Europe’s war against palm oil has exposed an industry that is failing to evolve quickly enough. Nevertheless, contrary to enhancing industry standards, western pressure risks pushing Indonesia and Malaysia closer to less regulated markets.”
http://globalriskinsights.com/2017/08/indonesian-malaysian-palm-oil-crossroads/


Dr. Alain Rival, CIRAD – Centre de coopération internationale en recherche agronomique pour le développement, In: Moderne Ernährung Heute (Aug. 2017)
„Hitzige und kontroverse Debatten prägen vor allem den öffentlichen Diskurs über den Palmölanbau. Enormes wirtschaftliches Potenzial für die Palmölindustrie inklusive Großplantagen und Kleinerzeuger sowie für anbauende Staaten steht einer vermeintlich direkten Verbindung zu gravierenden Folgen für Menschen und die Umwelt bis hin zur Zerstörung empfindlicher tropischer Ökosysteme gegenüber. Der vorliegende Beitrag plädiert dafür, die ideologisch und bisweilen irrational geführten Diskussionen rund um den Palmölanbau zu versachlichen.“
https://www.bdsi.de/fileadmin/redaktion/Wissenschaftlicher_Pressedienst/WDP_02_2017.pdf


Vogue (05.09.2017)
Coordinated by the Malaysian NGO Wild Asia, the project—Sustainable Palm Oil and Traceability with Sabah (SPOTS) small producers—has support from a champion in France: L’Oréal Paris.
https://www.vogue.com/projects/13535833/palm-oil-controversy-beauty-products-ingredient-sourcing-deforestation-climate-change/
 
 

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c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 03/2017


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 03/2017
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,
wir begrüßen Sie herzlich zur dritten Ausgabe unseres Newsletters in diesem Jahr. Auch in dieser Ausgabe möchten wir Sie wieder über interessante Entwicklungen im Palmölsektor informieren.

In der aktuellen Ausgabe freuen wir uns Ihnen vom aktuellen Stand des RSPO P&C Review sowie dem überarbeiteten Beschwerdeverfahren des RSPO berichten zu können. Darüber hinaus informieren wir Sie über eine erfolgreiche Veranstaltung von BMEL und BMZ zu entwaldungsfreien Lieferketten.


Diese und weitere spannende Themen lesen Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2017.

Viel Spaß dabei wünscht,

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Aktuelle Themen

» Ist Ölpalmanbau tatsächlich für 40% der weltweiten Regenwaldabholzung verantwortlich?
» Konferenz des BMEL und BMZ in Berlin
» RSPO überarbeitet seine Prinzipien und Kriterien
» RSPO: Überarbeitetes Beschwerdeverfahren in Kraft
» Kinder- und Zwangsarbeit auf Palmölplantagen: Wie kann ich sie vermeiden?
» Presseschau
 
Ist Ölpalmanbau tatsächlich für 40% der weltweiten Regenwaldabholzung verantwortlich?
Wissenschaftler schaffen Klarheit

„40% der weltweiten Regenwaldabholzung sind auf den Anbau von Palmölplantagen zurückzuführen“. Diese Aussage eines Artikels der französischen Zeitschrift Le Monde vom 3. April 2017 wird in einem im Juni von „The Conversation Media Group Ltd“ veröffentlichten Artikel kritisiert. Die Wissenschaftler Victor Baron, Alain Rival und Raphael Marichal belegen, dass bei genauerer Betrachtung der Zahlen, auf denen der Le Monde Artikel basiert, nur 2,3% der weltweiten Regenwaldabholzung auf die Produktion von Palmöl zurückzuführen sind.

Die Aussage von Le Monde basiert auf einem im März 2017 vom Europäischen Parlament (EP) veröffentlichten Bericht. Baron, Rival und Marichal haben das 400-Seiten Dokument genauer untersucht um zu prüfen, auf Grundlage welcher Annahme der Bericht zu dem Schluss kommt, dass 40% der Regenwaldabholzung auf Ölpalmanbau zurückzuführen sind. Ergebnis der Analyse des Berichts des EP ist, dass weltweit gesehen, die Regenwaldabholzung nur zu 2,3% auf den Anbau von Palmöl zurückzuführen ist. Darüber hinaus sind neben Palmöl auch noch andere maßgebliche Verursacher von Regenwaldabholzung zu berücksichtigen.
Landwirtschaft ist weltweit mit knapp über 50% für die weltweite Regewaldabholzung verantwortlich, davon ist jedoch nur knapp über die Hälfte auf den Anbau von Nutzpflanzen zurückzuführen. Der Artikel gibt keinerlei Hinweis darauf, worauf die andere Hälfte der Regenwaldabholzung zurückzuführen ist.
Woher die kritisierte 40%-Annahme rührt, wird bei genauerer Betrachtung der veröffentlichten Zahlen deutlich. Gemäß des Le Monde Artikels haben die Länder Indonesien und Brasilien den höchsten Waldverlust vorzuweisen. Knapp ein Drittel der Regenwaldabholzung in Indonesien ist auf landwirtschaftliche Produktion zurückzuführen. Der Beitrag der Palmölproduktion liegt hier bei 40%, jedoch nur in Bezug auf landwirtschaftliche Produktion in Indonesien, und nicht wie angenommen, weltweit.

Baron, Rival und Marichal äußern Kritik an den im Bericht des Europäischen Parlaments falsch dargelegten Zahlen, da auf Grundlage dieser politische Entscheidungen getroffen und öffentliche Meinungen geprägt werden. In Indonesien und Malaysia hat die Veröffentlichung der Zahlen ebenfalls zu Kritik und protektionistischen Maßnahmen geführt.

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Konferenz des BMEL und BMZ in Berlin
Gemeinsam gegen globale Entwaldung

Welche Zusammenhänge zwischen Konsum und dem Verlust von Naturwald bestehen, wurde im Rahmen einer internationalen Konferenz – gemeinsam ausgerichtet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – deutlich. Denn Produkte wie Kakao, Palmöl und Soja – welche auch in Deutschland in großer Menge konsumiert werden – haben etwas gemeinsam. Sie sind in vielen Nahrungs- und Futtermitteln oder Kosmetika enthalten, und sie tragen häufig zur Entwaldung der Tropen bei.
Im Rahmen der Konferenz wurde ein Erfahrungsaustausch zwischen Europäischer Union, europäischen Regierungen, zwischen ökologisch und sozial verantwortlich handelnden Firmen sowie firmenübergreifenden Initiativen etabliert. Gleichzeitig wurden Empfehlungen an die Politik formuliert und notwendige Unterstützungsmaßnahmen mit Blick auf Konsumenten- wie auch Produzentenländer diskutiert. Daher waren auch hochrangige Sprecher aus Ghana, Indonesien und Brasilien eingeladen, ihre Sichtweise in den Panel-Diskussionen einzubringen. Mit Erfolg. Insgesamt rund 120 Teilnehmer diskutierten intensiv über Umsetzungserfahrungen von Nachhaltigkeitsinitiativen aus den Sektoren Soja, Palmöl und Kakao. Die Anwesenden thematisierten auch, welche Rolle Landschaftsansätze unter Multi-Akteursbeteiligung für entwaldungsfreie Lieferketten in Produktionsregionen spielen.
Sowohl das BMZ wie auch das BMEL unterstützen bereits eine Vielzahl konkreter Projekte und Maßnahmen. Dazu gehören etwa die Multi-Akteurs-Partnerschaften wie das Forum Nachhaltiges Palmöl oder das Forum Nachhaltiger Kakao. „Mit unserem erfolgreichen Ansatz im Forum Nachhaltiges Palmöl sind wir Vorreiter. Im Bereich der Lebensmittelherstellung ist es gelungen, den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls auf inzwischen 79 Prozent zu steigern. Unser Ziel ist, dass wir 100 Prozent erreichen – und zwar nicht nur bei Lebensmitteln. Durch Wissenstransfer können wir auch in anderen Rohstoffbereichen, wie Kakao und Soja, Erfolge erzielen," hob Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtshaft, den Erfolg der Initiativen hervor.
Das BMZ hat in diesem Jahr einen umfassenden Waldaktionsplan für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vorgelegt. So sollen Partnerländer unterstützt werden, ihre Wälder zu schützen, Waldlandschaften zu renaturieren und Konzepte für entwaldungsfreie Lieferketten umzusetzen. Mit rund zwei Milliarden Euro für mehr als 200 Waldprojekte gehört das BMZ zu den größten Gebern in diesem Bereich und setzt Waldprojekte zusammen mit über dreißig Partnerländern um. Pilotprojekte zu entwaldungsfreien Lieferketten werden in Côte d’Ivoire und in Indonesien – mit Unterstützung der GIZ – umgesetzt. Thomas Silberhorn, parlamentarischer Staatssekretär im BMZ, stellte derweil auch die Verantwortung des Verbrauchers heraus. „Wer Tropenwälder schützen will, der kann schon im Supermarkt damit anfangen: Es lohnt sich, beim Einkauf genau hinzuschauen und zum Beispiel auf nachhaltig produziertes Palmöl sowie zertifizierten oder fair gehandelten Kakao zu achten."
Die Konferenz war eine Initiative unter dem deutschen Vorsitz der sogenannten Amsterdam-Gruppe. Sie ist ein Zusammenschluss von sieben europäischen Staaten (Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Großbritannien), die sich für entwaldungsfreie Lieferketten bei Agrarrohstoffen und für nachhaltigen Palmölanbau einsetzen. Die Gruppe repräsentiert zurzeit in Europa einen Marktanteil zwischen 65 und 75 Prozent bei der Nutzung von Palmöl und Soja.
 
RSPO überarbeitet seine Prinzipien und Kriterien
Beteiligung erwünscht

Wie in den ISEAL-Richtlinien festgelegt, überarbeitet der RSPO alle 5 Jahre seine Prinzipien und Kriterien. Der Prozess der Überarbeitung läuft und bietet eine Vielzahl von Beteiligungsmöglichkeiten. Bis zum 30.10.2017 kann der aktuelle Entwurf schriftlich kommentiert werden und bei einer Vielzahl von Veranstaltungen besteht ebenfalls die Möglichkeit Kommentare und weitere Verbesserungsvorschläge einzubringen. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.rspo.org/principles-and-criteria-review/1st-public-consultation-revised-rspo-principles-and-criteria
Das FONAP nimmt an der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Prinzipien und Kriterien teil und versucht hier unmittelbar Veränderungen zu bewirken. Während die Überarbeitung in 2013 aus Sicht des FONAP teils enttäuschend ausgefallen war, zeigen sich bei dem aktuell vorliegenden Entwurf schon einige sehr deutliche Verbesserungen.
Wir fordern alle Stakeholder auf, sich in diesen Prozess einzubringen und von den Kommentierungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen.
 
RSPO: Überarbeitetes Beschwerdeverfahren in Kraft
Der Prozess wird offener und transparenter

Zum 1.8.2017 trat das überarbeitete Beschwerdeverfahren des RSPO in Kraft. Im Rahmen mehrerer öffentlicher Kommentierungen hat sich auch das FONAP an der Überarbeitung und Verbesserung des Verfahrens beteiligt. So ist es u.a. gelungen den Beschwerdeprozess für alle Stakeholder offen zu halten, was konkret dadurch deutlich wird, dass der RSPO von seiner ursprünglichen Forderung, Gebühren bei der Einreichung eines Complaints zu verlangen, abgerückt ist. http://www.rspo.org/news-and-events/announcements/endorsement-of-the-rspo-complaints-and-appeal-procedures-2017
Mit dem überarbeiteten Verfahren ist nun ein offener und transparenter Prozess in Kraft, der es allen Stakeholdern ermöglicht nachzuvollziehen, gegen welche Unternehmen Beschwerden eingereicht werden und wie Lösungen und entsprechende Schritte, um Lösungen zu erreichen, aussehen. Den RSPO-Case-Tracker finden Sie hier: http://www.rspo.org/members/status-of-complaints/
 
Kinder- und Zwangsarbeit auf Palmölplantagen: Wie kann ich sie vermeiden?
Ein RSPO-Webinar verschafft Überblick

Jedes Unternehmen möchte Kinder- und Zwangsarbeit vermeiden. Es werden Policies aufgesetzt, unternehmensinterne Strategien entwickelt, Gesetze verabschiedet und trotzdem gibt es sie weiterhin. Warum? Wie können Unternehmen in Europa Kinder- und Zwangsarbeit auf Plantagen vor Ort verhindern?
Kinderarbeit existiert aus verschiedenen Gründen weiterhin: Hierzu gehören die unterschiedlichen Definitionen von Kinderarbeit und deren Auslegung in verschiedenen Ländern, die Missachtung von Unternehmensrichtlinien auf Plantagen vor Ort oder der Zwang, den Eltern sehen ihre Kinder mit auf die Plantagen zu nehmen, um den sehr hoch angesetzten Tagessoll und somit einen finanziellen Bonus zu erreichen. Dieser ist für viele Familien essentiell bei der Finanzierung ihres Lebensunterhalts. Schulbildung bleibt Kindern auf Palmölplantagen in Malaysia jedoch oftmals nicht nur aufgrund geographischer oder finanzieller Restriktionen verwehrt, sondern auch aufgrund offizieller gesetzlicher Regelungen: Der Besuch einer weiterführenden Schule ist in Malaysia nur mit einer offiziellen Registrierung im Land möglich – Für Kinder von Wanderarbeitern oftmals ein unüberwindbares Hindernis.
Ähnliche Problematiken sind auch für die andauernde Zwangsarbeit in Teilen der Palmölwirtschaft verantwortlich. Zwangsarbeit geschieht wider Willen und entgegen feststehender Richtlinien. Gekennzeichnet ist sie u.a. durch unfreiwillige oder irreführende Rekrutierung, erzwungene Überstunden, finanzielle Bestrafungen, die Einbehaltung von Pässen oder die fehlende Möglichkeit der Vertragskündigung. Stattfinden kann Zwangsarbeit jedoch nur aufgrund fehlender gesetzlicher Regelungen, u.a. für Wanderarbeiter und ihre Rekrutierung in Nachbarländern sowie aufgrund fehlender Gesetze zu Anwerbegebühren bzw. zu Mechanismen, die eine Gebührenerhebung durch den Arbeitgeber bei vorzeitiger Kündigung regeln.
Die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien vor Ort ist keine leichte Aufgabe, auch wenn sie in allen Zertifizierungssystemen festgeschrieben sind. Unternehmen mit direktem Bezug bzw. Plantagen vor Ort haben, wie im Webinar beispielhaft genannt, die Möglichkeit, Einfluss auf die Personalrekrutierung zu nehmen und missbräuchlichen Rekrutierungs-Praktiken bei der Auswahl neuer Plantagen-Arbeiter vorzubeugen. Außerdem lautet eine Empfehlung, durch unternehmensinterne Strukturen eine direkte Verbindung zwischen den Unternehmen in Europa und den Plantagen-Arbeitern vor Ort, bspw. durch eine Helpline für Arbeiter aufzubauen. Für Missstände vor Ort sind die Plantagen-Arbeiter die beste Auskunftsquelle. Auch das gezielte Training von Auditoren wurde als eine mögliche Maßnahme genannt, um Kinder- und Zwangsarbeit frühzeitig zu erkennen und dieser entgegen zu wirken.
Unternehmen, die sich am Ende der Lieferkette und somit weit entfernt von den Plantagen befinden, sollten die Problematiken frühzeitig mit ihren Lieferanten thematisieren und eine entsprechende Rückverfolgbarkeit anstreben.
 
Presseschau
Bundesregierung veröffentlicht Waldaktionsplan der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

BMZ (06.09.2017)
„Kaum ein Land investiert so viel wie Deutschland in den Erhalt der Regenwälder – das ist eine der Kernaussagen des diesjährigen Waldberichts der Bundesregierung“
http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2017/september/170906_pm_097_Neuer-Waldbericht-der-Bundesregierung-Rodung-stoppen-Klima-retten/index.jsp

BDSI (30.08.2017)
„Soll man Palmöl boykottieren? Palmöl ist in Expertenkreisen, bei NGOs und in den Medien ein vieldiskutierter und teils umstrittener Inhaltsstoff“
https://www.bdsi.de/pressemeldungen/details/soll-man-palmoel-boykottieren/


Die Bundesregierung (25.08.2017)
„Mittlerweile wird fast jede zweite in Deutschland verkaufte Süßware aus nachhaltigem Kakao produziert. In der Lebensmittelherstellung beträgt der Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls mittlerweile 79 Prozent. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass sich dieser positive Trend fortsetzt.“
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/08/2017-08-25-nachhaltiger-kakao.html


Unternehmen-heute (04.09.2017)
"Wer Tropenwälder schützen will, der kann schon im Supermarkt damit anfangen. Es lohnt sich, beim Einkauf genau hinzuschauen und zum Beispiel auf nachhaltig produziertes Palmöl, zertifizierten oder fair gehandelten Kakao zu achten."
http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=452209


Center for International Forestry Research (CIFOR) (03.08.2017)
„The dispute over which rules to follow, whether it be international private sustainability standards and/or methods toward zero deforestation, or mandatory national standards has brought to light competing notions of sustainability, how to achieve progress, and who should be taking the lead.”
https://forestsnews.cifor.org/50828/the-long-and-winding-road-to-sustainable-palm-oil?fnl=en

Global Risk Insights (GRI) (31.08.2017)
“Europe’s war against palm oil has exposed an industry that is failing to evolve quickly enough. Nevertheless, contrary to enhancing industry standards, western pressure risks pushing Indonesia and Malaysia closer to less regulated markets.”
http://globalriskinsights.com/2017/08/indonesian-malaysian-palm-oil-crossroads/


Dr. Alain Rival, CIRAD – Centre de coopération internationale en recherche agronomique pour le développement, In: Moderne Ernährung Heute (Aug. 2017)
„Hitzige und kontroverse Debatten prägen vor allem den öffentlichen Diskurs über den Palmölanbau. Enormes wirtschaftliches Potenzial für die Palmölindustrie inklusive Großplantagen und Kleinerzeuger sowie für anbauende Staaten steht einer vermeintlich direkten Verbindung zu gravierenden Folgen für Menschen und die Umwelt bis hin zur Zerstörung empfindlicher tropischer Ökosysteme gegenüber. Der vorliegende Beitrag plädiert dafür, die ideologisch und bisweilen irrational geführten Diskussionen rund um den Palmölanbau zu versachlichen.“
https://www.bdsi.de/fileadmin/redaktion/Wissenschaftlicher_Pressedienst/WDP_02_2017.pdf


Vogue (05.09.2017)
Coordinated by the Malaysian NGO Wild Asia, the project—Sustainable Palm Oil and Traceability with Sabah (SPOTS) small producers—has support from a champion in France: L’Oréal Paris.
https://www.vogue.com/projects/13535833/palm-oil-controversy-beauty-products-ingredient-sourcing-deforestation-climate-change/
 
 

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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


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In der aktuellen Ausgabe freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Daabon Group als erster Palmölproduzent die RSPO NEXT Zertifizierung erhalten hat. Darüber hinaus informieren wir Sie über einen gemeinsamen Workshop von ISCC und dem FONAP und bringen Sie auf den aktuellen Stand bezüglich der Überarbeitung der Principles & Criteria des RSPO.

