Sehr geehrte Palmölinteressierte, der FONAP-Newsletter kann und will die Corona-Krise nicht ausblenden. Das Virus hat auch die Palmöl-Bra

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NEWSLETTER

FONAP-Newsletter I 2020

Sehr geehrte Palmölinteressierte,

der FONAP-Newsletter kann und will die Corona-Krise nicht ausblenden. Das Virus hat auch die Palmöl-Branche fest im Griff. Inwiefern die Produktion und der Absatz von Palmöl eingeschränkt ist und welche Anstrengungen die FONAP-Mitglieder gegen die Krise unternehmen, erfahren Sie in diesem Newsletter.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl startet ab 2021 in eine neue Phase und passt seine Ausrichtung neu an. Die Mitglieder sind aufgerufen, sich über neue Strategien Gedanken zu machen. In Zeiten von Corona sind persönliche Begegnungen bei Workshops unmöglich. Die Strategieentwicklung vollziehen die FONAP-Mitglieder deshalb aus dem Homeoffice.

Auch berichtet dieser Newsletter über den aktuellen Stand des FONAP-Kleinbauernprojekts in Malaysia – wie gehen die Menschen dort mit den Einschränkungen um?

In der Schweiz hat sich ein Palmöl Netzwerk gegründet. Über die Beweggründe und Ziele der Initiative führten wir ein Interview mit Stefan Kausch, dem Koordinator des Netzwerks.

Und – FONAP hat eine ziemlich einzigartige Publikation vorgelegt. Eine anschauliche Handreichung, die komplexe Themen wie Derivate, Fraktionen oder Emulgatoren übersichtlich darstellt.

Und jetzt viel Spaß beim Lesen. Weitere aktuelle Informationen zum FONAP und nachhaltigem Palmöl finden Sie wie immer unter TWITTER.

 

 

Konsequent gemeinsam gestalten

FONAP-Strategieentwicklung trotz Corona

 

Der 17. März 2020 sollte ein wichtiger, ein besonderer Tag werden. Das Hotel in Berlin war gebucht. Die Mitglieder eingeladen. Die Besprechungsräume angemietet, Marker, Flipp-Charts und Schreibkärtchen eingepackt. Und dann erfolgte, wenige Tage vor dem 17. März, die Absage der Zukunftswerkstatt im geplanten Format.

Das Corona-Virus durchkreuzt sämtliche Planungen und zwingt alle zu veränderten Arbeitsweisen. FONAP hat aus der Not eine Tugend gemacht und gestaltet seine Zukunftswerkstatt digital. Die Mehrheit der Mitglieder engagiert sich konzentriert bei den einzelnen Meetings und bringt vielfältige, kreativen Ideen und Vorschläge in die Arbeitsgruppen ein. Aus der geplanten, eintägigen Zukunftswerkstatt wurde also ein Prozess, der sich auf mehrere Veranstaltungen verteilt und nach zweimonatiger intensiver Arbeit in einem neuen Termin für die Zukunftswerkstatt am 12. Mai 2020 mündet. 

 

 

 

 

 

Strategieentwürfe aus dem Homeoffice - FONAP-Mitglieder bei der Arbeit

Die Zukunftswerkstatt ist für FONAP von großer Bedeutung, „weil wir dort mit den Mitgliedern die Grundlagen unserer gemeinsamen Arbeit für die kommende Dekade erarbeiten möchten. Die zusätzlichen Mühen unter kurzfristig besonderen Bedingungen lohnen sich, und ich bin sehr dankbar, dass sich so viele Mitglieder konsequent am gemeinsamen Gestalten beteiligen“, sagt Almut Feller, FONAP-Vorsitzende.

FONAP geht im kommenden Jahr in eine neue Phase, wird sich neu ausrichten und weitere Antworten finden zu Themen wie: Entwaldungsfreiheit, Erhalt von Naturraum, Kampf gegen Ausbeutung und Diskriminierung, eine gerechte Entlohnung und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage.

Die Gedanken der FONAP-Verantwortlichen gehen aber nicht nur in die fernere Zukunft. 2020 ist ein besonderes Jahr für den Verein, der im Herbst seinen fünften Geburtstag feiert. In welcher Form das Jubiläum begannen werden kann ist zum jetzigem Zeitpunkt nicht absehbar

Weitere Veranstaltungen sind geplant. Am 24. November lädt FONAP zu seiner großen Generalversammlung. Ein weiteres wichtiges Ereignis ist die öffentliche Präsentation der neuesten, bereits dritten Palmöl-Studie. Diese besondere Analyse sammelt Daten und Fakten zu Palmölverbrauch und Nutzung von nachhaltigem Palmöl in Deutschland. Dazu ist eine Pressekonferenz geplant.

Weitere Untersuchungen, Studien und Berichte sind in Planung oder bereits unterwegs. Das gilt auch für mehrere Webinare zu Themen wie Zertifizierung oder Lieferkettenstandards.

 

 

Spekulationen, Unsicherheiten und Hoffnungen

Palmölproduktion in Zeiten von Covid 19

 

Corona nimmt Einfluss auf alle Wirtschaftsbereiche, weltweit. So auch bei den Rohstoffen. In Vietnam ist der Handel mit Kaffeebohnen durch eine Kontaktsperre weitgehend zum Erliegen gekommen. Ebenso sind indische Bananenfarmer und Kautschukproduzenten betroffen, während Hygienekontrollen den Export von argentinischem Soja behindern. Auch der Palmölpreis fällt weiter.

Die Exporte von Rohpalmöl aus Indonesien gingen bereits im Januar stark zurück, da die neuartige Coronavirus-Pandemie die weltweite Nachfrage sinken ließ.

Indonesiens Palmöl-Exporte schrumpften im Januar um 35,5 Prozent auf 2,39 Millionen Tonnen, so der indonesische Ölpalmenbauernverband. In den Monaten Februar und März hat sich dieser Trend weiter fortgesetzt. “Die neuartige Coronavirus-Pandemie hat die Weltwirtschaft verlangsamt und den Verbrauch von Pflanzenöl gesenkt”, sagte der Exekutivdirektor des Verbandes, Mukti Sardjono, und fügte hinzu, dass die Palmöl-Lagerbestände der Importländer weiterhin hoch seien.

Ähnliche Nachrichten erreichen den Verein aus Malaysia, dem zweitgrößten Palmölerzeugerland. Dort leidet die Produktion auch unter dem Shutdown. Transporte finden nicht statt. Bauern dürfen ihre Plantagen nicht mehr betreten. Die Ölfrüchte können nicht rechtzeitig geerntet werden, verlieren damit an Qualität und müssen schlimmstenfalls entsorgt werden. Nageeb Wahab, Chef der Malaysian Palm Oil Association, sagt: „Selbst, wenn wir exportieren könnten, wir hätten nichts zum Verschiffen. Die Lager sind weitestgehend leer.“

 

DAZU: Interview mit Dr. Christian Gradert, ICOF Europe

Wie ist es um die Versorgungslage mit Palmöl in Deutschland bestellt? Wie reagieren die globalen Märkte auf die Krise? Dazu äußerte sich im Interview Dr. Christian Gradert von Intercontinental Oils & Fats Europe GmbH (ICOF Europe). ICOF Europe ist langjähriges FONAP-Mitglied. 

Das Kerngeschäft der ICOF Europe GmbH ist der Vertrieb von oleochemischen Produkten, erzeugt aus Palm- und Palmkernöl, in Europa sowie Teilen des mittleren Ostens und Nordafrika. ICOF ist Mitglied der Musim Mas Gruppe, einem der größten Palmölproduzenten der Welt.

 

Dr. Christian Gradert, ICOF Europe

 

Herr Gradert, können Sie uns einen Überblick geben über die globale Palmölproduktion in Zeiten von Corona?

Es ist derzeit schwierig, eine für die gesamte Industrie gültige Aussage zur Produktion, dem Konsum und der zukünftigen Verfügbarkeit von Palmöl zu treffen.