Diese und weitere spannende Themen lesen Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2017.

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Aktuelle Themen

» Kolumbianischer Palmölproduzent geht mit gutem Beispiel voran
» Workshop von ISCC und FONAP
» Überarbeitung der Principles & Criteria des RSPO
» Klar, schnell, responsive
» FONAP Generalversammlung
» Weitere Termine
» Presseschau
 
Kolumbianischer Palmölproduzent geht mit gutem Beispiel voran
Daabon Group als erster Lieferant RSPO NEXT zertifiziert

Der kolumbianische Bio-Palmöl-Produzent Daabon hat als erstes Unternehmen weltweit das Zertifikat RSPO NEXT erhalten.

Als Inhaber von RSPO NEXT-Credits verpflichtet sich Daabon zur Einhaltung weitreichender Kriterien, die deutlich über die derzeitigen Principles & Criteria des RSPO hinausgehen: Keine Entwaldung auf allen Flächen des Unternehmens, Feuermanagement auch außerhalb der eigenen Plantagen, keinerlei Umwandlung von Torf und die Verpflichtung all dies nicht nur auf zertifizierten Flächen umzusetzen, sondern auf allen Flächen die sich im Besitz des Unternehmens befinden.

Um sicherzustellen, dass weitere Palmölproduzenten freiwillig den höheren RSPO-NEXT Standard erfüllen, sollten alle palmölnutzenden Unternehmen intensiv prüfen, ob sie diese RSPO-NEXT-Credits erwerben können. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.rspo.org/certification/rspo-next
 
Workshop von ISCC und FONAP
Für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse- und Bioenergie-Palmprodukten

International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) ist ein vom Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) anerkanntes Nachhaltigkeits-Zertifizierungssystem für die Sicherstellung der Nachhaltigkeit auf der landwirtschaftlichen Produktionsfläche und der vollständigen Rückverfolgbarkeit innerhalb der Lieferketten. Es kann für unterschiedliche Rohstoffe und Märkte angewendet werden, unter anderem für Nahrungs- und Futtermittel, Bioenergie sowie für technische/chemische Anwendungen.

Welche Herausforderungen und Vorteile bietet eine Zertifizierung nach ISCC? Welche Lösungen bietet das ISCC-System zur Sicherstellung der Einhaltung der FONAP-Zusatzkriterien? Wie funktionieren die Chain of Custody-Lösungen von ISCC, sowohl für die Lebensmittelindustrie, als auch für komplexe Lieferketten wie zum Beispiel der Chemieindustrie? Welche Lösungen bietet das System für eine Zertifizierung von Kleinbauern? Und wie lassen sich mit ISCC unternehmerische Verpflichtungen zum Stopp von Entwaldung (Zero Deforestation Commitments) einhalten?

ISCC und das Forum Nachhaltiges Palmöl laden Sie herzlich zu einem gemeinsamen Seminar ein, um Antworten auf diese und weitere Fragen zu geben. Der Workshop findet am 11. Juli 2017 in den Räumlichkeiten der GIZ in Bonn statt und richtet sich an Unternehmen und Einkäufer gleichermaßen. Eine Teilnahme ist für Mitglieder des FONAP kostenlos. Für Nicht-Mitglieder wird eine Teilnahmegebühr von 150 Euro erhoben. Sollten Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte bis zum 16. Juni 2017 verbindlich per Email an: sekretariat@forumpalmoel.org. Weitere Informationen erhalten Sie nach der Anmeldung.
 
Überarbeitung der Principles & Criteria des RSPO
Erstes Treffen der zuständigen Taskforce in Malaysia hat stattgefunden

Im 5-Jahres-Turnus unterzieht der RSPO seinen Standard einem umfangreichen Review-Prozess um insbesondere seine Relevanz und Effektivität zu überprüfen. Der diesjährige Prozess zur Überarbeitung der Kriterien hat bereits begonnen und das erste Treffen der zuständigen Taskforce hat in Malaysia bereits stattgefunden.

Alle Stakeholder sind gefragt, sich an der öffentlichen Kommentierung des Draft-Entwurfs (wird voraussichtlich im Laufe des Sommers veröffentlicht) zu beteiligen. Nur durch starke Beteiligung und valide Kommentare wird es gelingen, die erwünschten Verbesserungen durchzusetzen. Die Kommentierung mit den entsprechenden Fristen wird auf www.rspo.org veröffentlicht.
 
Klar, schnell, responsive
Das Forum Nachhaltiges Palmöl mit neuer Website

Für die Kommunikation mit Politik, Fachöffentlichkeit und potentiellen Mitgliedern sind umfangreiche Informationen rund um das Thema nachhaltiges Palmöl ein zentrales Thema. Gleichzeitig erfolgt die öffentliche Diskussion häufig auf Grundlage von Emotionen. Beiden Aspekten wird die neue Website des Forums Nachhaltiges Palmöl künftig gleichermaßen gerecht.

Aufgeräumt und strukturiert bietet die Website aufschlussreiche Einblicke in viele Themen rund um eine nachhaltige Palmölproduktion und startet mit neuem Design und innovativer Technik durch. Nach dem Facelift ist die neue Website auf dem neuesten Stand der Technik und damit fit fürs neue Webzeitalter.

Die Website ist auch weiterhin unter http://www.forumpalmoel.org/ zu erreichen. Das FONAP wünscht viel Spaß beim Klicken.
 
FONAP Generalversammlung
Save the Date: 27. September 2017 in Berlin

Wie in den vergangenen Jahren lädt das Forum Nachhaltiges Palmöl auch dieses Jahr wieder zur öffentlichen Generalversammlung ein, um über die Fortschritte des FONAP zu berichten und die aktuellen Entwicklungen im Palmölsektor mit Ihnen zu diskutieren.
 
Weitere Termine

RSPO Konferenz London: Vom 12.-13.6.2017 findet in London der EU-Round Table des RSPO statt. Anmeldungen sind unter http://eurt.rspo.org/ noch möglich.

Großveranstaltung „Regenwälder Indonesiens“: Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung vom 16-17. Juni 2017 führt die Botschaft der Republik Indonesien in Berlin eine Reihe von Kultur- sowie Informationsveranstaltungen durch. Im Atrium der Mall of Berlin (Leipziger Platz 12, Berlin) findet am 16. Juni 2017 von 9 – 11 Uhr die Diskussionsrunde zum Thema „Erhaltung des Regenwaldes und der Tierwelt: Im Hinblick auf das indonesische nachhaltige Palmöl System (ISPO)“ statt.
 
Presseschau
Die ersten RSPO NEXT Zertifikate sind erhältlich

RSPO (24.04.2017)
“International, 24 April 2017 - Colombian-based agribusiness, DAABON Group, are the first in the world to become certified under RSPO NEXT.”
http://www.rspo.org/news-and-events/news/colombian-daabon-are-worlds-first-oil-palm-grower-to-receive-rspo-next-certification

SRF Schweiz (31.05.2017)
„Kein Palmöl mehr für Schweizer Milchkühe“
https://www.srf.ch/news/schweiz/kein-palmoel-mehr-fuer-schweizer-milchkuehe

Klimaretter (22.05.2017)
„Von den nach Deutschland importierten Mengen an Palmöl wurde in den letzten Jahren nahezu ein Drittel in Kraftstoffen oder Heizwerken verbrannt.“
http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/23158-deutschland-verbrennt-sein-palmoel

EPO. Entwicklungspolitik online (12.05.2017)
"Jakarta. - Zum Auftakt seines Indonesien-Besuches hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ein neues Berufsbildungsprogramm auf den Weg gebracht. Außerdem wird Minister Müller eine Palmöl-Initiative starten. Erstmals wird in Westkalimantan auf Borneo eine nachhaltige Beschaffungsregion aufgebaut."
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13771:indonesien-besuch-mueller-startet-neues-berufsbildungsprogramm&catid=45&Itemid=90

Neue Zürcher Zeitung (09.05.2017)
"Palmöl steckt in unzähligen Produkten. Doch der Anbau von Ölpalmen ist umstritten, weil dafür Regenwald gerodet wird. Grosse Abnehmer wollen auf nachhaltige Quellen umstellen. Das ist schwieriger als gedacht."
https://www.nzz.ch/wirtschaft/wie-weit-geht-die-verantwortung-von-firmen-des-palmoels-kern-ld.1291587

WDR (04.05.2017)
"EU besorgt über krebserregende Babynahrung. Die Gefahrstoffe im Palmöl heißen Glycidyl und Monochlorpropandiol (2-MCPD und 3-MCPD."
http://www1.wdr.de/wissen/mensch/palmoel-krebs-babynahrung-100.html

Der Standard (29.04.2017)
„Palmöl ist in der Nahrungsmittelindustrie beliebt, weil es in seiner raffinierten Form nicht ranzig wird. Studien zeigen, dass Palmöl ein Motor für Metastasen sein könnte.“
http://derstandard.at/2000056665979/Unter-Verdacht-Palmoel-koennte-Krebs-befeuern

Euractiv (04.04.2017)
„Die Verwendung von Palmöl für Biokraftstoffe ist heftig umstritten. Das EU-Parlament zeigt nun klare Kante für eine nachhaltige Produktion. Doch nicht alle Abgeordneten finden das ausreichend.“
http://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/palmoel-eu-parlament-will-verheizen-von-regenwaeldern-fuer-biosprit-stoppen/?nl_ref=34854549
 
 

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 01/2017


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 01/2017
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

eine Zertifizierung der gesamten Lieferkette nach dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) kann Unternehmen vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig bietet diese Zertifizierung aber vor allem einige Möglichkeiten. Welche Anforderungen aber muss ein Unternehmen erfüllen, um sich zertifizieren zu lassen? Diese und weitere Fragen waren Thema eines von BM Trada und dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) gemeinsam durchgeführten Workshops zur Lieferkettenzertifizierung des RSPO. Lesen Sie auf den folgenden Seiten mehr über den Workshop. Darüber hinaus berichten wir über das jüngste Mitglied des FONAP, das Aachener Traditionsunternehmen Zentis.
Unterdessen hat der RSPO seinen Bericht über die Wirkungen des Zertifizierungssystems in 2016 veröffentlicht – und dabei erfreuliches zu berichten. Gleiches gilt für den ISCC: Im Februar fand die mittlerweile 7. Nachhaltigkeitskonferenz des ISCC in Brüssel statt – und war ein voller Erfolg. Das Nachhaltigkeit weiterhin eine der Top-Prioritäten in Unternehmen ist, beweist das „Sustainable Procurement Barometer" von Supply Change. In der Umfrage von 120 Beschaffungsbeauftragten in den verarbeitenden Sektoren und aus dem Einzelhandel listen 97 Prozent der Befragten Nachhaltigkeit als eine ihrer Top-Prioritäten.
Diese und viele weitere spannende Themen lesen Sie in dieser ersten Ausgabe unseres Newsletters im Jahr 2017.
Viel Spaß dabei wünscht,

Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Neues Mitglied im FONAP
» Der Weg zur RSPO Zertifizierung
» Auszeichnung für FONAP-Mitglied
» 7. ISCC Nachhaltigkeitskonferenz in Brüssel
» Innovative Werkzeuge zum Schutz der Wälder
» Nachhaltige Beschaffung in Unternehmen
» Bericht des Roundtable on Sustainable Palm Oil
» Presseschau
 
Neues Mitglied im FONAP
Fortschrittlich denken, nachhaltig handeln.

Erneut konnte das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) ein Mitglied auf dem Weg zu 100 Prozent zertifiziertem und nachhaltig produziertem Palmöl gewinnen: Anfang diesen Jahres ist Zentis dem FONAP beigetreten.
Die Zentis GmbH & Co. KG ist einer der führenden fruchtverarbeitenden Betriebe Europas und liefert neben Frucht- und Gemüsezubereitungen auch Marzipan-Rohmassen für die weiterverarbeitende Milch-, Back und Süßwarenindustrie. Zudem zählt das Unternehmen zu den größten Produzenten von Konfitüren und Brotaufstrichen. Als Hersteller hochwertiger, fruchtbasierter Lebensmittel ist die Natur sein wichtigster Lieferant. Daher setzt das Aachener Traditionsunternehmen seit 2015 ausschließlich zu 100 Prozent zertifiziertes, nachhaltiges Palmöl und Palmkernöl für die Marke Zentis ein.
Zentis ist bereits seit 2012 Mitglied im Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) und arbeitet kontinuierlich daran, geltende Standards stetig zu verbessern, um einen Beitrag für eine nachhaltigere Palmölherstellung zu leisten. Der Eintritt in das FONAP bekräftigt dies nachhaltig.
 
Der Weg zur RSPO Zertifizierung
Gemeinsamer Workshop von BM Trada und FONAP

Es ist ein intensiver Austausch der Anwesenden. Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und BM Trada hatten am 09. Februar in Bonn zu einem gemeinsamen Workshop geladen. Vertreter von rund 20 Unternehmen sind der Einladung gern gefolgt, um über Anforderungen, Herausforderungen und Vorteile einer Zertifizierung des eigenen Unternehmens nach RSPO-Standard zu diskutieren.
Eingeleitet wurde der Tag durch eine Präsentation des Forums Nachhaltiges Palmöl zu allgemeinen Fragestellungen rund um Palmöl, Herausforderungen in der globalen Produktion sowie den Vorteilen einer Mitgliedschaft im FONAP. Dann ging es ans Eingemachte. Heinrich Ahl von BM Trada ergriff das Wort und die Teilnehmer lauschten gebannt: Wie beauftrage ich einen akkreditierten Zertifizierer? Welche Dokumente und unternehmensinternen Prozesse müssen dafür vorbereitet werden? Was sind Umrechnungsfaktoren für Derivate, wann müssen diese angewendet werden und vor allem, wie lassen sich diese berechnen? Die Antworten auf diese Fragen sind nicht immer einfach, Heinrich Ahl von BM Trada konnte dennoch alle Fragen zur Zufriedenheit der Teilnehmer beantworten. Am Ende des Tages zeigte er sich erfreut über die positive Resonanz des Workshops: „Eine Zertifizierung der Palmöl-Lieferkette ist nicht nur wichtig für die Glaubwürdigkeit des RSPO“, so Ahl. „Unternehmen, die den Fokus auf zertifiziertes Palmöl legen, verringern unternehmerische Risiken. Darüber hinaus erkennen sie Palmöl als einen messbaren, erhaltungswürdigen Teil der Wirtschaftsstruktur an und helfen, die Herausforderungen und Probleme im Palmöl-Sektor zu bekämpfen.“
Das FONAP bietet regelmäßig Workshops zu den Zertifizierungssystemen an. Derzeit laufen die Planungen zu Veranstaltungen mit International Sustainability and Carbon Certification (ISCC), zum Standard des Sustainable Agriculture Network (SAN) sowie dem Roundtable on Sustainable Biomaterials (RSB). Wir halten Sie zu den Terminen in unserem Newsletter auf dem Laufenden.
 
Auszeichnung für FONAP-Mitglied
Weleda erhält CSR-Preis der Bundesregierung

Die Weleda AG ist Gewinnerin des CSR-Preises der Bundesregierung 2017 in der Sonderpreiskategorie „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement". Nach dem Gewinn des Swiss Ethics Awards 2016, des Sustainable Beauty Awards 2016 und des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016 als nachhaltigste Marke Deutschlands ist der Gewinn des CSR-Preises die vierte bedeutende Nachhaltigkeitsauszeichnung für das FONAP-Mitgliedd innerhalb eines Jahres.
Weleda überzeugte die Jury, weil sie die komplette Lieferkette für natürliche Rohstoffe an dem Standard der Union for Ethical Biotrade (UEBT) ausrichtet. Der UEBT-Standard ist bei Weleda leitend für ein Nachhaltigkeitsmanagement, das die Beachtung von ökologischen und sozialen Standards in der Lieferkette sicherstellt. Das Unternehmen arbeitet an einer vollständigen Rückverfolgbarkeit und ist insbesondere auch in die Trainings der Auditoren involviert. Weleda trägt mit veränderten Anbaumethoden zur Steigerung der Biodiversität bei und verbessert die wirtschaftliche Situation der Kleinbauern.
„Den Gewinn des CSR-Preises der Bundesregierung empfinden wir als eine große Wertschätzung unseres Einsatzes für sinnvolles sowie gleichsam erfolgreiches Wirtschaften, faires Miteinander und für eine lebenswerte Zukunft in einer gesunden Natur. Partnerschaftliches Wirtschaften, das Wahrnehmen gesellschaftlicher Verantwortung und damit ein verantwortungsvolles Managen der Lieferketten gehört seit jeher zu unserem Selbstverständnis. Durch den Gewinn des CSR-Preises wird dies unseren Mitarbeitenden und Partnern noch mehr als bisher bewusst und sichtbar. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft noch mehr einzusetzen“, kommentierte CEO Ralph Heinisch die erneute Auszeichnung.
Das Forum Nachhaltiges Palmöl gratuliert der Weleda AG herzlich.
 
7. ISCC Nachhaltigkeitskonferenz in Brüssel
Nachhaltiges Palmöl und Zusatzkriterien - wie geht das?

Am 15. Februar fand die jährliche globale Nachhaltigkeitskonferenz der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) in Brüssel statt. Die spannenden Beiträge der geladenen Sprecher, eine breite Auswahl verschiedener Themen und die lebhafte Beteiligung der mehr als 220 Teilnehmer an den Diskussionsrunden machten die Veranstaltung auch in diesem Jahr zu einem großen Erfolg.
Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand der Aufbau nachhaltiger und rückverfolgbarer Lieferketten für Lebensmittel, Futtermittel und Bioenergie. Thilo Bode von Foodwatch ging auf die Rückverfolgbarkeit im Lebensmittelsektor ein, die eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, um die Qualität, Nachhaltigkeit und Transparenz an den Konsumenten zu gewährleisten. Durch die Nachhaltigkeitszertifizierung wie durch ISCC gegeben, kann die transparente und nachhaltige Gestaltung der Lieferketten gewährleistet werden. Sascha Müller-Kraenner von der Deutschen Umwelthilfe hob die Wichtigkeit von Nachhaltigkeitsstandards wie ISCC und deren Auswirkung auf Rückverfolgbarkeit und Integrität in globalen Commodity-Märkten hervor.
Am Nachmittag lag der Fokus auf Erfolgsgeschichten von ISCC in verschiedenen Sektoren und innovativen Lösungen für unterschiedliche Märkte und Lieferketten. Dabei wurde durch die Sprecher deutlich, wie ISCC als einer der wenigen Multi-Rohstoffstandards und zugleich einer der "Gold-Standards" mithilft, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit in unterschiedlichen Lieferketten sicherzustellen.
Die globale Nachhaltigkeitskonferenz des ISCC hat sich zu einer wichtigen Plattform für Vertreter der Industrie, Handel, NGOs, Verbänden, Forschung und Behörden etabliert, um über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen, Chancen und Trends im Bereich Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitszertifizierung zu diskutieren.
Direkt im Anschluss an die ISCC Nachhaltigkeitskonferenz fand die Generalversammlung 2017 des ISCC e.V. für Mitglieder und geladene Gäste statt. Das Protokoll der Generalversammlung wird allen Mitgliedern in Kürze im Mitgliederbereich der ISCC-Website als Download zur Verfügung stehen.