In den Ursprungsländern Indonesien und Malaysia haben die Regierungen erst vor kurzem begonnen, die Einschränkungen für die Industrie und die Bevölkerung zu verschärfen. Eine Maßnahme, die zu einer schnelleren Bewältigung der Krise, aber auch zu zwischenzeitlichen Beeinträchtigungen in der Lieferkette führen kann. Industrien z. B. im Bereich Lebensmittel – also auch Palmöl – sollen von diesen Beschränkungen ausgenommen sein. Da die Einschränkungen noch relativ neu sind und jederzeit verschärft oder gelockert werden können, werden wir jedoch die kommenden Wochen abwarten müssen, um die genauen Auswirkungen auf die Lieferkette in Europa abschätzen zu können.

Blicken wir nach Europa, so scheint die Logistik nach Verbesserung der Grenzkontrollen derzeit wieder einigermaßen reibungslos zu funktionieren. Raffinerien und verarbeitende Industrien sind stark automatisiert und wären auch im Falle von geringer Besetzung vor Ort meist voll funktionsfähig.

Auf der Konsumseite scheint jedes Unternehmen, das Palmöl und dessen Fraktionen sowie Derivate für die Produktion benötigt, unterschiedlich auf die derzeitige Situation zu reagieren. Es gibt einige Unternehmen, die – wie in der Automobilindustrie – ihre Produktion stark herunterfahren. Bei anderen Unternehmen beobachten wir kaum eine Änderung im Bedarf.

 

Gibt es Unterschiede zwischen konventionellem und nachhaltig-zertifiziertem Palmöl?

Die Produktion von nachhaltig-zertifiziertem und nicht-zertifiziertem Palmöl ist logistisch und geographisch eng verbunden. Einschränkungen, die durch die örtlichen Regierungen verhängt werden, treffen zertifizierte und nicht zertifizierte Produzenten gleichermaßen.

Während bei uns in Europa Audits nach dem Supply Chain Standard teilweise über remote-Desktop durchgeführt werden können, ist dies bei Plantagen und Mühlen bedeutend schwieriger. Die Zertifizierungsorganisationen zeigen sich jedoch auch hier meist kulant und erlauben die Verschiebung von Überwachungsaudits auf einen späteren Zeitpunkt, sodass der Zertifizierungsstatus vorerst keine Ursache einer Einschränkung darstellen sollte. Natürlich ist auch dies abhängig von der Dauer der Pandemie.

 

Was beobachten Sie bei anderen Pflanzenölen?

Als Händler von Derivaten, welche hauptsächlich aus Palmöl stammen, erreichen uns nur verzögert Informationen zu anderen Pflanzenölen.

Klar ist jedoch, dass sich die Pandemie auf jedem Kontinent anders entwickelt und sich auch die Auswirkungen auf Menschen und (Land-)Wirtschaft von Land zu Land stark unterscheiden.

Für die europäischen Ölsorten wie Raps oder Mais sehe ich derzeit die geringsten Auswirkungen durch die Pandemie.

In der Region Südamerika scheint die Entwicklung der Pandemie zeitlich etwas versetzt stattzufinden, was es schwer macht, den Einfluss auf die Soja-Produktion vorherzusagen.

 

Welche Preisentwicklung ist beim Palmöl zu erwarten?

Wie bereits bei den Aussagen zur Verfügbarkeit erwähnt, wird der Preis nicht alleine von den direkten Auswirkungen der Pandemie bestimmt. Es könnten sich hier weitere indirekte Kreuzauswirkungen durch eine schwankende Nachfrage ergeben, welche sich sowohl positiv als auch negativ auf die Preise auswirken können. So oder so ist damit zu rechnen, dass die Preise stärkeren kurzfristigen Schwankungen ausgesetzt sein werden als sonst.

 

 

FONAP-Projekt in Malaysia

Auch Kleinbauern von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen

 

Im Dezember 2019 wurde die zweite Phase des FONAP-Kleinbauernprojektes mit den Partnern Wild Asia und WWF gestartet. Der Palmölsektor ist – wie viele andere Branchen auch – durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus seit März 2020 beeinträchtigt. Das betrifft auch die FONAP-Projektaktivitäten in Malaysia. Dort wurden unter anderem Ausgangsbeschränkungen verhängt, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

„Zurzeit sind unter anderem Ölmühlen geschlossen und Palmölfrüchte können nicht verkauft werden. Generell ist die Mobilität extrem eingeschränkt. Das bedeutet geringere Einkommen für die Kleinbauern in der Projektregion. Darüber hinaus kann unser Kooperationspartner Wild Asia seine Schulungsaktivitäten und Treffen nicht wie geplant durchführen“, sagt Hari Arti Khalsa vom WWF. 