Die Präsentationen der Veranstaltung können hier herunter geladen werden.
 
Innovative Werkzeuge zum Schutz der Wälder
Global Forest Watch und Gras

Neben der Verbrennung fossiler Brennstoffe ist Entwaldung eine der maßgeblichen Ursachen für die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung. Schätzungen zufolge verringert sich die Waldfläche weltweit um jährlich etwa 13 Millionen Hektar, also rund 130.000 km². Plattformen zum weltweiten Schutz der Waldbestände haben aus diesem Grund in den vergangenen Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Sie helfen beispielsweise Finanzinstituten dabei, Firmen, in die sie investierten, besser zu bewerten. Rohstoffhändler könnten die Lieferanten von Palmöl, Soja, Holz und Fleisch überprüfen. Und Zulieferer können glaubwürdig nachweisen, dass ihre Produkte „entwaldungsfrei“ und legal produziert werden.
Kurzum: „Wer den Wald zerstört, kann die Spuren nicht mehr verschleiern, und wer nachhaltig wirtschaftet, wird belohnt." Das sagt, Andrew Steer, Vorsitzender der Washingtoner Denkfabrik World Resource Institute (WRI). Gemeinsam mit mehr als 40 Partnern arbeitet das WIR bereits seit 2014 an der Plattform Global Forest Watch (www.globalforestwatch.org, GFW) für den globalen Waldschutz per Satellit. Die Internetseite dokumentiert die weltweite Zerstörung von Wäldern. Der User kann sich ähnlich wie bei Google-Maps den aktuellen Baumbestand anzeigen lassen. Per Mausklick werden die Veränderungen zwischen den Jahren 2000 und 2012 angezeigt und erklärt, welche Faktoren für den Verlust der Vegetation verantwortlich sind.
Ergänzt werden die Auswertungen von Satellitenaufnahmen durch Länderberichte mit Informationen über die jeweilige Situation der Wälder, ihre wirtschaftliche Bedeutung und die jeweilige nationale Gesetzeslage. Nach GFW-Angaben wurden zwischen 2000 und 2012 rund 2,3 Millionen Quadratkilometer Waldfläche auf der Erde vernichtet. Die Länder mit den größten Verlusten waren Russland, Kanada, Indonesien, USA und Brasilien.
Aktualisiert wird die neue Plattform mit Daten von ihren Projektpartnern: So zeigt der FORMA-Alarm (Forest Monitoring for Action) im Monatsrhythmus frisch gerodete Flächen in Tropenwäldern an. Die Satellitenaufnahmen der US-Weltraumorganisation NASA weisen zudem täglich Großbrände aus. Die Universität Maryland berichtet einmal im Jahr über die Zu- und Abnahme von Waldflächen auf der ganzen Welt mit einer Genauigkeit von 30 mal 30 Metern.
Auch Internetuser haben die Möglichkeit, die Inhalte der Plattform zu aktualisieren: Sie können Abholzungen in ihrer Nähe melden und Berichte darüber veröffentlichen. Staatlichen Behörden soll die Plattform helfen, Abholzungen und Rodungen zu sanktionieren oder im besten Fall zu verhindern.
Ein weiteres Tool neben Global Forest Watch ist die Plattform „Global Risk Assessment Services" (https://www.gras-system.org/, GRAS). Gras erlaubt ebenfalls eine Bewertung von Landnutzung und Risikoeinschätzung. Zu diesem Zweck werden umfassende, aktuelle und verlässliche Informationen zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit ausgewertet. Dies umfasst auch Landnutzungsänderungen, Kohlenstoffbestände sowie die Biodiversität einer Fläche.
GRAS bietet seinen Nutzern damit die Möglichkeit, komplexe Risikoanalysen für land- und forstwirtschaftliche Gebiete durchzuführen. Durch die Vereinheitlichung von Datenbanken aus den Bereichen Biodiversität, Kohlenstoffbestände in Ökosystemen und soziale Indizes können Risiken hinsichtlich ökologischer und sozialer Kriterien einheitlich und transparent überprüft werden. Eine besondere Stärke des Tools ist der eigens entwickelte Algorithmus zur Identifikation von Landnutzungsänderungen bis zurück ins Jahr 2000. In Kombination mit hoch-auflösenden Satellitenbildern kann der interessierte Nutzer den Umbruch von Wäldern und anderen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion rückverfolgen. Dadurch lassen sich transparent Nachhaltigkeitskriterien wie die Zero-Deforestation-Strategie implementieren und nachweisen.
Analog zu Global Forest Watch hilft auch Gras den Produktherstellern und Händlern, schnell und sicher auf offene Fragen zu möglichen Landnutzungsänderungen zu reagieren. Aus den Ergebnissen der unterschiedlichen Risiko- und Landnutzungsänderungsanalysen kann ein Bericht automatisiert erstellt werden.
Anlässlich der UN-Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 12. November daher auch: „Bioökonomie geht einher mit einem weltweit steigenden Handelsaufkommen an Biomasse. Dies mit dem Schutz wertvoller Lebensräume und dem Klimaschutz in Einklang zu bringen – dabei kann uns das neue GRAS-System unterstützen. GRAS soll uns künftig noch umfangreichere und genauere Daten zu noch mehr land- und forstwirtschaftlichen Flächen weltweit liefern und so den Aufbau nachhaltiger und entwaldungsfreier Lieferketten erleichtern. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der klimaschädlichen Emissionen aus Entwaldungen geleistet werden.“
 
Nachhaltige Beschaffung in Unternehmen
Sustainable Procurement Barometer von Supply Change

Auch in 2017 zeigen sich das verstärkte Wachstum und die zunehmende Komplexität von unternehmerischen Verpflichtungen, um eine rohstoffbedingte Entwaldung weiter zu reduzieren. Supply Change, eine von Forest Trends ins Leben gerufene Initiative, soll Unternehmen, Investoren, Regierungen und die Zivilgesellschaft künftig dabei unterstützen, negative Umweltauswirkungen durch ein verbessertes Lieferkettenmanagement zu verhindern und zu begrenzen.
Zu diesem Zweck überprüft Supply Change inzwischen mehr als 760 unternehmerische Verpflichtungen und hat darüber hinaus einen Katalog an Implementierungsparametern und unterstützender Daten erarbeitet. Die vorliegenden Daten münden nun in dem 2017 veröffentlichten „Sustainable Procurement Barometer“, einer Umfrage von 120 Beschaffungsbeauftragten in den verarbeitenden Sektoren und aus dem Einzelhandel. Den Ergebnissen zufolge listen 97 Prozent der Befragten Nachhaltigkeit als eine ihrer Top-Prioritäten. Darüber hinaus geben 3 von 4 Interviewten an, ihre Reputation und Marke in der Wahrnehmung des Kunden durch neue, unternehmensinterne Beschaffungsgrundsätze stärken zu wollen.
Gleichzeitig erfasst das „Sustainable Procurement Barometer“ die drei größten Herausforderungen einer nachhaltigen Beschaffung. Neben dem Mangel an internen Ressourcen sind dies vor allem Schwierigkeiten, die Nachhaltigkeitsperformance der Lieferanten nachzuverfolgen sowie finanzielle Bedenken, die im Rahmen einer unternehmensinternen Umstellung der Prozesse für eine nachhaltige Beschaffung entstehen.

Hier können Sie das „Sustainable Procurement Barometer“ ansehen.
 
Bericht des Roundtable on Sustainable Palm Oil
RSPO wirkt

Anfang 2017 hat der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) seinen Bericht über die Wirkungen des Zertifizierungssystems im vergangenen Jahr veröffentlicht. Den Ergebnissen zufolge haben sogenannte High Conservation Areas auf RSPO zertifizierten Plantagen seit dem letzten Berichtszeitraum um neun Prozent zugenommen. Darüber hinaus zeigt sich, dass von den seit 2009 eingereichten 63 Beschwerden 41 gemeldete Vorfälle inzwischen geschlossen wurden oder zur weiteren Überwachung stehen. Des Weiteren sind inzwischen mehr als 2,8 Millionen Hektar in 14 Ländern und insgesamt fast 2500 Kleinbauern nach RSPO zertifiziert. Mit mehr als 2900 registrierten Plantagen, Hersteller von Ölpalmprodukten, Einzelhändlern, die Ölpalmprodukte vertreiben sowie Umweltverbänden und soziale Nichtregierungsorganisationen in 85 Ländern konnte der RSPO die Anzahl seiner Mitglieder im Vergleich zu 2015 um fast 30 Prozent steigern.


+ Hier können Sie den Bericht des RSPO in englischer Sprache downloaden.

 
Presseschau
Palmöl: Ist das Pflanzenfett wirklich krebserregend?

Stiftung Warentest (04.02.2017)
„Palmöl ist ein umstrittenes Pflanzen­fett. Es gilt als ungesund und umwelt­schädlich. In Italien verbannen es Hersteller aktuell aus ihren Lebens­mitteln. Der Grund: Palmöl soll krebs­er­regend sein. Mit diesem General­verdacht wird dem Öl jedoch Unrecht getan."
https://www.test.de/Palmoel-Ist-das-Pflanzenfett-wirklich-krebserregend-5135271-0/

Greenpeace (17.01.2017)
„Eine rücksichtslose Palmölindustrie facht die Waldbrände in Indonesien an – doch deren Geld kommt von internationalen Banken. Ein neuer Greenpeace-Report zeigt die Verstrickungen.“
https://www.greenpeace.de/themen/waelder/pakt-mit-dem-feuerteufel

Welt ohne Hunger (19.01.2017)
„Für die Herstellung von Palmöl, Fleisch oder Möbeln werden in den Tropen weiter Regenwälder gefällt. Höchste Zeit zu handeln. Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch.“
https://www.weltohnehunger.org/beitraege-ausgabe1/kein-regenwald-fuer-unseren-konsum.html

SWR Marktcheck (07.02.2017)
„Unterwegs im Supermarkt. Kekse, Fertiggerichte, Kindernahrung, Müsli – sie alle haben etwas gemeinsam: Palmöl.“
https://swrmediathek.de/player.htm?show=b0c11c50-ed6e-11e6-9102-005056a12b4c

Mongabay (07.02.2017)
„More and more corporate palm oil users are promising to clean up their supply chains. But a new report says firms may have underestimated the availability of ethically produced oil, jeopardizing those pledges."
https://news.mongabay.com/2017/02/will-there-really-be-enough-sustainable-palm-oil-for-the-whole-market/


Eco-Business (27.01.2017)
„A group of 19 environmental groups, investors, and reporting bodies has produced a set of guidelines to help palm oil companies, manufacturers, and retailers communicate their sustainability efforts in a transarent and clear way."
http://www.eco-business.com/news/new-reporting-guidelines-set-benchmark-for-palm-oil-transparency/


Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (01/2017)
„Expanding oil palm cultivation in Indonesia: changing local water cycles raises risks of droughts and floods.”
www.die-gdi.de/en/briefing-paper/article/expanding-oil-palm-cultivation-in-indonesia-changing-local-water-cycles-raises-risks-of-droughts-and-floods/


Reporting Guidance For Responsible Palm (01/2017)
20 Nichtregierungsorganisationen, unter ihnen Conservation International oder Oxfam, haben jüngst die Reporting Guidance For Responsible Palm veröffentlicht. Die Untersuchung ist eine Anleitung zur Berichterstattung, die auf eine verstärkte Rechenschaftspflicht für eine verantwortungsvolle Palmölproduktion abzielt.
http://www.mightyearth.org/wp-content/uploads/2016/07/Ceres_PalmOil_ReportingGuidance_010917.pdf
 
 

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 04/2016


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 04/2016
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

2016 neigt sich dem Ende zu, es ist einiges passiert: Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) hat die Studie „Der Palmölmarkt in Deutschland 2015“ erfolgreich veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen unserer Generalversammlung präsentiert – und heiß diskutiert. Im Juli diesen Jahres hat uns der Bayrische Rundfunk für einen Beitrag besucht. Sie finden die Doku in der Presseschau am Ende dieses Newsletters. Das FONAP wiederum hat seine Arbeit im Rahmen der Europäischen Palmöl-Konferenz in Warschau vorgestellt. Wie Biokraftstoffe in Deutschland produziert werden können, ohne dadurch Landnutzungsänderungen auszulösen, hat derweil das Projekt „Governance zur Verminderung von indirekten Landnutzungsänderungen“ (GoViLa) untersucht. Auch diese Ergebnisse können Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters nachlesen. Zum Abschluss des Jahres lädt das FONAP seine Mitglieder zum ersten Lieferantentag, um mit ihnen über Umwelt- und Sozialstandards in der internationalen Palmölproduktion und in Zertifizierungssystemen zu diskutieren. Unternehmen, die an einer Mitgliedschaft im FONAP interessiert sind, sind ebenfalls herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Was Sie dafür tun müssen, lesen Sie auf den folgenden Seiten.
Viel Spaß dabei wünscht,

Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Generalversammlung des FONAP in Berlin
» Abschlussbericht von GoViLa
» Bericht von Greenpeace
» 1. Lieferantentag des FONAP
» Veranstaltung der European Palm Oil Alliance in Warschau
» Kurz notiert
» Presseschau
 
Generalversammlung des FONAP in Berlin
Nachhaltiger, immer nachhaltiger

Am Dienstag, 27. September, hat das Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP) seine jährliche Generalversammlung in Berlin veranstaltet. Rund 100 Vertreter von Bundesregierung, Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen (NGO) kamen zusammen, um sich über Palmöl, die Möglichkeiten, aber auch die Herausforderungen einer nachhaltigen Produktion auszutauschen.
Wie lassen sich verbindliche Umwelt- und Sozialstandards in der internationalen Palmölproduktion und in Zertifizierungssystemen wie dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) verankern? Und welchen Beitrag kann eine deutsche Initiative wie das FONAP leisten, um den Einsatz von hochgiftigen Pestiziden und den Anbau von Ölpalmen auf Regenwaldflächen oder Torfböden in den Erzeugerländern weiter einzudämmen? Antworten auf diese Fragen geben etwa Vertreter verschiedener Zertifizierungssysteme und der WWF. Durch den parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, fordert Minister Christian Schmidt die deutsche Wirtschaft erneut auf, künftig ausschließlich zertifiziertes Palmöl einzukaufen. Gleichzeitig lässt er ausrichten, dass vor allem das FONAP „in den vergangenen 12 Monaten einiges zum Positiven verändern konnte“.
Dies zeigt auch der Blick auf eine aktuelle Studie des FONAP, die den Verbrauch von Palmöl und Palmkernöl in Deutschland im Jahr 2015 analysiert. Wichtigstes Ergebnis: Entgegen der weltweiten Entwicklung ist der Verbrauch von konventionellem Palmöl in Deutschland seit 2013 rückläufig. Der Anteil an nachhaltigem Palmöl hingegen stieg im selben Zeitraum signifikant. Insgesamt stammen rund 72 Prozent der 1,2 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl in Deutschland aus einer nachhaltigen Produktion. Zu diesem Erfolg trägt auch das Forum Nachhaltiges Palmöl bei.
Deutlich wird an diesem Tag aber auch: Bei einem verbraucherfernen Einsatz von Palmöl – etwa in Futtermitteln, Pharmazie, Chemie oder in industriellen Reinigern – wird nach wie vor kaum Wert auf zertifiziertes Palmöl oder Palmkernöl gelegt. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Reaktionen der verschiedenen Branchen auf die Frage aus, wie der Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls in Deutschland auf 100 Prozent gesteigert werden kann. Denn, dass ein Verzicht auf Palmöl keine Lösung im Sinne der Nachhaltigkeit ist, macht eine Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) deutlich. „Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern“, fasst Ilka Petersen vom WWF zusammen.
Und obwohl sich die Teilnehmer über das Wie uneinig sind, am Ende der Veranstaltung ist klar: Je mehr Unternehmen auf nachhaltiges Palmöl setzen, desto stärker werden sich auch die Produktionsbedingungen vor Ort verändern.

Haben Sie Interesse an den Präsentationen der Generalversammlung. Dann wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des FONAP unter sekretariat@forumpalmoel.org.

Die Ergebnisse der Studie „Der Palmölmarkt in Deutschland 2015“ können Sie hier herunterladen.
 
Abschlussbericht von GoViLa
Wie viel Anbaufläche wird für Biokraftstoffe gebraucht?

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) der Europäischen Union (EU) sieht nach heutiger Rechtslage vor, dass die Mitgliedsstaaten den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor jeweils auf 10 Prozent bis 2020 energetisch steigern. Wie dabei zukünftig Biokraftstoffe in Deutschland produziert werden können, ohne dadurch Landnutzungsänderungen auszulösen, hat das Projekt „Governance zur Verminderung von indirekten Landnutzungsänderungen“ (GoViLa) der Technischen Universität Darmstadt untersucht. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unterstützt.
Die Ergebnisse des Projekts mit Forschungsansatz für Deutschland, Brasilien, Indonesien und die Ukraine zeigen, dass regionale Good Governance die Art und das Ausmaß von Landnutzungsänderungen erheblich beeinflussen und zu einer wesentlichen Reduzierung der Kohlenstoffemissionen führen kann. Good Governance wird in diesem Zusammenhang vor allem als eine Kombination von Effizienzerhöhungen im Agrarsektor und dem effektivem Schutz sensibler Flächen verstanden. Mit diesen gehen die Verringerung von Landnutzungsänderungen sowie eine Entkopplung von Kohlenstoffemissionen einher. Dabei sind vor allem nationale Zielsetzungen zur Nutzung von Biokraftstoffen von großer Bedeutung. Eine wichtige Rolle für die Verminderung von Treibhausgasen durch ein verbessertes Landmanagement spielt Indonesien. Dies liegt daran, dass hier insbesondere auf Torfböden angebaut wird. Konkrete Maßnahmen, die Good Governance im Landmanagement ermöglichen, sind neben der Implementierung einer einheitlichen Kartengrundlage zu Landrechten, Landnutzung und Schutzgebieten eine Erhöhung der Verwaltungseffizienz, die Umsetzung des Moratoriums sowie die nationale Zertifizierung der Palmölproduktion.