 

 

 

 

 

                                     Hari Arti Khalsa (l) mit Mitarbeitern und Kleinbauern beim Start der Projektphase zwei

Das Forum Nachhaltiges Palmöl wird die Kleinbäuerinnen und -bauern in dieser schwierigen Situation weiter unterstützen. Dazu Sascha Tischer, stellvertretender Vorsitzender des FONAP: „Soweit machbar soll die verlorene Zeit durch den Lockdown wieder aufgeholt werden. Auch ist eine kostenneutrale Verlängerung des Projekts in einem gewissen zeitlichen Rahmen grundsätzlich möglich. Die Arbeitsgruppe „Projekt“ und der Vorstand werden in den nächsten Wochen zusammen mit WWF und Wild Asia diese und andere Möglichkeiten ausloten.“ 

Durch freiwillige Spendengelder der FONAP-Mitglieder wird die malaysische NGO Wild Asia unterstützt, Kleinbauern und -bäuerinnen in nachhaltigen Anbaupraktiken zu schulen und die Rückverfolgbarkeit von Palmöl mit einer innovativen App zu verbessern. 

In den ersten vier Monaten der Projektlaufzeit konnten die Mitarbeitenden von Wild Asia bereits 36 Kleinbauern auf die Zertifizierung vorbereiten, 20 Kleinbauern konnten an Schulungen teilnehmen und drei Demonstrationsflächen wurden in Betrieb genommen. Außerdem konnten Palmölhändler für die Benutzung der App gewonnen werden. Weitere Informationen zum FONAP-Projekt finden Sie auf unserer Website.

 

 

„Die Bündelung der Kräfte“

In der Schweiz gründet sich das Palmöl Netzwerk

Seit März diesen Jahres gibt es in der Schweiz das Palmöl Netzwerk, in dem sich acht namhafte Schweizer Unternehmen zusammengeschlossen haben. Über die Beweggründe und die Ziele der Initiative gab Stefan Kausch, dem Koordinator des Netzwerks, in einem Interview Auskunft.

 Stefan Kausch, Palmöl Netzwerk

 

Herr Kausch, im März 2020 wurde das Palmöl Netzwerk gegründet. Was war der Auslöser dafür?

Alle im Palmöl Netzwerk beteiligten Akteure arbeiten zum Teil seit etlichen Jahren an ökologischen und sozialen Verbesserungen in der Palmölwertschöpfungskette. So gehört Migros zu den Gründungsmitgliedern vom RSPO. Alle haben Zielsetzungen und Strategien entwickelt, um die Palmölproduktion nachhaltiger zu machen. Was bisher fehlte: die Bündelung der Kräfte. Durch das Palmöl Netzwerk können die Marktakteure nun von ihren Erfahrungen gegenseitig profitieren, gemeinsam neue Projekte initiieren und ihre Anstrengungen und Resultate der Öffentlichkeit bekannt machen.

 

Stellen Sie den Leserinnen und Lesern das Netzwerk bitte etwas genauer vor: Sind Sie zum Beispiel – ähnlich wie das FONAP – eine Multiakteursplattform mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Interessengruppen?

Die acht Gründungsmitglieder Barry Callebaut, Coop, Florin, Migros, M-Industrie, Nestlé Schweiz, Nutriswiss und Pro Fair Trade repräsentieren Import, Verarbeitung und Einzelhändler und decken einen hohen Anteil des Palmölmarktes für Lebensmittel ab. Damit haben sich alle wesentlichen Akteure der Schweiz zusammengetan, um in den vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungsketten gemeinsam Einfluss zu nehmen und Wirkung zu erzielen. Eine Multistakeholderplattform sind wir noch nicht. Aber eine Begleitgruppe aus anerkannten Experten von Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Bund befindet sich im Aufbau. Sie wird die Aktivitäten des Palmöl Netzwerks mitgestalten und Impulse zur Weiterentwicklung geben.

 

Das FONAP zielt auf die Verwendung von 100 Prozent nachhaltig-zertifiziertem Palmöl in allen Wirtschaftssektoren. Gleichzeitig begleitet der Verein die Zertifizierungssysteme bei der Verbesserung ihrer Standards kritisch und konstruktiv. Was ist die Mission Ihres Netzwerks?

Wir gehen Schritt für Schritt vorwärts. Die RSPO Zertifizierung ist der Ausgangspunkt: In die Schweiz importiertes Palmöl und Palmkernöl für Lebensmittel ist bereits zu 99% nach RSPO zertifiziert. Auch wenn die Anforderungen für RSPO-zertifiziertes Palmöl im November 2018 verschärft wurden, bleibt die Weiterentwicklung des Standards sowie die Implementierung und glaubwürdige Überprüfung der beschlossenen Erneuerungen eine Herausforderung. Deshalb will das Palmöl Netzwerk seine Arbeit in der ersten Phase auf die bestehenden Lieferketten konzentrieren. Dazu definieren wir in einem Aktionsplan, wie die neuen Anforderungen bei den Lieferanten implementiert und deren Einhaltung kontrolliert werden können. In einer zweiten Phase ab 2021 werden wir den Fokus erweitern. Andere tropische Öle angehen, in die Schweiz importiertes verarbeitetes Palmöl (in Halb- und Fertigprodukten) einbeziehen oder Landscape-/Smallholder-Projekte unterstützen.

 

Wie wird das Thema Palmöl/nachhaltiges Palmöl in der Schweizer Öffentlichkeit diskutiert?

Palmöl hat auch in der Schweiz ein Imageproblem. Auch bei uns wird stark generalisiert und der Palmölanbau wird mit Abholzung von Urwäldern und Ausbeutung der Bevölkerung gleichgesetzt. Bei den anstehenden Diskussionen um das umfassende Freihandelsabkommen (CEPA) zwischen den EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) und Indonesien droht die Kulturpflanze zum Symbol gegen die Globalisierung und weitere Handelsabkommen zu werden. Dies obwohl die Schweiz kaum Palmöl aus Indonesien bezieht. Sehr wohl möglich, dass in Kürze in der Schweiz eine Volksabstimmung über das EFTA-Indonesien Abkommen stattfindet.

  

Und wie reagieren die Unternehmen darauf?

Die Mitglieder des Palmöl Netzwerks begegnen diesen Herausforderungen mit unterschiedlichen Strategien. Die Importeure Florin, Nutriswiss und Pro Fair Trade haben langfristige Handelsbeziehungen aufgebaut und beschaffen nachhaltig zertifiziertes Palmöl in Ländern wie Salomonen, Elfenbeinküste, Papua-Neuguinea, Kambodscha, Kolumbien. Nestlé ist Pionier bei der Transparenz und Rückverfolgbarkeit und überwacht illegale Abholzung und Landumwandlung mit einem Satellitensystem. Barry Callebaut ist Mitglied bei der Palm Oil Innovation Group (POIG) und entwickelt zusammen mit USAID eine Charta für nachhaltiges Kokosöl. Coop setzt bei konventionellen Lebensmittel-Eigenmarken auf Bio Suisse-zertifiziertes Palmöl. Wo möglich und sinnvoll haben die Mitglieder aber auch Palmöl mit anderen Ölen ersetzt.

 

Wie in anderen europäischen Staaten haben auch Sie es mit „Free from Palm Oil“-Claims zu tun! Wie geht Ihr Netzwerk damit um?

Unaufgeregt. Tatsache ist, dass Palmöl eine sehr effiziente Ölpflanze ist und dass sie, nachhaltig und zertifiziert angebaut, aus ökologischer Sicht eine sehr gute Wahl ist. Die andere Realität ist, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten mit ihrem Einkaufsverhalten die Regenwälder vor Abholzung schützen wollen. Da die Ausweitungen von Palmölplantagen regelmäßig für Negativschlagzeilen sorgen, ist es nachvollziehbar, dass ein Teil der Bevölkerung palmölfreie Produkte kauft. Die Importstatistik der Schweiz spiegelt diesen Trend: Vor zehn Jahren waren die Einfuhren von Palmöl und Palmkernöl für Lebensmittel noch um einen Viertel höher. Verhältnisse wie in Italien oder Frankreich, wo palmölfreie Claims auf vielen Verpackungen zu finden sind, erwarte ich in der Schweiz aber nicht.