Den ausführlichen Forschungsbericht, eine deutsche und englische Zusammenfassung sowie einen englischen Synthesis-Report können Sie unter dem folgenden Link abrufen: http://www.govila.tu-darmstadt.de/govila_govila/publikationen_8/publikationen.de.jsp
 
Bericht von Greenpeace
Weiter Abholzung artenreicher Tropenwälder durch IOI

Die Ausmaße der verheerenden Waldbrände in Indonesien und Malaysia im vergangenen Jahr sind offenbar noch schlimmer, als zuvor befürchtet. Wie eine gemeinsame Studie von Harvard und der Columbia University jetzt zeigt, forderten die Brände insgesamt mehr als 100.000 Todesopfer, allein in Indonesien sind es rund 91.000. Verantwortlich dafür gemacht wird unter anderem der zweitgrößte malaysische Palmölproduzent IOI. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, große Gebiete in Indonesien illegal und gegen die Richtlinien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) durch Brände zerstört zu haben. Als Konsequenz wurde IOI im April dieses Jahres vom RSPO suspendiert, bereits im August aber rehabilitiert.
In einem neuen Bericht von Greenpeace International finden sich nun erneut Hinweise, dass auch Zulieferer des suspendierten Palmölgiganten in zuvor brennenden Gebieten neue Plantagen errichtet haben. Immer wieder kam es zu Menschenrechtsverletzungen, selbst Fälle von Kinderarbeit konnten nachgewiesen werden. Zudem sind einige Zulieferer an der Rodung des Urwaldes in Papua beteiligt, einer indonesischen Provinz, die bislang noch weitgehend von der Waldzerstörung verschont blieb. „Weil IOI sein Palmöl von diesen Unternehmen bezieht, macht der Konzern sich mitschuldig an Urwaldzerstörung, vorsätzlicher Brandrodung und Menschenrechtsverletzungen. Greenpeace rät Firmen, solange kein Palmöl (direkt und indirekt) der IOI Gruppe zu beziehen, bis der Konzern glaubwürdig nachweisen kann, dass das Palmöl in seinen Lieferketten nicht länger auf Kosten der Wälder und Menschen produziert wird“, so Gesche Jürgens, Expertin für Wälder und Palmöl bei Greenpeace.
Es ist nicht das erste Mal, dass die malaysische Firma mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 3 Milliarden Franken in die Schlagzeilen gerät. Vor sechs Jahren schlugen NGOs hierzulande Alarm. IOI soll systematisch Regenwald-Ökosysteme zerstört und die Landrechte der Ureinwohner auf Borneo verletzt haben, hieß es seinerzeit.
 
1. Lieferantentag des FONAP
Nachhaltiges Palmöl und Zusatzkriterien - wie geht das?

Die nachhaltige Beschaffung von zertifiziertem Palmöl soll die Einhaltung von sozialen und ökologischen Anforderungen über die gesamte Lieferkette einer Organisation sicherstellen. Dafür spielen insbesondere Lieferanten eine wichtige Rolle. Welchen Beitrag aber können das FONAP, seine Mitglieder und deren Lieferanten leisten, um den Einsatz hochgiftige Pestizide und den Anbau von Palmöl auf Regenwaldflächen und Torfböden in den Erzeugerländern weiter einzudämmen? Und wie lässt sich die Rückverfolgbarkeit von Palmöl entlang der gesamten Lieferkette gewährleisten. Diese und weitere Fragen werden Thema des ersten FONAP-Lieferantentages sein, der am 01. Dezember in den Räumlichkeiten des Gustav-Stresemann-Instituts in Bonn stattfinden wird.
Sie sind Lieferant eines FONAP-Mitglieds und haben Interesse an einer Teilnahme? Sie sind (noch) kein Mitglied im Forum und möchten unsere Selbstverpflichtung kennenlernen? Dann sprechen Sie uns an. Wir senden Ihnen gern das Programm und die Anmeldeinformationen zu.
 
Veranstaltung der European Palm Oil Alliance in Warschau
Kein Palmöl ist keine Lösung für nachhaltige Entwicklung

Am 05. und 06. Oktober hat die Europäische Palmöl Konferenz in Warschau stattgefunden. Unter dem Motto „Palmöl: Eine innovative Zutat für eine nachhaltige Zukunft“ kamen zahlreiche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie zusammen. Gemeinsam diskutierten sie Nachhaltigkeitsfragen und gesundheitliche Aspekte rund um Palmöl. Auf dem Podium vertreten war auch das Forum Nachhaltiges Palmöl, das seine ambitionierte Selbstverpflichtung und seine Arbeit dem europäischen Publikum vorgestellt hat. Egal in welcher Form, eine Initiative für nachhaltiges Palmöl in Polen würde vom FONAP begrüßt. Dies machte Maike Möllers stellvertretend für das FONAP deutlich. Eva Oskam vom Außenministerium der Niederlande hob diese Forderung im Rahmen ihrer Vorstellung der Amsterdam Deklaration ebenfalls hervor. Sie stellte die Zusammenarbeit innerhalb der Unterzeichnerstaaten zum Thema Palmöl vor und ermunterte weitere EU-Staaten, die Amsterdam Deklaration zu unterzeichnen. In der Amsterdam Deklaration heißt es: „Europa ist der zweitgrößte Importeur von Palmöl und Heimat einiger der größten Marken und Konzerne. Europa kann damit ein wichtiger weltweiter Signalgeber werden, wenn es zu einem nachhaltigeren Handel mit Palmöl kommt.“ Damit dies gelinge, brauche es weitere Unterstützung. Und auch der WWF betonte, dass der Weg zu nachhaltigem Palmöl in Europa noch ein weiter sei: So habe keines der polnischen Unternehmen auf die Anfrage des WWF zur Erstellung der jährlichen Scorecard geantwortet.

+ Erfahren Sie mehr zum Thema.

 
Kurz notiert
Parlamentarisches Frühstück von BMEL und FONAP

Nach der erfolgreichen Generalversammlung im September arbeitet das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) mit Hochdruck an zwei weiteren Veranstaltungen, die noch in diesem Jahr stattfinden werden. Dazu gehört neben dem bereits erwähnten Lieferantentag auch ein parlamentarisches Frühstück. Hier werden das Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das FONAP ihr Engagement für nachhaltiges Palmöl vorstellen.
Unter dem Titel „Nachhaltiges Palmöl: Anspruch oder Wirklichkeit? Die Rolle Deutschlands auf einem globalen Markt“ laden BMEL und FONAP Ende November gemeinsam Bundestagsabgeordnete ein, mehr über die Arbeit des FONAP zu erfahren. Gemeinsam mit dem parlamentarischen Staatssekretär des BMEL, Peter Bleser, stehen Merlin Koene, Vorstandsvorsitzender des FONAP, sowie die Leiterin Landwirtschaft und Landnutzungswandel des World Wide Fund For Nature, Martina Fleckenstein, Rede und Antwort.

Palmöl im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments
Am 28. November wird die tschechische Europaabgeordnete Kateřina Konečná ihren Report zum Thema Palmöl im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel vorstellen. Die Abgeordnete der Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke betrachtet insbesondere die Gesundheitsrisiken von Palmöl kritisch. Bereits in vorherigen Anfragen hatte Konečná die Kommission aufgefordert, regulatorische Maßnahmen zu ergreifen, die Glycidyl-Fettsäureester in Palmöl begrenzen. Der Agrarausschuss wird zu dem Report eine Stellungnahme abgeben. Im kommenden Jahr wird der Report zunächst im Umweltausschuss und dann im Plenum verabschiedet. Zwar hat der Report des Europäischen Parlaments keine direkten legislativen Auswirkungen, er definiert jedoch die Meinung des Europäischen Parlaments, auf die sich bei weiteren Anträgen zukünftig berufen wird.

Antrag von Bündnis 90/Die Grünen
In der vorangegangenen Ausgabe unseres Newsletters haben wir bereits über den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Verbindliche Umwelt- und Sozialstandards in der Palmölproduktion" berichtet. Nachdem der Antrag in der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause bereits debattiert wurde, erfolgt die weitere Diskussion und Abstimmung des Antrages nun am 30. November im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ).
In der Begründung des Antrags heißt es, der internationale Palmölboom „gehe mit gravierenden sozialen und ökologischen Konsequenzen“ einher. Daher fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unter anderem, verbindliche Umwelt- und Sozialstandards in der internationalen Palmölproduktion zu verankern. Dies umfasst insbesondere die Erlassung eines europäischen Importverbots für Palmöl, das keine sozialen und ökologischen Mindeststandards erfüllt, die Erarbeitung einer nationalen Reduktionsstrategie, um den deutschen Verbrauch von Palmöl langfristig zu senken sowie die Ausweitung der Kennzeichnungspflicht für kritische Produkte wie Kosmetika, Waschmittel und Agrokraftstoffe, die Palmöl enthalten.
 
Presseschau
Palmöl - Die schwierige Suche nach Alternativen

Bayrischer Rundfunk – Faszination Wissen (11.10.2016)
„Umweltschädlich und unsozial, das sind gravierende Nebenwirkungen und die haben dem Palmöl ein ordentliches Imageproblem beschert. Das ist den Produzenten von Palmöl durchaus bewusst. Heute gibt es eine ganze Reihe von Qualitätssiegeln. Das bekannteste von ihnen ist der RSPO. […] Wir haben zwei Menschen getroffen, die sich dafür einsetzen, dass diese Qualitätssiegel besser werden.“
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/faszination-wissen/palmoel-raubbau-regenwald-alternative-video-100.html#tab=bcastInfo&jump=tab

Rural21 (23.09.2016)
„An interdisciplinary team of scientists from Germany and Indonesia assessed the ecosystem functions in oil palm plantations as compared to lowland forests. They found that in oil palm plantations, eleven out of 14 ecosystem functions showed a net decrease, some with an irreversible global impact.”
http://www.rural21.com/english/scientific-world/detail/article/reduced-ecosystem-functions-in-oil-palm-plantations-00002043/

The Guardian (20.10.2016)
„Bacchus Wilson Panyonnoh, a 35-year-old palm oil worker, and Lee Sworh, a community activist, live in the remote forests of south-east Liberia. Both have been affected by the arrival of Golden Veroleum Liberia to build one of the country’s largest palm oil plantations. For Panyonnoh, it offers the chance of a better life but Sworh wants it off the land.”
https://www.theguardian.com/sustainable-business/video/2016/oct/20/palm-oil-liberia-hope-anger-one-of-africa-poorest-countries-video?CMP=ema-1706&CMP

Greenpeace Magazin (10.10.2016)
„Wo Ölpalmen in Reih und Glied stehen, ist für bedrohten Arten wie Orang-Utan oder Bonobo kein Platz mehr. Palmöl steckt heute in jedem zweiten Supermarktartikel. Und die Nachfrage nach dem billigen Rohstoff steigt weiter. In den Hauptanbaugebieten in Südostasien mussten riesige Waldgebiete den Plantagen weichen. Weil die Expansion dort an ihre Grenzen stößt, roden die Plantagenbetreiber nun auch Regenwälder in Afrika.“
https://www.greenpeace-magazin.de/die-spur-des-palmoels
 
 

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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 03/2016


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 03/2016
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

wissen Sie, was passieren würde, wenn Deutschland Palmöl boykottiert und durch andere Pflanzenöle ersetzt? Würden sich die negativen Umweltauswirkungen durch den einfachen Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle reduzieren lassen? Und welche ökologischen Auswirkungen hätte die Substitution von Palmöl? Diesen Fragestellungen ist eine Studie des WWF auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Durch den einfachen Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle werden die Probleme nicht gelöst, sondern verlagert und möglicherweise verschlimmert. Erfahren Sie mehr über die Ergebnisse der Studie in dieser Ausgabe des Newsletters.
Darüber hinaus berichten wir über die größte, jüngst zertifizierte Kleinbauern-Gruppe und stellen Ihnen die drei neuen Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) vor. Der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC), ebenfalls Mitglied im FONAP, wurde derweil erneut von der Europäischen Kommission als Zertifizierungssystem anerkannt, das den Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (Renewable Energy Directive – RED) entspricht. Diese und viele weitere spannende Themen können Sie auf den folgenden Seiten nachlesen.

Viel Spaß dabei wünscht

Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Ferrero Deutschland, SPEICK Naturkosmetik und Henglein GmbH
» Auf der Ölspur
» Zertifizierung vom RSPO
» Freiwilliger Rücktritt von der Zertifizierung
» ISCC wieder anerkannt
» Nachhaltiges Palmöl bis 2020
» Antrag von Bündnis 90/Die Grünen
» Veranstaltung der European Palm Oil Alliance in Warschau
» Webinare
» Presseschau
 
Ferrero Deutschland, SPEICK Naturkosmetik und Henglein GmbH
Drei Neue für das FONAP

Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) kann sich erneut über Verstärkung freuen: Im Juni haben Ferrero Deutschland und SPEICK Naturkosmetik die Selbstverpflichtung unterzeichnet und sind damit offizielle Mitglieder des FONAP. Ferrero ist einer der größten international tätigen italienischen Süßwarenhersteller mit weltweit 20 Produktionsstätten und rund 33.000 Mitarbeitern. Ferrero setzt dabei vor allem auf die umfassende Achtung der Menschenrechte und Nachhaltigkeit bei den verwendeten Rohstoffen. Dies gilt insbesondere für Beschaffung von Palmöl. So hat sich Ferrero beispielsweise verpflichtet, nur Palmöl zu beziehen, für das keine Rodungen vorgenommen wurden. Darüber hinaus beteiligt sich Ferrero seit November 2014 an der Palm Oil Innovation Group (POIG). POIG baut auf den RSPO-Standards auf und berücksichtigt zudem weitere soziologische und ökologische Aspekte. Ferrero verwendet bereits seit Ende 2014 zu 100 Prozent nachhaltiges, segregiertes Palmöl nach RPSO-Standard– und damit Palmöl, das physisch bis zur Mühle rückverfolgt werden kann. Dank einer Charta, die in Zusammenarbeit mit TFT durchgeführt wird, ist es Ferrero möglich, die Rückverfolgbarkeit nun auch von der Mühle bis zur Plantage zu sichern.
Die hohen Anforderungen an nachhaltiges unternehmerisches Handeln teilt das 1928 von dem Unternehmer Walter Rau gegründete Familienunternehmen SPEICK Naturkosmetik. Auch fast 90 Jahre nach seiner Gründung setzt sich SPEICK Naturkosmetik für ein ganzheitliches Verständnis von Mensch und Natur ein. Und das mit großem Erfolg: Als erste und bislang einzige Kosmetikmarke wurde die Marke SPEICK im Jahr 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt SPEICK Naturkosmetik den CSR-Preis der Bundesregierung, der das besondere Engagement des gesamten Unternehmens für Nachhaltigkeit würdigt. Und auch für die Hans Henglein & Sohn GmbH ist Nachhaltigkeit ein Eckpfeiler der Unternehmensstrategie. Das 1936 als Fuhrbetrieb gegründete Unternehmen ist inzwischen einer der international führenden Hersteller von Kloßteig, Kartoffelnudeln und Teigwaren mit rund 800 Mitarbeitern an zwei Standorten. Zentraler Ansatz der Firmenphilosophie ist es, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu vereinen und so zur langfristigen Unternehmenssicherung beizutragen. Das bedeutet kontinuierliche Verbesserungen über die gesamte Versorgungskette, Umweltschutz, ein soziales und ethisches Wertesystem sowie nachhaltige Beschaffung. Die Hans Henglein & Sohn GmbH ist bereits seit 2012 Mitglied des RSPO – damit unterstreicht das Unternehmen seine Bemühungen hin zu einer kompletten Lösung für segregiertes Palmöl.
Das FONAP begrüßt seine jüngsten Mitglieder und freut sich auf einen regen Austausch, um gemeinsam an der Erreichung der gesteckten Ziele zu arbeiten.
 
Auf der Ölspur
WWF veröffentlicht Studie zu deutschem Palmöl-Ersatz

Was würde passieren, wenn Deutschland Palmöl boykottiert und durch andere Pflanzenöle austauscht? Dieser Frage geht eine aktuelle Studie des WWF nach. Das Ergebnis: Der Ersatz durch Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- oder Rapsöl hätte einen massiv höheren Flächenbedarf zur Folge, die Treibhausgasemissionen stiegen an und Tiere und Pflanzen wären stärker gefährdet, als es die globalen Palmölplantagen derzeit tun.
Dem WWF zufolge verbraucht Deutschland jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl. Davon gehen 41 Prozent in Biodiesel und 40 Prozent in Nahrungs- und Futtermittel. Weitere 17 Prozent werden laut WWF von der Industrie für Reinigungsmittel, Kosmetika und Pharmaprodukte verwendet. Würde Deutschland das Palmöl komplett austauschen, wären dafür rund 1,4 Millionen Hektar mehr Anbaufläche für die Gewinnung der „Ersatz-Pflanzenöle“ notwendig. Zu diesem Mehrbedarf an Fläche kommt es, weil keine andere Pflanze auf einem Hektar Land so hohe Öl-Erträge wie die Ölpalme erzielt. Raps, Kokos und Sonnenblume bringen im Durchschnitt nur rund 0,7 Tonnen Öl pro Hektar. Soja sogar noch weniger. Zum Vergleich: Die Ausbeute bei Ölpalmen liegt bei durchschnittlich 3,3 Tonnen pro Hektar.
Daher prognostizieren Modellberechnungen dementsprechend gravierende, negative Effekte für die biologische Vielfalt. Denn durch den zusätzlichen Flächenbedarf würden weltweit Ökosysteme zusätzlich unter Druck geraten. Dies trifft insbesondere bei einem Ersatz durch Kokos- und Sojaöl zu, die ebenfalls im tropischen Gürtel der Erde angebaut werden. So müsste bei einem Palmöl-Aus in Deutschland selbst Indonesien, das derzeit wichtigstes Anbauland für Ölpalmen, mit negativen Effekten für seine ohnehin stark bedrohte Fauna und Flora rechnen.
Und auch der Ausstoß von Treibhausgasen würde in Folge des gestiegenen Flächenbedarfs und der damit einhergehenden Landnutzungsänderungen anschwellen. Von rund 309 Mio. Tonnen zusätzlichen Emissionen geht das WWF-Szenario aus. Das entspräche etwa einem Drittel des jährlichen CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik. Lediglich bei einem Austausch von Palmöl durch heimische Öle aus Raps und Sonnenblumen würde die weltweite biologische Vielfalt weniger leiden. Aber auch dafür sei keine unbegrenzte Fläche vorhanden. Daher führe nach Ansicht des WWF kein Weg daran vorbei, den Anbau von Palmöl und anderen Ölpflanzen umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Gleichzeitig müsse aber auch der Bedarf durch bewussteren Konsum drastisch gesenkt werden.

Hier können Sie die Studie downloaden.
 