Wichtig für uns: 1. Das Palmöl Netzwerk kümmert sich nicht um Trends, sondern will die Anbaubedingungen in den Ursprungsländern langfristig verbessern. 2. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges und zertifiziertes Palmöl aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht ein sehr wertvoller, sinnvoller und guter Rohstoff für die Lebensmittelindustrie ist. 3. Wir laden alle Marktakteure ein, sich für eine nachhaltige Palmölproduktion zu engagieren und – falls sie palmölfreie Produkte herstellen – die alternativen Rohstoffe auch nachhaltig zu beschaffen.

 

 

Einfach und ziemlich einmalig

FONAP-Mitglieder entwickeln neue Handreichung

 

Es sind nicht die Zeiten, in denen wir verwöhnt werden mit guten Nachrichten. Um so mehr freut sich das FONAP, eine ziemlich einmalige Publikation präsentieren zu können: Die Handreichung Derivate & Fraktionen.

Wer sich mit dem Thema nachhaltiges Palmöl befasst, kommt um Begriffe wie Derivate, Fraktionen, Tenside oder Emulgatoren nicht herum. Palmöl lässt sich in chemischen Prozessen in unzählige Teilstoffe spalten. Das sind sehr komplexe Vorgänge, die in erster Linie Chemikerinnen und Chemiker verstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                Deckblatt "Handreichung Derivate&Fraktionen"

 

Im FONAP wurde deshalb der Ruf nach einer illustrierten und gut verständlichen Broschüre laut, die sich dem komplexen Thema der Fraktionen und Derivate bei nachhaltigem Palmöl annimmt. Der Grund: Es gebe immer wieder Vermittlungsprobleme zwischen Produzenten und Händlern und umgekehrt.

Diese Lücke soll diese Handreichung nun schließen. Andreas Knoell, FONAP Generalsekretär: „Die Handreichung ist ein Produkt der Arbeitsgruppe „Derivate“. Über mehrere Monate haben sich die Mitglieder am Entwicklungsprozess beteiligt. Deren Kompetenz hat uns zu einem sehr hilfreichen Dokument verholfen. Vielen Dank an alle Beteiligten!“

Die Handreichung steht ab sofort im Download-Bereich der FONAP Homepage zur Verfügung: In zwei Versionen: Als Digitalversion oder als Druckversion.

 

 


PRESSESCHAU

 

RND – 17.03.2020

Nachhaltiges Palmöl – geht das?

https://www.rnd.de/wissen/nachhaltiges-palmol-geht-das-D3K33OQTXND4DPJHRH56WEWFFI.html

 

proplanta – 09.04.2020

Abholzung für Soja und Palmöl soll verringert werden

https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarpolitik/abholzung-fuer-soja-und-palmoel-soll-verringert-werden_article1586406651.html

 

The Edge Markets – 10.04.2020

Malaysia March palm oil stocks up 1.7% amid higher-than-expected output, exports

https://www.theedgemarkets.com/article/malaysia-march-palm-oil-stocks-17-173-mln-t-mpob

 

Eco-Business – 19.04.2020

As palm oil for biofuel rises in Southeast Asia, tropical ecosystems shrink

https://www.eco-business.com/news/as-palm-oil-for-biofuel-rises-in-southeast-asia-tropical-ecosystems-shrink/

 

JakartaGlobe – 19.04.2020

A Helping Hand: Palm Oil Company Donates Ventilators for Covid-19 Hospitals

https://jakartaglobe.id/business/a-helping-hand-palm-oil-company-donates-ventilators-for-covid19-hospitals

 

DER STANDARD – 20.04.2020

Warum immer mehr Palmöl verheizt wird

https://www.derstandard.at/story/2000116930383/warum-immer-mehr-palmoel-verheizt-wird

 

The Economic Times – 22.04.2020

Edible oil industry wants import of refined palm oil to be restricted

https://economictimes.indiatimes.com/news/economy/foreign-trade/edible-oil-industry-wants-import-of-refined-palm-oil-to-be-restricted/articleshow/75287117.cms