Zertifizierung vom RSPO
Nachhaltiges Palmöl von der weltgrößten Kleinbauerninitiative

2.700 Kleinbauern, mehr als 5.500 Hektar und ab sofort fast 92.000 Tonnen zertifiziertes Palmöl jährlich: Die Gruppe „Sapta Tunggal Mandiri“ (STM) ist die bislang größte Gruppe unabhängiger Kleinbauern, die eine Zertifizierung des Roundtable On Sustainable Palm Oil (RSPO) erhalten hat. Künftig wird die Kleinbauerninitiative, die aus sieben Dorfgemeinschaften in Süd-Sumatra besteht, ihre Produkte als nach Mass Balance zertifiziert verkaufen können.
Kleinbauern nehmen in der Palmöl-Industrie eine zentrale Rolle ein, sind sie doch für rund 40 Prozent des global produzierten Palmöls verantwortlich. In den vergangenen Jahren hat die Industrie daher gemeinsam mit Kleinbauern immer wieder an ihrer Nachhaltigkeit gearbeitet, um deren Einkommen und damit die Lebenssituation der Kleinbauern und ihrer Familien zu verbessern. Bis heute hat der RSPO so mehr einer Vielzahl von Kleinbauern dabei geholfen, sich erfolgreich zertifizieren zu lassen und Partnerschaften mit anderen Kleinbauern, NGOs und dem Privatsektor aufzubauen.
Das Forum Nachhaltiges Palmöl NAP beglückwünscht die „Sapta Tunggal Mandiri“ zur Erreichung der Zertifizierung. Diese macht deutlich, dass auch große Initiativen – in Zusammenarbeit mit Palmölproduzenten, Kleinbauern, lokalen Gemeinschaften, NGOs wie auch der Regierung - erfolgreich zertifiziert werden können. Die ersten Kleinbauerngruppen der Welt, die 2012 in Thailand zertifiziert wurden, hatten teils Gruppengrößen von weniger als 50 Kleinbauern. Das FONAP ermutigt alle Stakeholder in den Palmöllieferketten, großflächige Scaling-Ansätze zu verfolgen, um die Anzahl der Zertifizierungen kontinuierlich weiter zu erhöhen.
 
Freiwilliger Rücktritt von der Zertifizierung
Nach Problemen in der Lieferkette

Die Federal Land Development Authority (Felda) und sein angeschlossenes Unternehmen, die Felda Global Ventures Holdings Bhd (FGV), sind freiwillig von der RSPO-Zertifizierung von 58 Mühlen in Malaysia zurück getreten. Dies gab Felda bereits im Mai dieses Jahres bekannt. Grund für die Aufgabe der Zertifizierung sind nach Angaben des Unternehmens Probleme, die in der eigenen Lieferkette auftreten. Felda plane daher einige strukturelle Änderungen, um potentielle Risiken zu minimieren.
Gleichzeitig erwägt Felda eine erneute Zertifizierung der Mühlen in den kommenden drei Jahren. Der jetzige Rücktritt von der Zertifizierung, so das Unternehmen, erlaube zudem eine integrativere Zertifizierung zwischen kommerziellen Plantagen der FGV und Kleinbauern der Felda.
Wie die Gruppe mitteilte, bleiben Felda und FGV aber weiterhin Mitglied des RSPO. Gleichzeitig betrifft der freiwillige Rückzug von der Zertifizierung der vorgelagerten Mühlen weder die Lieferkettenzertifizierung der Zerkleinerungsanlangen, noch die der nachgelagerten Raffinerien. Dennoch resultiert aus der Aufgabe der Zertifizierung aktuell ein deutlich vermindertes Angebot von nach RSPO zertifiziertem Palmöl in den Handelsoptionen Mass Balance (MB) und segregiert (SG).
 
ISCC wieder anerkannt
Europäische Kommission bestätigt Zertifizierungssystem

Der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) wurde erneut als System zur Zertifizierung für nachhaltige Biomasse und flüssige Bioenergie, sprich Kraftstoff und Strom, von der Europäischen Kommission in Brüssel anerkannt. Die Entscheidung der Kommission wurde am 10. August im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. ISCC ist ein internationales, praxiserprobtes Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeit und Treibhausgaseinsparungen, das den Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (Renewable Energy Directive – RED) entspricht.

+ Erfahren Sie mehr zum Thema.

 
Nachhaltiges Palmöl bis 2020
Auch Norwegen unterzeichnet Amsterdam Deklaration

Spätestens im Jahr 2020 wollen mehrere europäische Länder Palmöl ausschließlich aus nachhaltiger Produktion beziehen. Damit soll vor allem den illegalen Abholzungen tropischer Regenwälder in den Anbaugebieten ein Ende gesetzt werden. Dieses Ziel haben sich unter anderem Deutschland, die Niederlande und Dänemark in der sogenannten Amsterdam Deklaration gesetzt. Mit Norwegen engagiert sich nun ein weiteres europäisches Land für nachhaltiges Palmöl. Im August dieses Jahres hat der zuständige Minister für Klima und Umweltschutz, Vidar Helgesen, die Amsterdam Deklarationen unterzeichnet. In der Deklaration heißt es: „Als größte Wirtschaft der Welt, hat Europa die Verantwortung und die Möglichkeit, die Weltwirtschaft auf einen nachhaltigeren Weg zu bringen. Europa ist der zweitgrößte Importeur von Palmöl und Heimat einiger der größten Marken und Konzerne. Europa kann ein wichtiger weltweiter Signalgeber werden, wenn es zu einem nachhaltigerem Handel mit Palmöl kommt.“ Der Beitritt Norwegens ist damit ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

+ Hier können Sie die Amsterdam Deklaration nachlesen.

 
Antrag von Bündnis 90/Die Grünen
Bundestag debattiert über Palmöl

Am 08. Juli hat der Deutsche Bundestag die internationale Palmölproblematik diskutiert. Die Debatte geht zurück auf einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8398). In diesem wird die Bundesregierung aufgefordert, verbindliche Umwelt- und Sozialstandards in der internationalen Palmölproduktion zu verankern. In der Begründung des Antrags heißt es, der internationale Palmölboom gehe mit „gravierenden sozialen und ökologischen Konsequenzen“ einher. Als wichtigste Anbaugebiete seien Schwellen- und Entwicklungsländer am schwersten von den negativen Folgen der industriellen Palmölproduktion betroffen. Die Grünen verweisen darauf, dass die Produktion sich seit 1990 nahezu versechsfacht hat. Angeprangert wird dabei vor allem die Zerstörung von Torf- und Regenwäldern, für die nach Ansicht der Grünen insbesondere industrielle Großplantagen verantwortlich sind.
In der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause debattierten die Abgeordneten rund 45 Minuten lang in erster Lesung. Die vier Redner aus den Fraktionen B90/Grüne, CDU/CSU, SPD und DIE LINKE berichteten übereinstimmend, dass es große Probleme in der Palmölproduktion gebe und verwiesen dabei in erster Linie auf die Waldbrände in Indonesien. Der Sprecher von B´90/Grüne stellte in seiner Rede die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen in Frage und forderte von der Bundesregierung verbindliche gesetzliche Regelungen. Einig schienen sich alle Vertreter vor allem darin zu sein, dass die Nutzung von Palmöl als Biokraftstoff gestoppt werden müsse. Dafür bedürfe es konkreter Lösungen. Wie diese allerdings aussehen könnten, wurde von keinem der Redner konkretisiert. Der Antrag für die Debatte liegt nun in den Ausschüssen des Bundestags und wird dort nach der Sommerpause weiter diskutiert.

Der Antrag der Grünen im Wortlaut:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/083/1808398.pdf


+ Die Debatte im Bundestag zum Nachschauen.

 
Veranstaltung der European Palm Oil Alliance in Warschau
Palmöl: innovative Zutat für eine nachhaltige Zukunft?

Welche Rolle spielt Palmöl in der Ernährung? Wie kann die Rückverfolgbarkeit von Palmöl zum nachhaltigeren Anbau beitragen? Welche Hürden befinden sich auf dem Weg zu 100 Prozent zertifiziertem Palmöl? Und welche Rolle spielen beispielsweise Händler oder der gemeinsame Rat der palmölproduzierenden Länder auf diesem Weg? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen European Palm Oil Conference, die am 5. und 6. Oktober in Warschau stattfindet. Die Veranstaltung der European Palm Oil Alliance (EPOA) ist für alle Teilnehmer kostenfrei, eine Anmeldung noch bis zum 19. September möglich.
Besonderes Highlight der Veranstaltung: In Workshops lernen die Teilnehmer ganz praktisch, wie Schokoladenfüllungen oder Kekse mit Palmöl hergestellt werden. Darüber hinaus wird es Keynote-Vorträge zum Fortschritt der Amsterdam Deklaration sowie von Vertretern der malaysischen und indonesischen Regierung geben.
Eine Anmeldung zur Konferenz ist unter diesem Link möglich.

+ Erfahren Sie mehr über das Veranstaltungsprogramm.

 
Webinare
Einführung in den Palmölsektor und Zertifizierungssysteme

Sie möchten wissen, welche Sektoren das meiste Palmöl in Deutschland verbrauchen? Sie interessieren sich für eine Zertifizierung, wissen aber noch nicht, welche Anforderungen Sie dafür erfüllen müssen? Antworten auf diese Fragen geben eine Reihe von Webinaren mit insgesamt 3 Modulen, die das Forum Nachhaltiges Palmöl entwickelt hat. In den Online-Seminaren werden neben einer allgemeinen Einführung in den Palmölsektor die verschiedenen Zertifizierungssysteme sowie die Anforderungen an die Lieferkettensysteme (Supply-Chain-Certification) vorgestellt. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des FONAP. Wir informieren Sie gern über die nächsten Termine.

Kontakt:
sekretariat@forumpalmoel.org
 
Presseschau
Palmöl – Perfektes Fett oder Rohstoff mit verheerenden Folgen?

SR 3 Saarlandwelle (18.08.2016)
„Palmöl steht in der Kritik. Durch den Anbau von Ölpalmen wird Regenwald zerstört, außerdem kann Palmöl krank machen. Trotzdem findet sich das durchaus schmackhafte Öl in jedem zweiten Produkt im Supermarkt - selbst dort, wo man es so gar nicht erwartet.“
http://www.sr.de/sr/sr3/themen/ratgeber/palmoel100.html

Berliner Zeitung (29.08.2016)
„Wissenschaftler haben untersucht, ob der Bedarf durch andere Ölpflanzen wie Raps oder Soja gedeckt werden kann. Doch die Alternative heißt Sparen.“
http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/umstrittener-rohstoff-kein-palmoel-ist-auch-keine-loesung-24664080

Die Presse (04.09.2016)
"Ohne Palmöl geht es auch nicht, sagt der WWF. Die Alternativen schaden der Umwelt ebenso. Konzerne versprechen den Umstieg auf nachhaltiges Palmöl. Doch die Initiativen helfen dem Image meist mehr als dem Planeten."
http://diepresse.com/home/wirtschaft/energie/5079742/Raubbau-ohne-Reue

Süddeutsche Zeitung (29.08.2016)
„Die Umweltorganisation WWF hat erstmals für Deutschland genau untersucht, in welchen Produkten Palmöl steckt. Das überraschende Ergebnis der Untersuchung ist: Der größte Teil landet nicht auf dem Teller, sondern im Autotank, als Beimischung zum Diesel.“
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/palmoel-das-kleinere-uebel-1.3140310

Rural Development (18.08.2016)
Eine jüngst im Global Environmental Change veröffentlichte Studie zeigt, bis zu welchem Ausmaß Palmölplantagen zukünftig erweitert werden können, ohne dabei artenreiche Tropenwälder weiter zu schädigen.
http://www.rural21.com/nc/english/news/detail/article/expanding-palm-oil-plantations-without-deforestation-00002011/

WDR Fernsehen (13.07.2016)
„Millionen Verbraucher tanken ohne ihr Wissen schon seit Jahren mit jeder Dieseltankfüllung ein Stück Regenwald. Seit 2007 ist die Industrie staatlich verpflichtet, sieben Prozent Bio in Dieselöl zu mischen und kaum einer weiß davon.“
http://www.ardmediathek.de/tv/die-story/Wir-tanken-Regenwald-Die-L%C3%BCge-vom-%C3%96ko-/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=7486242&documentId=36534964

Der Spiegel (31.05.2016)
„Eigentlich soll Palmöl im Kraftstoff das Klima schützen. Nach Ansicht von Umweltschützern ist das Gegenteil der Fall.“
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/biokraftstoffe-europa-giert-nach-palmoel-a-1094940.html

Neue Osnabrücker Zeitung (27.07.2016)
„Ob Fertiggerichte, Kosmetika oder Reinigungsmittel: Viele Produkte enthalten heutzutage Palmöl. Doch Anbau und Ernte folgen oft weder ökologischen noch sozialen Kriterien. Welche Alternativen gibt es?“
http://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/750537/palmol-regenwald-vernichtung-furs-fruhstuck-1#gallery&0&0&750537
 
 

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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 01/2016


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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter 01/2016
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen Sie zu einer neuen Ausgabe unseres Newsletters, in der wir auch in diesem Jahr über die Arbeit des Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP), interessante Neuigkeiten rund um das Thema Palmöl und spannende Veranstaltungen informieren möchten.

Die Entwicklungen beim FONAP haben zum Ende des vergangenen Jahres richtig Fahrt aufgenommen – im November haben wir mit unseren Mitgliedern den FONAP e.V. gegründet. Nur einen Monat später haben wir, gemeinsam mit sieben weiteren nationalen Initiativen, die Plattform „European Sustainable Palm Oil“ (ESPO) ins Leben gerufen. Unser Mitglied GUTcert ist derweil erster Anbieter von RSPO-Auditorentrainings auf dem deutschen Markt. Und der WWF, ebenfalls langjähriges Mitglied im FONAP, hat seine jährliche Palmöl Scorecard veröffentlicht. Auch die Ergebnisse der stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Viel Spaß dabei wünscht Ihre FONAP-Redaktion!

Aktuelle Themen

» Gemeinsam nachhaltig verpflichtet
» Europäische Allianz für Palmöl
» Gastmitgliedschaft im FONAP
» RSPO-Auditorentrainings in Deutschland
» WWF Palmöl-Check 2015
» Frankreich plant Steuer auf Palmöl
» Neue High Carbon Stock Science Study veröffentlicht
» Zertifizierungsstellen des RSPO suspendiert
» 6. ISCC-Global Sustainability Conference
» Presseschau
 
 
  Gemeinsam nachhaltig verpflichtet
FONAP-Vereinsgründung in Berlin
Deutsche Unternehmen setzen sich dauerhaft für eine nachhaltige Palmölwirtschaft ein. Rund 40 Vertreter aus Industrie, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden und das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) haben am 11. November 2015 auf der vierten Generalversammlung des „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) den Verein „Forum Nachhaltiges Palmöl e.V.“ gegründet. Im Beisein von Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, unterzeichneten Repräsentanten von WWF und einer Vielzahl von Unternehmen wie Unilever oder Rewe den Vereinsbeitritt.

Mit der Gründung des Vereins in Berlin stellen sie die Initiative rund zwei Jahre nach ihrer Gründung nun auf eine institutionelle Basis. Auf diese Weise können sie ihre Verantwortung in globalen Lieferketten künftig stärker wahrnehmen. Darüber hinaus verpflichten sich die Mitglieder auch finanziell, die Initiative für eine nachhaltigere Palmölproduktion dauerhaft fortzuführen.

Bundesminister Christian Schmidt lobt die Gründung des Vereins: „Mit einer FONAP-Mitgliedschaft kann jedes Unternehmen seiner Verantwortung für Umwelt und Menschenrechte im Zusammenhang mit Palmöl nachkommen. Genauso wie das Forum Nachhaltiger Kakao ist das Forum Nachhaltiges Palmöl Leuchtturmprojekt für die verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung.“

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Europäische Allianz für Palmöl
FONAP ist Mitbegründer von European Sustainable Palm Oil
Erstmals haben sich europäische Palmöl-Initiativen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für eine ganzheitlich nachhaltige Palmöl-Lieferkette in Europa bis 2020 einzusetzen. Vertreter verschiedener Regierungen und nationaler Initiativen unterzeichneten anlässlich der 'EU and Global Value Chains’-Konferenz am 07. Dezember 2015 in Amsterdam die sogenannte Amsterdam Declaration. Zu den Unterzeichnern gehören die niederländische Ministerin für Außenhandel und Entwicklung, Lilianne Ploumen, Vertreter der Regierungen Deutschlands, Dänemarks, Frankreichs und Großbritanniens sowie zehn nationalen Initiativen – neben dem FONAP Initiativen aus Italien, Schweden oder Belgien.

Ziel der europäischen Palmölplattform „ESPO“ (European Sustainable Palm Oil) ist es, künftig stärker für einen verantwortungsvollen Umgang mit nachhaltig produziertem Palmöl auf europäischer Ebene zu kooperieren. Dies betrifft unter anderem die Unterstützung derjenigen Unternehmen, Sektoren und Länder, die bislang keine nationale Palmöl-Verpflichtung haben sowie den verstärkten Wissensaustausch zwischen nationalen Initiativen.

Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, lobt die stärkere internationale Vernetzung. Anlässlich der Vereinsgründung des FONAP in Berlin sagte er bereits im November 2015, das Thema Palmöl müsse auf europäischer Ebene diskutiert werden. Die Palmölplattform „ESPO“ sei dafür ein geeignetes Dach. „ESPO vernetzt nicht nur die unterschiedlichen Länderinitiativen, sondern wird gerade in Ländern aktiv, die noch keine eigenständigen Palmöl-Initiativen haben. So können wir unsere Vorstellungen in den Zertifizierungssystemen noch schlagkräftiger durchsetzen.“

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Gastmitgliedschaft im FONAP
Gaststatus für interessierte Unternehmen weiterhin möglich
Unternehmen, Organisationen oder Institutionen, die das Gründungsregelwerk des FONAP e.V. nicht unterzeichnen können, aber dennoch Interesse an einer Mitarbeit in den verschiedenen Arbeitsgruppen der Initiative haben, können auch zukünftig die Möglichkeit einer Gastmitgliedschaft wahrnehmen. Mitglieder mit Gaststatus dürfen an allen FONAP-Sitzungen teilnehmen, haben dort Rede- und Antragsrecht, können allerdings nicht an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen und finden auch in der Kommunikation des FONAP keine Erwähnung. Eine Gastmitgliedschaft ist zunächst auf ein Jahr beschränkt und endet nach Ablauf der Frist automatisch.

Details zu den Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Gastmitgliedschaft sind in diesem Dokument aufgeführt.

Die Beitrittserklärung für eine Gastmitgliedschaft finden Sie hier.

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  RSPO-Auditorentrainings in Deutschland
GUTcert erhält vorläufige Genehmigung
Die GUT Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH (GUTcert) bildet ab Anfang 2016 Auditoren für die RSPO-Lieferkettenzertifizierung (Supply Chain Certification) in der hauseigenen Akademie am Standort Berlin aus. Bislang waren ausschließlich englischsprachige Schulungen verfügbar. GUTcert ist damit der erste Anbieter von RSPO-Auditorentrainings auf dem deutschen Markt.

Das Kursangebot richtet sich an Fach- und Führungskräfte, Beauftragte, interne Auditoren, Techniker und Ingenieure aus der Lebensmittelbranche, Oleochemie und Kosmetik, die RSPO-Systeme aufbauen, pflegen und kontinuierlich verbessern wollen. Darüber hinaus stehen die Schulungen auch IRCA- oder Umweltmanagement-Auditoren offen, die ihr Angebot auf den Bereich RSPO Supply Chain ausweiten wollen.

In Seminaren zu Auditszenarien und -berichten oder Bestandteilen der Zertifizierung lernen die Teilnehmer alle Voraussetzungen kennen, um als RSPO Supply Chain Auditor tätig werden zu können. Der RSPO – der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ – hat zum Ziel, ökologische, ökonomische und soziale Mindeststandards für den Anbau von Ölpalmen zu etablieren und zu fördern.

Das erste Seminar findet vom 17. bis 18. März 2016 in Berlin statt und wird in deutscher Sprache durchgeführt. Das zweite Seminar wird vom 30. Juni bis 01. Juli 2016 in englischer Sprache stattfinden.

Kontakt:
akademie@gut-cert.de

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WWF Palmöl-Check 2015
Intransparenz und Fortschritt
Die Intransparenz der Einkaufspolitik deutscher Unternehmen ist weiterhin gravierend, obwohl die ökologischen und sozialen Auswirkungen des An- und Abbaus von Palmöl hinreichend bekannt sind. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in seinen nationalen „Palmöl Scorecards“ 2015. Offenbar ist es einigen Unternehmen immer noch egal woher ihr Palmöl kommt - oder sie wissen es schlichtweg nicht.

Nach Aussage des WWF haben sechs von rund 200 befragten Unternehmen lediglich einen Punkt. 75 Unternehmen verweigerten eine Auskunft oder konnten keine genauen Angaben machen. Beides bewertet der WWF als grundlegendes Versagen in Sachen Nachhaltigkeit und Transparenz. „Wer Nachhaltigkeit propagiert, sollte wissen, woher sein Palmöl kommt“, kritisiert die zuständige WWF-Referentin Ilka Petersen.

Besonders kritisch betrachtet Petersen die deutschen Pharmaunternehmen und Futtermittelhersteller. Alle befragten Unternehmen, darunter Bayer, Merck sowie die großen Futtermittelhersteller Deutsche Tiernahrung, Cremer, Agravis Raiffeisen und Mega verweigerten eine Auskunft. Einer aktuellen Marktanalyse zufolge verbraucht der pharmazeutisch-chemische Bereich etwa 155.000 Tonnen Palmöl im Jahr. Davon sind gerade einmal zwölf Prozent zertifiziert. Die Futtermittelindustrie nutzt im gleichen Zeitraum rund 160.000 Tonnen. Hier liegt der Anteil aus nachhaltigeren Quellen sogar bei nur einem Prozent.

Positiv hervorzuheben sei allerdings, dass „immer mehr Unternehmen zertifiziertes Palmöl nutzen und sich mit ihrer Lieferkette auseinander setzen“, so Petersen. Und dass auch die volle Punktzahl erreicht werden kann, machen die Unternehmen Daabon und Agrarfrost vor. Insgesamt decken inzwischen mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen ihren Palmölbedarf zumindest teilweise mit zertifizierter Ware.

Kontakt:
ilka.petersen@wwf.de

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® RSPO
 
 
Frankreich plant Steuer auf Palmöl
Stufenweise Erhöhung bis 2020
Der französische Senat hat in einer ersten Lesung einem Gesetz zugestimmt, das die Nutzung von Palmöl in Frankreich besteuert. Die Besteuerung ist unabhängig davon, ob ein Unternehmen zertifiziertes oder nicht-zertifiziertes Palmöl einsetzt. Wird das Gesetz erlassen, werden zum 01. Januar 2017 pro Tonne genutztes Palmöl 300 Euro Steuern erhoben. Bis 2020 soll dieser Satz stufenweise auf 900 Euro pro Tonne angehoben werden. Das Gesetzgebungsverfahren wird nun in verschiedenen Gremien verhandelt und kann bereits im Sommer dieses Jahres abgeschlossen werden. Dem Gesetzesentwurf voraus gingen jahrelange Diskussionen über die Auswirkungen von Palmöl auf die Gesundheit und Umwelt.

Überraschend ist dieser Schritt insofern, da Frankreich zu den Unterzeichnern der Amsterdam Declaration gehört. Folglich setzen sich die Mitglieder der französischen Allianz für nachhaltiges Palmöl für eine Änderung des Gesetzes ein.

Wir halten Sie in den nächsten Newslettern auf dem Laufenden, wie sich die Situation in Frankreich entwickelt.

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© CEphoto, Uwe Aranas / CC-BY-SA-3.0
 
  Neue High Carbon Stock Science Study veröffentlicht
Angepasste Methodik für nachhaltigen Palmöl-Anbau
Unterzeichner der Sustainable Palm Oil Manifesto (SPOM) – unter ihnen einige der größten Unternehmen im Palmöl-Sektor – haben im Dezember 2015 eine neue Studie zum High Carbon Stock Tool (HCS) veröffentlicht, die eine angepasste Methodik (HCS+) für den nachhaltigen Anbau von Palmöl vorschlägt. Das High Carbon Stock Tool (HCS) dient dazu, den Kohlenstoffgehalt von Arealen einzuschätzen. Dabei werden die voraussichtlichen Treibhausgasemissionen bei der Umwandlung des Landes in Plantagen errechnet.

Eine Vorab-Version der Studie wurde von Umweltschützern und Forst-Experten bereits im Oktober stark kritisiert, da im Fokus der Studie nicht die Verhinderung von Entwaldung stehe. Stattdessen ist der Kohlenstoffgehalt eines Ökosystems hauptsächliche Maßeinheit bei der Umwandlung von Wald in Palmölplantagen. Ebenso großer Kritikpunkt an der Studie: Bei der Umwandlung von Wald in Nutzfläche gilt bereits ein Kohlenstoffgehalt von 75t Kohlenstoff je Hektar an der Erdoberfläche als kohlenstoffneutral. Damit könnte auch ein junger, regenerierender Wald abgeholzt oder zu einer Plantage umgewandelt werden. Dieser Grenzwert ist in der finalen Version der HCS+-Studie beibehalten.

Unterstützer der Studie führen hingegen an: “By setting critical carbon thresholds, the HCS+ methodology will prevent conversion of old-growth forests, forests regrowing after selective harvesting, and well-established secondary forests. The thresholds will also ensure that peat and other organic soils are set aside.”

Die Studie traf bereits in kurzer Zeit auf reges Medieninteresse. So berichteten unter anderem die Huffington Post, nature, MONGABAY und der Journalist Jonathon Porritt.

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Zertifizierungsstellen des RSPO suspendiert
Nach umfangreicher Prüfung durch Accreditation Services International
Zwei Zertifizierungsstellen des »Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl« (RSPO) wurden von Accreditation Services International (ASI) mit sofortiger Wirkung suspendiert. ASI ist eine der weltweit führenden Akkreditierungsstellen für Nachhaltigkeitsstandards. ASI wirft den Unternehmen Control Union SDN BHD und PT Mutuagung Lestari vor, Zertifizierungsregularien bei der Prüfung von Plantagen des Unternehmens FELDA in Malaysia in den Bereichen Arbeitnehmerrechte, Arbeitsschutz und Gesundheit verletzt zu haben.

Der RSPO hat die Untersuchungen 2015 eingeleitet. Sie beinhalteten Überprüfungen von Dokumenten, unangekündigte Besuche auf den betroffenen Plantagen sowie Interviews mit ausländischem und einheimischem Personal. Nach Aussage von ASI lägen ausreichende Beweise für eine Verletzung der Regularien vor und sperrte die beiden Unternehmen für sechs Monate. In dieser Zeit ist es Control Union SDN BHD und PT Mutuagung Lestari nicht erlaubt, Zertifizierungsabkommen abzuschließen oder Unternehmen zu zertifizieren. Gleichzeitig unterstützt ASI bei der Durchführung geeigneter Maßnahmen, um die Unternehmen wieder in Einklang mit den Akkreditierungsanforderungen zu bringen.

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  6. ISCC-Global Sustainability Conference
Internationale Nachhaltigkeitskonferenz in Brüssel
Am 17. Februar 2016 findet in Brüssel zum sechsten Mal die ISCC Global Sustainability Conference statt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stehen die Themen „Entkarbonisierung des Verkehrssektors in Zeiten niedriger Ölpreise“, „Herausforderungen bei der Umsetzung der angepassten RED/FQD“ sowie die „Nachhaltigkeitszertifizierung für nicht regulierte Märkte“. In drei Veranstaltungen diskutieren Angestellte der Europäischen Kommission und nationaler Behörden sowie Vertreter von Industrie und Verbänden etwa über die Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Automobilindustrie, über Zertifizierungssysteme für nicht-regulierte Märkte oder verschiedene Verfahren der ISCC-Zertifizierung.

Die Teilnahme an der jährlichen Konferenz ist kostenfrei und steht allen Interessierten offen. Im Anschluss an die Konferenz findet die Generalversammlung des ISCC e.V. statt. Diese ist ausschließlich für Vereinsmitglieder.

Hier können Sie sich für die Konferenz anmelden.

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Presseschau
Palmöl – Freund oder Feind?
Im ersten Moment erscheint Palmöl wie eine Art Alleskönner. Mit einem Ertrag dreimal so hoch wie der von Raps und einem, im Vergleich zu Soja, geringen Flächenaufwand ist die Pflanze wirtschaftlich gesehen eine der attraktivsten Ressourcen zur Gewinnung von Fett. Dennoch steht die gelbfleischige Frucht weiter stark in der Kritik.

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Mogeln beim Palmöl

Mitte November hat sich das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) auf seiner vierten Generalversammlung als Verein konstituiert. Rund 40 Vertreter von Firmen aus dem Bereich der palmölverarbeitenden Industrie, von Verbänden und Regierungsstellen haben damit einen weiteren Schritt unternommen, um dem erklärten Ziel näher zu kommen: Nur noch zu 100 Prozent zertifiziertes Palm- und Palmkernöl aus nachvollziehbar nachhaltigem Anbau soll auf den deutschen, schweizerischen und österreichischen Markt gebracht werden.

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Palmölzertifizierung: Eine grüne Mogelpackung?

Brandrodungen tropischer Regenwälder zum Zwecke der Ausweitung der Palmölproduktion rütteln auf. Vertreter des neugegründeten Vereins FONAP wollen nur noch Palmöl mit Nachhaltigkeitssiegel nutzen. Doch löst dies das Grundproblem?

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
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Newsletter 02/2015


Newsletter 02.2015
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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter Nr.02/2015
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesem Newsletter finden Sie die Ergebnisse unserer Studie "Der Palmölsektor in Deutschland". Die Studie wurde vom FONAP in Auftrag gegeben, um erstmalig in Deutschland den Verbrauch von Palmöl in den einzelnen Sektoren aufzuschlüsseln und auch um herauszufinden, wie viel Palmöl in Deutschland bereits nachhaltig zertifiziert ist. Leider haben wir anhand der Studie herausgefunden, dass der Anteil von zertifiziertem Palmöl in Deutschland mit nur etwa 30% im Jahr 2013, teilweise weit hinter den Ergebnissen anderer europäischer Länder zurückliegt.

Darüber hinaus möchten wir Sie auf ein Seminar zur RSPO Lieferkettenzertifizierung aufmerksam machen, welches wir am 21.04.2015 organisieren. Auch unsere Webinarreihe wird mit den Themen "Einführung in den Palmölsektor" und "Zertifizierungssysteme für Palmöl" wiederholt. Die Webinare bieten eine gute Gelegenheit sich in einer kurzen Zeit ein gutes Überblickswissen über die Produktion von Palmöl und die Zertifizierungsanforderungen zu verschaffen.

Viel Spaß beim Lesen!

Das FONAP Sekretariat

Aktuelle Themen

» Ergebnisse der FONAP Studie „Der Palmölsektor in Deutschland“
» Seminar zur RSPO Lieferkettenzertifizierung
» FONAP Webinarreihe
» Beendete Mitgliedschaften aufgrund fehlender Fortschrittsberichte (ACOP)
» Überarbeitung der „RSPO Market Rules on Claims & Communications“
» Fortschrittsbericht zu nachhaltigem Palmöl aus Großbritannien
» Niederländer gründen die European Sustainable Palm Oil (ESPO) Initiative
 
  Ergebnisse der FONAP Studie „Der Palmölsektor in Deutschland“
Nur 33% nachhaltiges Palmöl in Deutschland
Die Ergebnisse der Studie zum Verbrauch von Palmöl in Deutschland liegen vor und wurden bei der Generalversammlung des FONAP am 10.03.2015 vorgestellt.
Im Rahmen der Studie wurde in Deutschland ein Verbrauch von etwa 1,5 Millionen Tonnen Palmöl pro Jahr ermittelt, was einem pro Kopf Verbrauch von 19 kg im Jahr entspricht.
Der überwiegende Anteil Palmöl wird im energetischen Bereich genutzt (etwa 755.000 Tonnen im Jahr). Bei der stofflichen Nutzung konnte der Lebensmittelbereich, mit etwa 370.000 Tonnen/ Jahr als größter Einsatzbereich ermittelt werden. Auch die Futtermittelindustrie (mit etwa 140.000 Tonnen/ Jahr) hat sich als großer Palmölverbraucher herausgestellt. Weitere große Verbraucher sind der Wasch, Pflege und Reinigungsmittel-Bereich (WPR) mit etwa 87.000 Tonnen/ Jahr und der chemische / pharmazeutische Bereich (131.000 Tonnen/Jahr).
Insgesamt sind derzeit erst 33 % des Palmöls auf dem deutschen Markt als nachhaltig zertifiziert. Hier liegen der Lebensmittelbereich und der WPR Bereich mit jeweils etwa 50% zertifiziertem Palmöl deutlich vorne. Vor allem der Futtermittelbereich, mit nur 1% nachhaltig zertifiziertem Palmöl, und der chemische/ pharmazeutische Bereich mit nur 13% zertifizierter Mengen haben deutlichen Nachholbedarf.
Die Studie wurde vom FONAP in Auftrag gegeben, um die realen Verbrauchszahlen von Palmöl in Deutschland erstmalig zu erfassen. Das FONAP wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, den Anteil von zertifiziertem Palmöl in Deutschland deutlich zu steigern und geht derzeit aktiv auf die Sektoren zu, die derzeit noch Nachholbedarf beim Einsatz von zertifiziertem Palmöl haben.

+ Die Präsentation der Studienergebnisse können Sie hier herunterladen

 
Seminar zur RSPO Lieferkettenzertifizierung
am 21.04.2015 in Bonn
Die Lieferkettenzertifizierung (Supply Chain Certification, SCC) des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) muss fast jedes Unternehmen durchführen, welches Palmöl in den Handelssystemen Mass Balance (MB), Segregated (SG) oder Identity Preserved (IP) einkauft, verarbeitet oder verkauft. Verschiedene Vorbereitungsschritte sind für die Zertifizierung nötig, es gibt verschiedene Module nach denen man sich zertifizieren lassen kann und verschiedene Optionen die Produkte handzuhaben. In diesem Seminar erhalten Sie einen Überblick darüber, wie Sie eine SCC Zertifizierung vorbereiten und was für eine erfolgreiche Zertifizierung nötig ist.
Kosten:
Für FONAP Mitglieder: kostenlos
Nicht-Mitglieder: 250€

+ Mehr Informationen zum Seminar erhalten Sie hier

 
FONAP Webinarreihe
Einführung in den Palmölsektor und Zertifizierungssysteme für Palmöl
Im Mai werden wir unsere Webinarreihe fortsetzen und die Webinare "Einführung in den Palmölsektor" und "Zertifizierungssysteme für Palmöl" wiederholen. Folgende Termine bieten wir Ihnen daher an:

06.05.2015: Einführung in den Palmölsektor, 11.-12.00 Uhr (Kurzbeschreibung)
12.05.2015: Zertifizierungssysteme für Palmöl, 11-12.00 Uhr (Kurzbeschreibung)

Die Webinare geben einen Einblick in die Produktion und den Weltmarkt von Palmöl und geben einen Überblick über die vom FONAP akzeptierten Zertifizierungssysteme.
Bitte melden Sie sich bei sekretariat@forumpalmoel.org für die Webinare an. Die Webinare stehen allen Interessierten offen.
Der Link zur Webinar-Plattform wird Ihnen nach der Anmeldung zugeschickt.
 
Beendete Mitgliedschaften aufgrund fehlender Fortschrittsberichte (ACOP)
Der RSPO greift durch
Aufgrund fehlender Fortschrittsberichte (ACOP-Berichte) hat der RSPO die Mitgliedschaft mehrerer Unternehmen im Februar 2015 beendet oder suspendiert. Die Mitgliedschaft von Unternehmen, die seit 3 Jahren keinen Fortschrittsbericht eingereicht hatten wurde beendet. Unternehmen die seit 2 Jahren keinen Bericht mehr eingereicht hatten wurden suspendiert. Das FONAP hatte bereits im Januar auf die Dringlichkeit der Einreichung der Fortschrittsberichte aufmerksam gemacht. Leider befanden sich jedoch auch einige deutsche Unternehmen unter den suspendierten Mitgliedern.
Die Einreichung jährlicher ACOP Berichte ist im RSPO Pflicht. Suspendierte Mitglieder hatten 1 Monat Zeit Berichte nachzureichen. Bei nicht Einhaltung dieser Frist wurde den sanktionierten Unternehmen die Lizenz und damit der Handel mit RSPO zertifiziertem Palmöl entzogen.


+ Die Liste der ausgeschlossenen und suspendierten Mitglieder finden Sie hier

 
Überarbeitung der „RSPO Market Rules on Claims & Communications“
Kommentierung bis zum 10.05.2015 möglich
Die RSPO Regeln für Marktkommunikation und Claims (Rules on Claims & Communication) wurden von einer RSPO Arbeitsgruppe überarbeitet und können noch bis zum 10. Mai 2015 kommentiert werden.
Alle eingehenden Kommentare werden anschließend von der Arbeitsgruppe berücksichtigt, bevor eine neue Version der Regeln, im Juni 2015, veröffentlicht wird.
Das FONAP sammelt die Kommentare seiner Mitglieder und wird eine gemeinsame Stellungnahme zu den neuen Regelungen beim RSPO einreichen.

+ Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link

 
  Fortschrittsbericht zu nachhaltigem Palmöl aus Großbritannien
Kontinuierlicher Anstieg seit 2009
Der Anteil von nachhaltig zertifiziertem Palmöl in Großbritannien lag 2013 bei etwa 55% – 71%, laut dem im Dezember erschienenen Fortschrittsbericht des britischen Landwirtschaftsministeriums.
Laut dem Bericht wurden 2013 folgende Mengen an zertifiziertem Palmöl nach Großbritannien eingeführt:
- 222.204 Tonnen Segregiertes und Mass Balance Palmöl (ohne Berücksichtigung von Derivaten und Palmöl in importierten Konsumgütern). Dies entspricht etwa 37,9% oder 48,8% der UK Importe, je nachdem auf welche statistischen Daten man zurückgreift.
- 99.412 Tonnen Palmöl entsprechenden GreenPalm Zertifikate wurden im gleichen Zeitraum erworben, was einem Anteil von 17% – 21,8% der UK Importe entspricht (auch je nachdem welche statistischen Daten zugrunde gelegt werden).

Insgesamt wurden 2013 321.616 Tonnen nachhaltig zertifiziertes Palmöl nach Großbritannien eingeführt. Ein Zuwachs von etwa 50% im Vergleich zum Jahr 2009 und ein Zuwachs von etwa 15% im Vergleich zu 2012, dem Jahr als die britische Regierung damit begonnen hat sich für den Einsatz von nachhaltigem Palmöl einzusetzen.

Wir gratulieren den britischen Kollegen für den kontinuierlichen Anstieg von nachhaltigem Palmöl auf dem britischen Markt! Ende 2015 soll der ganze Palmölmarkt auf Nachhaltigkeit umgestellt sein.

+ Link zum Fortschrittsbericht aus England

 
  Niederländer gründen die European Sustainable Palm Oil (ESPO) Initiative
100% nachhaltiges Palmöl in der EU
Der holländische Margarineverband, MVO, hat die European Sustainable Palm Oil (ESPO) Initiative ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative von der The Sustainable Trade Initiative (idh). In Holland wird die Umstellung auf 100% nachhaltiges Palmöl, nach Angaben des MVO, noch dieses Jahr gelingen. ESPO soll die anderen europäischen Länder dabei unterstützen auch ihre Märkte auf 100% nachhaltig umzustellen. ESPO wird als eine Plattform für Austausch und Lernen aufgebaut und soll die nationalen Initiativen, darunter auch das FONAP, dabei unterstützen ihre 100% Ziele zu erreichen.
Das FONAP begrüßt die ESPO Initiative und hat bereits erste Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit empfohlen.

+ Link zur Pressemeldung des MVO

 
 

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Sekretariat Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl | c/o GIZ GmbH
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Newsletter 01/2015


29.01.2015
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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter Nr.01/ 2015
 
 
Einladung zur Generalversammlung des Forums Nachhaltiges Palmöl
10.03.2015 in Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie zur Generalversammlung des Forums Nachhaltiges Palmöl einladen.

Ende letzten Jahres haben wir die "Selbstverpflichtung ab 2015" des FONAP verabschiedet. Wir werden Ihnen die neue Selbstverpflichtung, einen Rückblick auf die ersten eineinhalb Jahre des FONAP und eine Vorausschau auf die zukünftige Ausrichtung des FONAPs während unserer Generalversammlung näherbringen und mit Ihnen darüber in einen Dialog treten.

Weitere Details dazu finden Sie weiter unten in diesem Newsletter.

Wir würden uns freuen Sie in Berlin begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,
Das Sekretariat des Forums Nachhaltiges Palmöl

Aktuelle Themen

» FONAP Generalversammlung am 10.03.2015
» Neue Selbstverpflichtung ab 2015
» Gastmitgliedschaft im FONAP
 
  FONAP-Generalversammlung
Am 10.03.2015 in Berlin
Am Dienstag, den 10. März 2015 findet die Generalversammlung des „Forums Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) statt. Veranstaltungsort ist die GIZ Repräsentanz am Reichpietschufer 20, in 10785 Berlin.

Während der Generalversammlung, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eröffnen wird, werden wir einen Rückblick auf die ersten eineinhalb Jahre „Forum Nachhaltiges Palmöl“ werfen und gemeinsam diskutieren welche Schritte weiterhin notwendig sind, um das Ziel des FONAP „100 % nachhaltig zertifiziertes Palmöl auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt“ zu erreichen.

Während der Veranstaltung werden die Ergebnisse der Studie „Der Palmölsektor in Deutschland“ präsentiert. Die Studie beleuchtet, wieviel nachhaltig zertifiziertes Palmöl derzeit bereits auf dem deutschen Markt genutzt wird und welche Sektoren sich bereits für nachhaltiges Palmöl engagieren. Des Weiteren werden wir verschiedene Werkzeuge vorstellen, wie eine Rückverfolgbarkeit in der Palmöl-Lieferkette hergestellt werden kann. Darüber hinaus werden die Änderungen in der Lieferkettenzertifizierung des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) vorgestellt.


+ Agenda und Anmeldeformular zur FONAP Generalversammlung

 
Neue Selbstverpflichtung des Forums Nachhaltiges Palmöl
Wie geht es in 2015 weiter?
In der FONAP-Mitgliederversammlung vom 12.11.2014, wurde die neue "Selbstverpflichtung ab 2015" von den FONAP Mitgliedern verabschiedet.

Alle Mitglieder nutzen auch weiterhin 100% zertifiziertes Palmöl, die Selbstverpflichtung wird jedoch wie folgt spezifiziert:

Die Mitglieder verpflichten sich dazu:
• Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl (ohne Derivate und Fraktionen) spätestens ab dem 1.1.2016 zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption segregiert (SG) einzukaufen.

• Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmkernöl (ohne Derivate und Fraktionen) spätestens
- ab dem 1.1.2016 zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption Mass-Balance (MB) einzukaufen,
- ab dem 1.1.2018 zu 100% mind. in der Lieferkettenoption SG einzukaufen.

• Derivate und Fraktionen (unabhängig ob palmöl- oder palmkernölbasiert)
- Im Jahr 2016 mindestens 25% zumindest in MB einzukaufen
- Im Jahr 2017 mindestens 50% zumindest in MB einzukaufen
- Im Jahr 2020 100% zumindest in MB einzukaufen

Die Differenzierung zwischen Palmöl, Palmkernöl und Derivaten/ Fraktionen war nötig, da es derzeit noch unterschiedliche Verfügbarkeiten für die verschiedenen Produkte auf dem Markt gibt.

Für den Bereich der Derivate und Fraktionen können für die verbleibenden Mengen nach wie vor Zertifikate nach Book and Claim genutzt werden. Wir betrachten Book and Claim als Übergangsmodell, welches genutzt werden kann, um den Übergang auf die physische Lieferung von Palmöl, Palmkernöl und entsprechender Derivate und Fraktionen zu gestalten. Wir halten in diesem Zusammenhang die Nutzung von off-market deals die ggf. schon die FONAP-Zusatzkriterien erfüllen für erwünscht.
Die Nutzung von Book and Claim Zertifikaten von unabhängigen Kleinbauern (I.S.-Zertifikate) bleibt in allen Fällen möglich und reduziert die Verpflichtungen bei MB und SG Volumen im gleichem Maße.

Die Mitglieder sind sich einig, dass die von FONAP anerkannten Zertifizierungssysteme Mindeststandards sind, diese sich jedoch weiter verbessern müssen. Weitere Verbesserungen im Sinne der FONAP-Zusatzkriterien sind daher unabdingbar.

Darüber hinaus streben die Mitglieder eine Rückverfolgbarkeit des genutzten Palmöls, Palmkernöls und entsprechender Derivate zumindest bis auf Ebene der Mühlen, idealerweise jedoch bis auf die Ebene der einzelnen Plantagen, an. Deshalb verpflichten sich die Mitglieder zukünftig mit ihren Lieferanten in einen regelmäßigen Dialog zur Weiterentwicklung des Sektors zu treten. Über diesen Dialog wird dem FONAP berichtet.

Diese Selbstverpflichtung wird regelmäßig fortgeschrieben. Eine erstmalige Überprüfung findet Mitte 2016 statt.

Die detaillierte Selbstverpflichtung können Sie hier herunterladen Deutsch / Englisch
 
Gastmitgliedschaft im Forum Nachhaltiges Palmöl
Aufgrund vermehrter Nachfragen, möchten wir Sie hiermit auf die Möglichkeit einer Gastmitgliedschaft im Forum Nachhaltiges Palmöl hinweisen. Organisationen und Unternehmen, die an einer Mitarbeit im Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) interessiert sind, das Gründungsregelwerk aber nicht unterzeichnen wollen, kann - wie unter Punkt 3 im Gründungsregelwerk geregelt - ein Gaststatus gewährt werden.
Die Gastmitgliedschaft ist auf 1 Jahr beschränkt und endet nach dieser Frist automatisch. Gastmitglieder dürfen an allen FONAP-Sitzungen teilnehmen, haben jedoch kein Stimmrecht und tauchen auch nicht in der Außenkommunikation des FONAP auf.
Weitere Details zu einer Gastmitgliedschaft können Sie diesem Dokument entnehmen.

Die Beitrittserklärung für eine Gastmitgliedschaft finden Sie hier.
 
 

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Sekretariat Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl | c/o GIZ GmbH
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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 02/2014


Newsletter 02/2014
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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter Nr.02/2014
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns, Ihnen die zweite Ausgabe des FONAP Newsletters zukommen zu lassen.

Zu Beginn eine gute Nachricht, die Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl steigt weiter an. Der Roundtable on Sustainable Palmöl (RSPO) hat im August neue Verkaufszahlen vorgelegt, die Rekordwerte aufzeigen. Mittlerweile sind 18 % des weltweit produzierten Palmöls nachhaltig zertifiziert.

Wir wollen Sie auch noch einmal auf ein Webinar aufmerksam machen, das wir am 04.11.2014 von 11.00 bis 12.00 Uhr veranstalten. Während dieses Webinars wird uns Lydia Pforte, von ISCC System, eine Einführung in ISCC Plus geben. Sie können sich beim Sekretariat des FONAPs für dieses Webinar anmelden.

Weiter unten finden Sie weitere News aus dem Palmölsektor.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,
das Sekretariat des Forums Nachhaltiges Palmöl

Aktuelle Themen

» Die Nachfrage nach zertifiziertem RSPO Palmöl steigt weiter an
» Verbesserung des Sustainable Palm Oil Manifesto (SPOM)
» WEBINAR ZU ISCC PLUS AM 04.11.2014
» Erster Wirkungsbericht vom RSPO veröffentlicht
» Sime Darby will den nachhaltigen Palmölproduzenten NBPOL kaufen
» Zweiter Fortschrittsbericht von WILMAR
» Palms of controversies: oil palm and development challenges
» New York Declaration on Forests
» Studienreise nach Malaysia
 
 
  Die Nachfrage nach zertifiziertem RSPO Palmöl steigt weiter an
48,8 % mehr zertifiziertes Palmöl verkauft
Die im August vom RSPO veröffentlichten Verkaufszahlen erreichen einen neuen Rekordwert, mit, 2,5 Millionen Tonnen zertifiziertem Palmöl das in den ersten beiden Quartalen 2014 verkauft wurde. Bemerkenswert dabei ist, dass der Verbrauch der physisch gehandelten Palmöls (IP, SG und MB) im Vergleich zum Vorjahr um 64,7 % angestiegen ist (auf 1,12 Mio. Tonnen), währendem der Verkauf von GreenPalm Zertifikaten „nur“ um 37,9 % (auf 1,36 Mio. Tonnen) angestiegen ist. Insgesamt entsprechen die derzeitigen Jahresverkaufszahlen einem Zuwachs von 48,8 % im Vergleich zur gleichen Zeitspanne im Vorjahr.

18 % des weltweit produzierten Palmöls ist derzeit RSPO zertifiziert.

+ Lesen Sie mehr dazu auf unserer Webseite

 
Verbesserung des Sustainable Palm Oil Manifesto (SPOM)
HCS-Analyse wird ab sofort durchgeführt und eingehalten
Nach massiver Kritik am Sustainable Palm Oil Manifesto (SPOM), das im Juli von den weltweit größten Palmölproduzenten unterschrieben wurde, haben die Unterzeichner nun dem Druck der Nichtregierungsorganisationen nachgegeben. Sie haben am 19.09.2014 ein Moratorium unterschrieben,keine Flächen mit potentiell hohem Kohlenstoffgehalt in Plantagen umzuwandeln, bis dass eine Studie zur High Carbon Stock (HCS) Analyse abgeschlossen ist. Eine einjährige Studie zur Prüfung der Kriterien des HCS-Tools wird derzeit durchgeführt. Im SPOM wurde lediglich angegeben, dass die Unterzeichner das HCS Tool auf seine Durchführbarkeit prüfen wollen, bevor die Unternehmen es anwenden.

+ Erfahren Sie mehr zu der HCS-Analyse und den Unterzeichnern

 
 
WEBINAR ZU ISCC PLUS AM 04.11.2014
Einführung in ISCC Plus
Am 4.11.2014 von 11- 12 Uhr wirds das FONAP ein Webinar zu ISCC Plus durchführen.
In diesem Webinar wollen wir einen Überblick über die Kriterien und Prinzipien des ISCC Plus Standards geben und die notwendigen Schritte zu einer erfolgreichen Supply Chain Zertifizierung nach ISCC Plus darstellen.
Folgende Punkte werden während des Webinars behandelt:
 - Prinzipien und Kriterien von ISCC Plus
 - Freiwillige Add-ons von ISCC Plus
 - Welche Schritte sind notwendig um sich nach ISCC Plus zertifizieren zu lassen?
 - Überblick über die Anforderungen einer Supply Chain Zertifizierung
 - Welchen Claim kann ich nach einer erfolgreichen Zertifizierung machen?

Referentin: Lydia Pforte, ISCC System GmbH

Das Webinar ist kostenlos und steht allen Interessierten offen. Den Link zum Webinar erhalten Sie nach der Anmeldung

+ Erfahren Sie mehr zum Thema und melden Sie sich zum Webinar an

 
 
  Erster Wirkungsbericht vom RSPO veröffentlicht
Soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungsmaßnahmen im Palmölsektor
Der erste RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) Wirkungsbericht wurde am 03.10.2014 veröffentlicht. Der Bericht stellt die bisherigen Ergebnissen des RSPO in Bezug zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Verbesserungen in der Palmölproduktion dar.
Der Wirkungsbericht geht dabei vor allem auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen, zertifizierten Flächen und den vom RSPO eingerichteten Mechanismen zur Förderung einer nachhaltigeren Produktion ein, ohne viel in Details über die Wirkungen im Feld einzugehen. Dennoch bietet der Bericht einen guten Überblick über das Engagement der Akteure und die Veränderungen zu mehr Nachhaltigkeit im Palmölsektor.

+ Eine Zusammenfassung des Berichts finden Sie auf unserer Webseite

 
Sime Darby will den nachhaltigen Palmölproduzenten NBPOL kaufen
Kaufangebot unterbreitet
Das malaysische Unternehmen Sime Darby, einer der weltweit größten Palmölproduzenten, hat am 09.10.2014 in einer Pressemitteilung angekündigt, dass es den Konkurrenten New Britain Palm Oil (NBPOL), aus Papua-Neuguinea, kaufen will. Sime Darby bietet umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen mit.
Sime Darby ist flächenmäßig der größte börsennotierte Palmölproduzent der Welt. Sime Darby Plantation produzieren ein Viertel des weltweit zertifizierten Palmöls und sind auch der größte Produzent von segregiertem Palmöl.
NBPOLs gesamte Palmölproduktion ist nach dem Standard des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert und das Unternehmen beliefert vor allem den europäischen Markt. Das Management von NBPOL habe der Übernahme bereits zugestimmt, erklärt Sime Darby. Der Kaufwunsch wurde nun den Aktionären von NBPOL vorgelegt.

+ Lesen Sie mehr dazu auf unserer Webseite

 
 
 
  Zweiter Fortschrittsbericht von WILMAR
Zusammenarbeit mit TFT
Am 06.08.2014 hat Wilmar, zusammen mit TFT, seinen zweiten vierteljährigen Fortschrittsbericht zu seiner „No Deforestation, No peat and no exploitation“ Policy herausgegeben.
Laut Bericht hat sich Wilmar im zweiten Quartal 2014 vor allem damit beschäftigt, Gespräche mit über 200 Zulieferern aus Indonesien und Malaysia und seinem eigenen Personal zu führen, um diese über seine neue Politik beim Anbau von Palmöl aufzuklären. Die Gespräche dienten vor allem dazu, auf die Fragen und Bedenken der Zulieferer einzugehen, damit ein gemeinsames Verständnis der zukünftigen Zusammenarbeit besteht.
Bezüglich der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette macht Wilmar nach eigenen Angaben große Fortschritte. Laut Bericht sind derzeit etwa 95 % des Palmöls aus Malaysia bis zur Mühle rückverfolgbar, allerdings liegen gar keine Zahlen zu Indonesien vor. An der Rückverfolgbarkeit bis zu den Plantagen wird derzeit gearbeitet.

+ Den Bericht und weitere Details finden Sie auf unserer Webseite

 
Palms of controversies: oil palm and development challenges
Bucherscheinung
Das Center for International Forestry Research (CIFOR) hat im Oktober ein Buch zu Palmöl herausgebracht, das den Palmölsektor aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Die Hauptaussage des Buches kann in einem Satz zusammengefasst werden: „Don’t confuse the crop [with] the people who develop it.” Palmöl ist extrem ertragreich und daher wirtschaftlich sehr wichtig für die tropischen Anbauländer. Der Ölpalmenanbau sollte daher nicht verteufelt werden, sondern man müsse sich auf potentiell umweltfreundliche Optionen wie zum Beispiel eine Ertragssteigerung per Hektar, Anreize für eine Expansion auf unbewaldeten Flächen, ökologische Landnutzungsplanung und agroforstlische Maßnahmen konzentrieren, um den Palmölanbau umweltfreundlicher zu gestalten.

+ Das Buch können Sie hier kostenlos herunterladen

 
 
 
  New York Declaration on Forests
Verringerung der weltweiten Waldverluste um die Hälfte bis zum Jahr 2020
Die am 23.9.2014 verkündete „New York Declaration on Forests“ sieht eine Verringerung der weltweiten Waldverluste um die Hälfte bis zum Jahr 2020 vor. Bis zum Jahr 2030 soll der globale Waldverlust komplett gestoppt sein.
Die freiwillige Selbstverpflichtung wurde, unter vielen anderen, von den großen PalmölproduzentenAsian Agri,Cargill, Golden Agri-Resources sowie Wilmar International unterschrieben. Sie unterstützt den Aufbau von Lieferketten, die ohne Entwaldung auskommen. Privatfirmen werden dazu angehalten, Entwaldung aus ihren Lieferketten zu eliminieren, auch bei deren Zulieferern. Weiterhin sollten strenge Standards für Waldkonservierung eingehalten werden, besonders bei Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt und Torfböden. Außerdem soll die Transparenz in den Lieferketten erhöht werden.
In Bezug zur Produktion von Agrarrohstoffen soll das privatwirtschaftliche Ziel unterstützt werden, die Entwaldung für den Anbau spätestens bis 2020 zu stoppen. Die Industrie fordert die indonesische Regierung auch dazu auf, die Elemente dieses Versprechens in indonesische Gesetze zu überführen.

+ Lesen Sie mehr dazu auf unserer Webseite

 
Studienreise nach Malaysia
Lernen Sie den Palmölsektor vor Ort kennen
Wir möchten Sie auf eine einwöchige Studienreise nach Malaysia hinweisen, die von der Reiseagentur "Zeitwandel" organisiert wird.
Die Studienreise, an deren Konzeption auch Fachleute der SEPAWA (Berufsverband der Wasch-/Reinigungsmittelindustrie, der Kosmetik- und der Parfümeriebranche) und des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) beteiligt waren, will die verschiedenen Facetten der Palmölwirtschaft beleuchten und damit einen Einblick in diese komplexe aber auch spannende Problematik geben.
Dazu werden wir mit den unterschiedlichsten Akteuren - Industrie, Wissenschaftlern, Kleinbauern und ihren Vertretern aber auch Nicht-Regierungsorganisationen sprechen. Damit will die Studienreise Ihnen Informationen und Hintergründe vermitteln und somit helfen, pragmatische Lösungen zur Optimierung des Nachhaltigkeitsprofils Ihres Unternehmens zu finden und mit der Problematik adäquat umzugehen.

+ Weitere Details zur Studienreise

 

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Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe


Newsletter 03/2014


25.07.2014
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Forum Nachhaltiges Palmöl Newsletter Nr.03/ 2014
 
 
Liebe FONAP Mitglieder,
wir freuen uns Ihnen aus dem sommerlichen Bonn unseren nächsten internen Newsletter zu schicken.

Es liegt ein spannendes 2. Halbjahr vor uns. Zum einen die Diskussion und Verabschiedung der Selbstverpflichtungen aller Mitglieder ab 2015, die Erreichung des 2014-Ziels und nicht zuletzt die weitere Diskussion mit den Zertifizierungssystemen wie sie sich weiter verbessern können. Dort entstehen momentan auf Seiten der Produzenten verschiedene Initiativen (POIG, SPOM) die unserer Ansicht nach vollumfänglich in die Standards integriert werden sollten, um die ohnehin schon hohe Komplexität nicht weiter zu erhöhen.

Immer wieder bekommen wir Nachfragen wo denn bestimmte Produkte in MB und SG-Qualität gekauft werden können. Auch in diesem Newsletter stellen wir einen Lieferanten vor, der bestimmte Produkte bereits in MB anbietet. Diese Reihe wollen wir fortsetzen und sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns auf Lieferanten hinweisen, die vielleicht gerade zusätzliche MB-/SG-Produkte in ihre Angebotspalette aufgenommen haben. An diesen Informationen sind Sie deutlich näher dran als wir im Sekretariat, da wir selbst nun wirklich kein Palmöl kaufen/verkaufen (wie neulich ein Anrufer mal dachte).

Auch noch einmal das Angebot: Wenn Sie über bestimmte Themen noch einmal mehr Informationen benötigen, lassen Sie uns das bitte wissen, dann werden wir Ihnen diese wenn möglich direkt zukommen lassen, oder das in den nächsten Newsletter aufnehmen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal auf unsere Webpage verweisen, wo wir relativ regelmäßig News aus dem Palmölsektor einstellen. Zuletzt zu den neuen Selbstverpflichtungen der großen Produzenten u.a. Sime Darby, KLK und anderen. Diese allgemeineren News werden wir zukünftig nicht mehr im internen Newsletter behandeln, da dieser sonst zu umfangreich wird, Sie können aber auch gerne unseren externen Newsletter dort bestellen.

Sollten Sie noch nicht in den Sommerferien gewesen sein, wünschen wir Ihnen eine gute Erholung. Sollten Sie schon wieder zurück aus den Ferien sein, wünschen wir Ihnen einen sanften Start. 

Viele Grüße aus Bonn,
Claude Blaschette und Daniel May

Aktuelle Themen

» Neuigkeiten aus dem FONAP
» Neuigkeiten aus dem Palmölsektor
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» Termine
 
NEUIGKEITEN AUS DEM FONAP
Selbstverpflichtung für das Jahr 2014
Laut des Regelwerks haben sich alle Mitglieder verpflichtet in 2014 bereits 100% zertifiziertes Palmöl zu nutzen (in allen Lieferkettenoptionen).
Der Lenkungsausschuss geht davon aus, dass alle Mitglieder dieses Ziel erreichen. Sollten einzelne Unternehmen das Ziel nicht erreichen können, sollte es dem Sekretariat vertraulich und frühestmöglich Bescheid geben, damit noch ausreichend Zeit besteht das Unternehmen bei der Erreichung der Ziele zu unterstützen.
Jedoch weisen wir darauf hin, dass der Kauf von RSPO Book and Claim Zertifikaten einfach möglich ist.
 
AG Selbstverpflichtung ab 2015
Die Arbeitsgruppe hat sich bereits einmal getroffen und wird am 18.08.2014 zu einer weiteren Sitzung zusammenkommen. Konkrete Entscheidungsvorschläge liegen bislang nicht vor, zunächst holt das Sekretariat noch eine Vielzahl von Informationen (Verfügbarkeit von Palmöl und Palmkernöl in SG und MB etc.) ein. Auch werden Sie alle zeitnah einen individuellen Fragebogen erhalten, mit dem wir nochmals weitere Informationen von Ihnen erhalten möchten, wie weit denn in Ihrem Unternehmen die Umstellung auf MB und SG bereits vorangeschritten ist, damit dann die AG noch besser Entscheidungsvorschläge vorbereiten kann.
Ohne der Entscheidungen vorzugreifen, zeichnet sich ab, dass mindestens die Nutzung der Lieferkettenoption MB (Mass Balance) sowohl für Palmöl, als auch Palmkernöl und Derivate demnächst (noch ohne Zeithorizont) verpflichtend wird. Da wir wissen, dass momentan die Lieferantenausschreibungen für 2015 beginnen, hiermit der Hinweis an Sie alle – sofern noch nicht geschehen – mit Ihren Lieferanten in den Dialog über die Lieferung von MB-Produkten einzutreten. Alle Teilnehmer der Lieferkette sollen verstehen, dass zukünftig mindestens MB – idealerweise sogar SG – nachgefragt wird und sie entsprechende Produkte in ihr Portfolio aufnehmen sollen. Wir wissen, dass die Umsetzung schwierig ist, aber der Dialog darüber kann und soll jetzt schon starten.
 
 
AG Kommunikation
Die AG Kommunikation arbeitet derzeit an einem Konzept um Journalisten und Verbraucher besser zum Thema nachhaltiges Palmöl zu informieren. Die Möglichkeiten die Verbraucherkommunikation in Zukunft zu verstärken stehen dabei im Vordergrund. Sie sind gerne dazu eingeladen Ihre Ideen in diesen Prozess einzubringen. Die AG hat ebenfalls ein Faltblatt zur Aufklärung über das Thema nachhaltiges Palmöl erarbeitet, welches ab sofort online abgerufen werden kann. Sollten Sie Interesse haben gedruckte Exemplare von diesem Faltblatt zu erhalten (kostenlos), geben Sie bitte Ihre Bestellung beim Sekretariat auf.


+ Auf dieser Seite können Sie den Flyer herunterladen

 
Follow-up Treffen mit NGOs
Am Montag den 16.6.2014 trafen sich WWF, Kuchenmeister und das Sekretariat mit den NGOs Greenpeace und Brot für die Welt. Dies war die follow-up Veranstaltung des im Rahmen der Mitgliederversammlung vereinbarten Dialogs mit den NGOs.
In offener und konstruktiver Atmosphäre haben wir ausführlich diskutiert, ob und wie Zusatzanforderungen über den RSPO hinaus auch konkret umgesetzt werden können. Denn Greenpeace hat nach wie vor deutlich gemacht, dass ihnen die RSPO-Kriterien nicht ausreichen, sondern dort signifikante Verbesserungen notwendig sind. Die wenigen konkreten Handlungsansätze werden in die Diskussion der AG Selbstverpflichtung mit aufgenommen. Dazu gehört u.a. wie die FONAP-Zusatzkriterien (Stopp des Anbaus auf Torf, verbesserte GHG-Bilanzen, Stopp der Nutzung gefährlicher Pestizide und Bezug von FFB nur aus legalem Anbau) in die Lieferkette bis auf Produzentenebene umgesetzt werden können. Für den Bereich der GreenPalm-/Book and Claim-Zertifikate bieten sich hier Off-Market Deals an, für den Bereich des physisch gehandelten Palmöls zumindest gezielte Anfragen an die Lieferkette, ob die Zusatzkriterien bei den Produzenten bereits Beachtung finden.
 
Treffen mit TFT (The Forest Trust)
Beim letzten Treffen des Lenkungsauschusses hat sich die NGO TFT (The Forest Trust) vorgestellt. TFT setzt sich sehr stark insbesondere für das Thema „Rückverfolgbarkeit“ ein und hat in Partnerschaften u.a. mit Nestlé und Mars die Lieferketten dieser Firmen durchleuchtet und transparent gemacht. Der Ansatz von TFT zielt darauf ab, dass die Raffinerien – als erster größerer Sammelpunkt von Palmöl – ihre eigenen Lieferanten (die Palmölmühlen) detailliert durchleuchten und dann die Palmölmühlen als eigene Lieferanten ausschließen, die nachweisbar (über Satellitenbilder und vor-Ort Besuche) in Entwaldung involviert sind. Eine Zertifizierung kommt dann erst an zweiter Stelle.
TFT geht es insbesondere darum die ganz schlechten Produzenten aus den Lieferketten auszuschließen was auch ohne Zusatzkosten möglich wäre; bei einer Zertifizierung jedoch immer Zusatzkosten anfallen.
Die besondere Herausforderung bei diesem Ansatz ist jedoch, dass viele Raffinerien bereits heute schon Überkapazitäten haben und deshalb der ersatzlose Verzicht auf Lieferanten in ökonomischer Hinsicht für diese Raffinerien schwierig ist. Auch die Frage der (unabhängigen) Kontrollen ist hier nicht abschließend geklärt, da es momentan nur eine Selbstkontrolle durch die Raffinerien gibt.
Nach längerer Diskussion im Lenkungsausschuss haben wir beschlossen, dass wir den von FONAP eingeschlagenen Weg der 100% Selbstverpflichtung fortgehen und die Frage der Rückverfolgbarkeit und inwieweit alle Mitglieder dort zusätzliche Verpflichtungen eingehen in der AG Selbstverpflichtung diskutieren.
 
Derivate – LIVE vor Ort
Unser Mitglied CREMER OLEO bietet insbesondere für die Derivate AG, aber auch für alle anderen Mitglieder des Forums, die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung des Produktionsstandortes Witten (am Rande des Ruhrgebiets) an. Diese findet statt am 1.8.2014 von 11.00 Uhr – 14.30 Uhr. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Fehrmann h.fehrmann@cremer.de oder telefonisch unter Tel: 040-32011279
 
Studienreise nach Malaysia
Wir möchten Sie auf eine einwöchige Studienreise nach Malaysia hinweisen, die von der Reiseagentur „Zeitwandel“ organisiert wird.
Die Studienreise, an deren Konzeption auch Fachleute der SEPAWA (Berufsverband der Wasch-/Reinigungsmittelindustrie, der Kosmetik- und der Parfümeriebranche) und des FONAP beteiligt waren, will die verschiedenen Facetten der Palmölwirtschaft beleuchten und damit einen Einblick in diese komplexe aber auch spannende Problematik geben. Dazu werden wir mit den unterschiedlichsten Akteuren – Industrie, Wissenschaftlern, Kleinbauern und ihren Vertretern aber auch mit Nicht-Regierungsorganisationen sprechen.
Die Studienreise will Ihnen Informationen und Hintergründe vermitteln und somit helfen, pragmatische Lösungen zur Optimierung des Nachhaltigkeitsprofils Ihres Unternehmens zu finden und mit der Problematik adäquat umzugehen.

Erste Informationen zum Verlauf der Reise, die für das erste Quartal 2015 geplant ist, sowie zu den Reisekosten, können Sie der angehängten Präsentation des Veranstalters entnehmen. Die Detailplanung der Reise hängt von der Teilnehemranzahl ab. Falls Sie Interesse haben an der Studienreise teilzunehemen, melden Sie sich bitte zunächst unverbindlich bei Frau Kohlmann, unter info@zeitwandel.net, an.
 
NEUIGKEITEN AUS DEM PALMÖLSEKTOR
RSPO ACOP (Annual Communication of Progress) Berichte müssen bis zum 19.09.2014 abgegeben werden

Alle regulären und „Associate“ Mitglieder des RSPO müssen bis zum 19.09.2014 Ihre Fortschrittsberichte (ACOP) 2013/ 2014 abgeben. Die Abgabe von jährlichen ACOP-Berichten ist Bestandteil des Verhaltenskodex des RSPO und dient dem RSPO dazu das Engagement und den Fortschritt der RSPO Mitglieder zu verfolgen und auf bestimmte Entwicklungen bei den Mitgliedern zu reagieren. Alle Berichte werden auf der Webseite des RSPO veröffentlicht.

Sollten sich Fragen bei der Erstellung des Berichtes ergeben, können Sie den RSPO unter folgender E-Mail Adresse erreichen: rspo@rspo.org.


+ Link zur Online-Plattform um den ACOP-Bericht einzureichen

 
Rückblick auf den RSPO EU-Summit
Anfang Juni 2014 hat der European Summit des RSPO in London stattgefunden. Drei wesentliche Ereignisse sind besonders berichtenswert:
1) Der indonesische Vize-Handelsminister hielt eine Eingangsrede und machte deutlich, dass die indonesische Regierung dem RSPO gegenüber mittlerweile deutlich offener sei. Es gäbe Überlegungen in der Regierung den Export von nicht zertifiziertem Palmöl in Zukunft zu verbieten. Derzeit muss Palmöl in Indonesien nach ISPO (Indonesian Sustainable Palm Oil Standard) zertifiziert werden. Beim ISPO-Standard fehlen jedoch wesentliche Punkte, insbesondere in Bezug auf Entwaldung. Eine Benchmarkstudie mit dem RSPO wurde durchgeführt und die Regierung prüft derzeit, ob ISPO mit dem RSPO harmonisiert werden könnte. Der Minister regte auch an, dass die EU den Import von nicht-zertifiziertem Palm- und Pflanzenöl auch verbieten könnte, dies müsste dann jedoch gleichfalls für andere Öle gelten (Olivenöl, Sojaöl, Rapsöl, etc.).
2) Die webbasierte Plattform Global Forest Watch wurde lanciert (Beta Version). Dies ist eine öffentlich zugängliche Internetseite auf Basis von Google Earth, auf der RSPO Konzessionsgrenzen eingezeichnet sind und Entwaldung nachverfolgt werden kann. Sie finden die Seite unter: http://www.globalforestwatch.org
3) Der RSPO kann nach wie vor nicht über seine langfristigen Wirkungen berichten und weiß nach wie vor nicht, ob bestimmte Indikatoren wissenschaftlich fundiert sinnvoll sind. Ein Beispiel: Es ist letztlich willkürlich im Standard festgelegt welche Pufferzonen zwischen Plantagen und Flussläufen eingehalten werden müssen, um zu verhindern, dass Pestizide und Düngemittel in die Flüsse fließen. Keiner weiß, ob die Abstände die genau richtigen sind, oder ob sie vergrößert werden müssen oder ggf. auch verkleinert werden können. Ein Verbund aus Universitäten aus England hat dazu ein Forschungsprojekt vorgestellt, welches die Wirkungen einer RSPO Zertifizierung im Feld überprüfen will. Trotz intensiven Lobbyings der Universitäten und der von allen Stakeholdern gesehenen Notwendigkeit gelingt es nicht, die notwendigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Das FONAP hat aus Projektmitteln 25.000 EUR zur Verfügung gestellt unter der Bedingung, dass sich noch weitere RSPO-Mitglieder an der Finanzierung beteiligen. Bislang hat nur SHELL weitere 25.000 EUR bereitgestellt. Ob das Projekt umgesetzt werden kann ist somit noch fraglich.


+ Link zu dem offiziellen Protokoll des RSPO EU-Summits

 
Das Chemieunternehmen Peter Greven bietet RSPO MB Produkte an
Peter Greven GmbH & Co. KG produziert und vertreibt seit Oktober 2013 pflanzlich basierte Stearate und Dispersionen mit RSPO MB zertifizierter Fettsäure. Bitte kontaktieren Sie verkauf@peter-greven.de falls Sie weitere Informationen zu den Produkten erwünschen.


+ Link zur Pressemitteilung der Peter Greven GmbH

 
PRESSE
Das FONAP in der Presse
Lebensmittel-Technologie (Schweiz), Ausgabe: 6/2014: Zertifiziertes Palmöl – es läuft nicht wie geschmiert.
Rat für Nachhaltige Entwicklung am 19.06.2014:Nachhaltiges Palmöl boomt, Zertifizierung ist umstritten
Love Green TV-Interview: Gute Ansichten von Stefan Schulze-Hausmann
Energiezukunft vom 26.06.2014: Zertifizierung von nachhaltigem Palmöl umstritten
Betterpalmoildebate.org vom 25.07.2014: Interview mit Daniel May
 
Palmöl in der Presse
Mehrere Artikel in der deutschen Presse haben sich mit einer Studie über den afrikanischen Palmöl-Sektor beschäftigt. In der Studie wird davor gewarnt, dass die Expansion der Palmölflächen in mehreren afrikanischen Ländern zur Bedrohung von Menschenaffen führen könnte. In den Artikeln wird auch erwähnt, dass sich Unternehmen bei der Anlegung von neuen Palmölplantagen an den RSPO Standard halten sollten. Die Artikel finden Sie unter folgenden Links:
Süddeutsche Zeitung vom 11.07.2014: Todbringende Ölpalmen, Palmölboom in Afrika
Spiegel Online vom 14.07.2014: Palmölanbau: Plantagen bedrohen Afrikas Menschenaffen
Berliner Morgenpost vom 14.07.2014: Gier nach Palmöl bedroht Menschenaffen
Focus Online vom 15.07.2014: Palmöl-Plantagen bedrohen Menschenaffen in Afrika

Neue Züricher Zeitung vom 17.07.2014 (Schweiz): Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, Kampf gegen Palmöl-Problematik
 
Termine
Termine
AG Kommunikation: 22.09.2014 beim WWF in Berlin
AG Derivate: Mitte Oktober 2014
RSPO RT 12 und GA 11: 17.112014 - 20.11.2014 in Kuala Lumpur
 

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Sekretariat Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl | c/o GIZ GmbH
Friedrich-Ebert-Allee 36| 53113 Bonn, Deutschland
Telefon: +49 228 4460-3687| E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org


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Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe