Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.   Rundbrief 01/2018  

Newsletter

NEWSLETTER

Newsletter 01/2018


Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

 
Forum Nachhaltiges Palmöl Rundbrief 01/2018
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

wir hoffen, dass Sie das Jahr 2018 gut begonnen haben! Es wird sicherlich spannend bleiben. Wir freuen uns weiterhin auf die konstruktive Zusammenarbeit!

Das alte Jahr haben wir mit einer Zukunftswerkstatt in Berlin beendet. Ziel war es, strategisch-konzeptionell zu denken, um das FONAP zukunftsfähig aufzustellen. Rund 20 Mitglieder diskutierten über wichtige Themen. Alle anwesenden Mitglieder fanden den Austausch bereichernd und betonten noch einmal die Bedeutung des Vereins. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt finden Sie in diesem Mitgliederrundbrief.

Lesen Sie darüber hinaus, welchen Beitrag Daniel May zu einer aktuellen Reportage über Palmöl im SPIEGEL geleistet hat, welche „Highlights“ das vergangene Jahr für tropische Regenwälder bereitgehalten hat und finden Sie heraus, wie der Anbau von Ölpalmen Schäden an Wäldern verursacht, die nicht in unmittelbarer Nähe von Palmplantagen liegen. Diese und weitere Themen lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei,
Ihre FONAP-Redaktion

Aktuelle Themen

» Zukunftswerkstatt des FONAP
» Reportage im Spiegel
» 1. Treffen der AG Derivate
» Scorecard des WWF veröffentlicht
» Generalversammlung und Jahrestagung des ISCC e.V.
» Vom indirekten Einfluss
» Rückblick
» Presseschau
 
Zukunftswerkstatt des FONAP
Zurück in die Zukunft

Am 12. und 13. Dezember 2017 kamen Vertreter von rund 20 Mitgliedsunternehmen des FONAP in Berlin zusammen. Gemeinsam haben sie darüber beraten, wie der Verein langfristig arbeiten soll, wie diese Arbeit finanziert wird und welche Themen für ein FONAP 2.0 relevant sein könnten.

Wichtigstes Ergebnis der zweitägigen Zukunftswerkstatt: Keines der anwesenden Mitgliedsunternehmen stellte die Fortsetzung des FONAP nach dem Auslaufen des Förderzeitraums durch die Bundesregierung Ende August 2018 infrage. Vielmehr einigten sich die Anwesenden unter der Fragestellung „Wie geht es weiter bis 2020?“ auf Konturen der weiteren Arbeit, die in verschiedene Arbeitsaufträge an Vorstand und Sekretariat des FONAP mündeten.

Einstimmig hielten die Anwesenden an der Selbstverpflichtung der Mitglieder fest und äußerten die Hoffnung, dass sich auch die Bundesregierung weiter beteiligen wird. Klar ist jedoch: Auch ohne eine finanzielle Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wird das FONAP seine wichtige Arbeit – dann jedoch in reduziertem Umfang – fortsetzen können.

Wichtige Themen, die auch in Zukunft eine Rolle spielen sollen, sind neben der Teilnahme des FONAP an politischen Prozessen auf deutscher, europäischer und internationaler Ebene auch die Stärkung des Vereins als Austausch- und Wissensplattform sowie der Erhalt der hohen Glaubwürdigkeit durch Monitoring und Reporting zur Einhaltung der Selbstverpflichtung.

„Die hohe und positive Resonanz auf diese Veranstaltung spiegelt das große Interesse aller Mitglieder am FONAP wieder“, freut sich die stellvertretende Vorsitzende des FONAP, Manuela Mewes, und ergänzt, „wir haben in den vergangenen 24 Stunden einige wichtige Impulse und Themen sammeln können, um das FONAP über 2018 hinaus zukunftssicher aufzustellen.“

In einem Zwiegespräch mit Daniel May sprachen sich der Vorsitzende Leonhard Graf Rothkirch-Trach und der Geschäftsführer, Daniel Merdes, des jüngsten Mitglieds Borneo Orangutan Survival Deutschland e. V. (BOS) für eine Fortführung des FONAP aus – ein Wunsch, den alle Anwesenden teilen.

Sie konnten nicht an der Zukunftswerkstatt teilnehmen? Hier können Sie das Ergebnis-Protokoll des Tages downloaden.

Sie haben weitere Ideen, mit welchen inhaltlichen Themen sich das FONAP zukünftig befassen soll? Das Sekretariat nimmt Ihre Vorschläge jederzeit gern entgegen und freut sich über Ihre Nachricht.
 
Reportage im Spiegel
Keine Alternative für Kleinbauern

In den vergangenen Monaten und Jahren konnte das FONAP seinem Status als Wissensplattform auch für Medienschaffende immer wieder gerecht werden. Auch verschiedene Medien haben immer wieder bewiesen, dass eine differenzierte Berichterstattung über Palmöl möglich ist. Und manchmal kommt beides zusammen, wie im vorliegenden Fall.

Im Oktober vergangenen Jahres nahmen zwei Journalisten von Spiegel-Online, Vanessa Steinmetz und Karl Vandenhole, Kontakt zum FONAP auf. Ihr Plan: eine Reportage über Kleinbauern, das nachhaltige Palmöl, das sie produzieren, Ursachen des Palmöl-Booms und ihre politischen Hintergründe – erklärt am Beispiel von Thailand. Eine treffende Wahl, denn dort werden mehr als dreiviertel der Felder mit Ölpalmen von Kleinbauern bearbeitet.

Kleinbauern, die zwischen 2009 und 2012 unter anderem von Daniel May und seinem Team der GIZ – im Auftrag des deutschen Umweltministeriums – in Betriebsführung, nachhaltigen Anbaumethoden und der Verbesserung ihrer Erträge trainiert wurden. Mit Erfolg: Die weltweit ersten Nachhaltigkeitszertifikate für Palmöl aus Thailand wurden ausgestellt und seit dem Jahr 2012 verkauft.

Das Ergebnis der Recherche ist eine spannende Reportage mit erklärenden Bildern und Videos über die Abhängigkeit thailändischer Palmöl-Bauern von Europas Konsumenten fast sechs Jahre nach Projektabschluss.

Hier können Sie die Reportage lesen. Darüber hinaus gibt es auch einen Podcast zum Nachhören.
 
1. Treffen der AG Derivate
Über Blockchain und andere Technologien

Vielfältige Einblicke in das Thema Derivate wurden Mitgliedern und Supportern in der ersten AG-Sitzung im Jahr 2018 geboten, die 31. Januar in den Räumlichkeiten der GIZ in Eschborn stattfand.

Nachdem die neue Mitgliedkategorie Supporter im September 2017 durch die Mitgliedschaft verabschiedet wurde, entschieden die Teilnehmer der AG, sich künftig noch intensiver mit dem Thema Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu beschäftigen. Ein Thema, das insbesondere im Bereich Derivate in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird.

Entsprechend waren an diesem Tag mehrere Experten zu Gast, die sich mit Fragen rund um eine Rückverfolgbarkeit verschiedenster Rohstoffe beschäftigen: Lisa Schaller und Paula van Hartog stellten die Plattform PalmTrace vor, Dr. Christian Gradert, selbst aktives Mitglied des FONAP und einer der ersten Supporter, erläuterte die Traceability-Strategie von ICOF Europe. Darüber hinaus widmeten sich Dr. Jonas Kahlert, externer Berater der GIZ Elisabeth Altmayer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität St. Gallen, Möglichkeiten der Blockchain-Technologie.

Der rege Austausch mit den Experten führte zu einem tieferen Verständnis bei allen Teilnehmern und einer ganz simplen Einsicht: Für Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Palmöl-Lieferkette gibt es keine einfache Lösung. Auch die vermeintlich simpel erscheinende und vielversprechende Blockchain-Technologie steckt noch in ihren Kinderschuhen. Sie wird vermutlich erst in einigen Jahren einen praktikablen Lösungsansatz für die Praxis darstellen.

Über das Engagement der Mitglieder der AG Derivate bei der Organisation eines Lieferantentages für den Bereich Derivate dürfen sich jedoch alle Mitglieder freuen. Eine Sensibilisierung für das Thema Derivate sowie Schwierigkeiten und Lösungsansätze sind bereits fester Bestandteil der Agenda. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie innerhalb der nächsten Wochen.

Sie haben Interesse an den Präsentationen der AG-Sitzung? Wenden Sie sich gern jederzeit an das FONAP-Sekretariat.
 
Scorecard des WWF veröffentlicht
FONAP-Mitglieder sind erneut große Klasse

Auch in diesem Jahr hat der WWF seinen großen Palmöl-Check veröffentlicht. Wichtigste Ergebnis aus Sicht des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP): Alle Mitglieder sind grün gelistet. Damit wird das Forum seinem Ruf als Frontrunner für nachhaltiges Palmöl erneut gerecht. Das zeigt auch ein Blick auf die Spitzenreiter der Scorecard. Unter den Top 5 im Ranking sind gleich vier Mitglieder vertreten – Care Naturkost, Daabon, Agrarfrost und Lorenz Bahlsen Snack-World.

„Wir freuen uns sehr, dass die FONAP-Mitglieder erneut ihren hohen Ansprüchen und Erwartungen an sich selbst gerecht werden konnten und Vorreiter ihrer jeweiligen Branchen sind“, kommentiert die Vorstandsvorsitzende des FONAP, Annette Piperidis, das Ergebnis.

Der WWF veröffentlicht seinen Palmöl-Check bereits seit 2009. Bewertet wird dabei mithilfe eines Fragenkatalogs, ob die Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Befragt werden dabei ausschließlich Firmen mit Sitz in Deutschland, die Mitglied des RSPO sind oder zu den großen Akteuren in ihrer Branche zählen. Von den in diesem Jahr befragten 255 Unternehmen blieben 118 (46 Prozent) jegliche Rückmeldung schuldig. 112 Unternehmen (knapp 44 Prozent) gaben an, vollständig oder zumindest teilweise zertifiziertes Palmöl einzusetzen. Die übrigen Hersteller und Händler sind zwar Mitglied im „Roundtable on Sustainable Palmoil“ (RSPO) und haben sich zum Teil Ziele gesetzt, bis wann sie auf zertifiziertes Palmöl umstellen wollen, sie legten aber keine Nachweise für den tatsächlichen Bezug von zertifiziertem Palmöl vor. Die Auskünfte der Unternehmen beziehen sich auf das Kalenderjahr 2016.

Wo Unternehmen auf zertifiziertes Palmöl setzen, ist es in der Regel nach dem RSPO-Standard zertifiziert. Dass die befragten Unternehmen überhaupt Auskunft über die Herkunft und die Art der Zertifizierung des verwendeten Palmöls geben, ist zu großen Teilen auch ein Erfolg des FONAP, das sich seit Jahren für Rückverfolgbarkeit und mehr Transparenz auf dem Markt einsetzt. Die derzeit 52 Mitglieder – unter ihnen 48 ordentliche Mitglieder sowie vier jüngst beigetretene Supporter – des FONAP kaufen zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein, setzen Zusatzkriterien um und streben eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage an.

Allerdings steht diesen Vorreitern noch immer eine große Anzahl an Unternehmen gegenüber, die sich kaum oder gar nicht für nachhaltiges Palmöl engagieren. Dies betrifft insbesondere die Futtermittelbranche, die vom FONAP bereits seit Jahren angesprochen wird. Sie schneidet erneut schlecht ab. Gleiches gilt auch für die weiteren verbraucherfernen Branchen, wie Pharmazie oder chemische Industrie. Gleichzeitig bleibt erneut fast die Hälfte der im Palmöl-Check befragten Unternehmen die Antwort schuldig, ob sie Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf von Palmöl beachten und was für Palmöl sie verwenden. Noch gibt es zu wenige deutsche Firmen, die als Palmöl-Vorreiter verbindliche Zusatzkriterien zu den verschiedenen Zertifizierungsstandards wie dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), dem Sustainable Agriculture Standard (SAN) oder der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) einfordern und Kleinbauern unterstützen.

„Nur in einer verantwortungsvollen Partnerschaft zwischen Konsumenten und Produzenten von Palmöl lassen sich Sektoren nachhaltig und langfristig verbessern,“ sagt Daniel May, Generalsekretär des FONAP und ergänzt: „Um insbesondere die weitere Entwaldung beim Anbau von Palmöl zu stoppen, sollten sich Unternehmen zum Kauf von nachhaltigem Palmöl und der Erfüllung von Zusatzkriterien verpflichten. Das FONAP ruft palmölverarbeitende Unternehmen daher auf, ihre Verantwortung wahr zu nehmen und sich im Forum Nachhaltiges Palmöl zu engagieren.“

Hier können Sie den Palmöl-Check 2017 des WWF nachlesen.
 
Generalversammlung und Jahrestagung des ISCC e.V.
Alle Jahre wieder

Am 20. Februar 2018 veranstaltet das FONAP-Mitglied International Sustainability and Carbon Certification (ISCC) seine inzwischen 8. Generalversammlung sowie globale Nachhaltigkeitskonferenz in Brüssel.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen die aktuellen Verhandlungen der Renewable Energy Directive (REDII). Darüber hinaus stehen Erfolgsgeschichten und innovative Ansätze zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszertifizierungen in den verschiedenen Märkten im Fokus. Weiterhin wird die Entwicklung von Biokraftstoffen (abfall- und reststoffbasiert und ‚advanced biofuels‘) in Europa wie auch auf globaler Ebene thematisiert werden.

Die Konferenz richtet sich an Vertreter von Industrie, Handel, Nichtregierungsorganisationen oder Forschungseinrichtungen und stellt einen wichtigen Anlass im Kalenderjahr dar, um über die jüngsten Entwicklungen, Herausforderungen, Gelegenheiten und aufkommenden Trends in Nachhaltigkeitszertifizierungen in den verschiedensten Märkten zu diskutieren. Die Teilnahme an der Konferenz steht jedem offen und ist kostenfrei.

Sie haben Interesse an einer Teilnahme? Hier können Sie sich registrieren.
 
Vom indirekten Einfluss
Wenn Wildschweine auf Plantagen auftauchen

Der Anbau von Ölpalmen verursacht neben der Abholzung tropischer Regenwälder auch Schäden an Wäldern, die nicht in unmittelbarer Nähe von Ölpalmplantagen liegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Dezember 2017 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde.

Für die Studie untersuchten Forscher der University of California, des Smithsonian Tropical Research Institute, der Nanyang University Singapore und des Forest Research Institute of Malaysia (FRIM) ein in Malaysia gelegenes Stück Primärregenwald, das von Ölpalmplantagen umgeben ist. Es stellte sich heraus, dass der Wald stark degradiert war, wobei die Anzahl der Unterholzvegetation - kleine Bäume und Sträucher, die zwischen den Baumkronen und dem Waldboden wachsen - im Untersuchungszeitraum um mehr als 50 Prozent zurückging. Der erstaunliche Grund: Wildschweine, die sich - angezogen von den herabfallenden Palmfrüchten auf den nahegelegenen Plantagen – nicht nur stark vermehren, sondern auch massiven Schaden am Unterwuchs in Regenwaldgebieten anrichten. Dies zeigen die Daten, die vom Forest Research Institute of Malaysia in den vergangen 20 Jahren gesammelt wurden. Der Vergleich mit Waldgebieten, die zum Schutz vor Wildschweinen eingezäunt waren, bestätigt die Schlussfolgerung. Hier war die Anzahl kleiner Bäume und Setzlinge deutlich höher.

Die Studie fand „starke indirekte Effekte über Jahrzehnte hinweg" in Wäldern, die mehr als einen Kilometer von Ölpalmplantagen entfernt liegen. Dies deute nach Ansicht der Autoren darauf hin, „dass der wahre globale ökologische Fußabdruck der menschlichen Nahrungsmittelproduktion erheblich unterschätzt wurde."

Ähnlich starke indirekte Einflüsse auf Regenwälder durch die Kultivierung von Ölpalmen vermuten die Autoren der Studie in weiteren Teilen Malaysias und auch in Indonesien. Sie plädieren daher für Pufferzonen rund um die Ölpalmplantagen, um den Zugang von Wildtieren zu Plantagen zu begrenzen.


+ Hier können Sie die Studie herunterladen.

 
Rückblick
Das war das Jahr 2017

„Zwischen Amerikas Aufgabe der Führung in der Naturschutz- und Umweltpolitik, Brasiliens Einsatz für den Erhalt der Wälder, massiven Waldbränden weltweit und einem starken Anstieg der globalen Waldverluste im Jahr 2016, war 2017 ein hartes Jahr für tropische Regenwälder“ – so leitet das englischsprachige Online-Magazin für Natur und Umwelt, Mongabay, seine ‚Highlights‘ des vergangenen Jahres pünktlich zum Start in das Jahr 2018 ein. Herausgekommen ist dabei ein kurzer Überblick über bemerkenswerte Entwicklungen und Trends für tropische Wälder im Jahr 2017. Einige ausgewählte Highlights stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Nach wie vor ist die Rohstoffproduktion weltweit größter direkter Treiber der tropischen Entwaldung. Rohstoffpreise sind daher ein wichtiger Faktor für Entwaldungstrends. Im Jahr 2017 blieben die Preise für Rohstoffe wie Soja, Viehzucht, Papier oder Palmöl, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, generell konstant. Eine Ausnahme bildet Kautschuk, dessen Preis um etwa ein Viertel anstieg sowie Kakao, der einen Preisverfall von fast 30 Prozent verzeichnete.

Unternehmen gingen weiterhin Verpflichtungen in Bezug auf die Reduktion von Entwaldung, Torfabbau und Ausbeutung ein und haben diese sogar verstärkt. Dennoch äußern NGOs Bedenken hinsichtlich der erzielten Fortschritte. Das Global Canopy Program (GCP) beispielsweise gab in seinem jährlichen Bericht "Forest 500" an, dass nur weniger als ein Viertel der bewerteten Unternehmen ihre Entwaldungspolitik ausgeweitet hätten. Das Problem: Bei dem derzeitigen Tempo werden die Unternehmen und Finanzinstitutionen, die den größten Einfluss auf die Wälder haben, keine angemessenen Maßnahmen ergreifen oder diese Politiken bis 2020 umsetzen. Der jährlich erscheinende Bericht analysiert neben 250 Unternehmen und 150 Finanzinstitutionen die 50 wichtigsten Jurisdiktionen, die "das größte Potenzial haben, tropische Abholzung zu verhindern".

Darüber hinaus sorgten einige Großunternehmen – nicht nur aus dem Palmölsektor – 2017 für negative Schlagzeilen. Die Goodhope Asia Holdings beispielsweise wurde vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) für Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen in der indonesischen Region Papua sanktioniert.

Spannend ist auch ein Artikel in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters, die einen unkonventionellen Treiber von Entwaldung ermittelt hat: Geldwäsche durch Drogenhändler in Zentralamerika. Environmental Research Letters zufolge werden Gewinne aus dem Drogenhandel zur Finanzierung der landwirtschaftlichen Expansion in der Region genutzt.

Für Indonesiens Regenwälder war das Jahr 2017 ein Auf und Ab. Daten, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Rückgang der Baumbestände in den Primärwäldern Indonesiens im Jahr 2016 infolge der Brandkrise von 2015 weiter zunahm. Und die Satellitendaten deuten darauf hin, dass es in 2017 vor allem in Kalimantan und Papua zu weiteren Rodungen gekommen ist. In dem Bemühen, eine Wiederholung der Feuer zu vermeiden, erließ die indonesische Regierung mehrere Richtlinien für das Management von Torfmoorgebieten. Diese beinhalten auch einen Mechanismus zum Landtausch, der es Unternehmen ermöglicht, kohlenstoffdichte Gebiete in ihren Konzessionen gegen andere Ländereien zu tauschen, um das Brandrisiko zu verringern.

Und schlussendlich haben der indonesische Palmölverband (GAPKI) und der indonesische Verband der Forstkonzessionäre (APHI) das indonesische Verfassungsgericht gebeten, das nationale Forstgesetz und das Umweltrecht zu revidieren. Sie erhoffen sich damit, nicht für Brände in ihren Konzessionen haftbar gemacht zu werden.

Mongabay veröffentlich seine Highlights des Jahres bereits seit 2009 auf seiner Website. Sie möchten mehr erfahren? Hier können Sie die gesammelten Highlights des Jahres 2017 einsehen.
 
Presseschau
Palmöl galt einst als saubere Alternative zum Diesel. Nun plant die EU eine Kehrtwende.

Handelsblatt (19.01.2018)
„Das EU-Parlament will umstrittene Palmöl-Importe eindämmen. Doch der Schritt, der die Umwelt schützen soll, sorgt in Malaysia und Indonesien für Empörung. Kleinbauern fürchten um ihre Existenz.“

Handelsblatt (30.12.2017)
„Es findet sich in Schokoriegeln, Bratensoße und Lippenstift: Palmöl. Der Verbrauch ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Doch die kaum zu bremsende Nachfrage kostet die Welt mehr, als sie sich leisten kann.“

Stuttgarter Nachrichten (08.01.2018)
„Auf Palmöl könne man leider nur schwer verzichten, sagt Hartmut Rohse, Leiter der Forschungsabteilung beim Schokoladenhersteller Ritter Sport. Und Alternativen hätten eine noch schlechtere Ökobilanz.“

Spiegel Online (16.01.2018)
„Das EU-Parlament stimmt darüber ab, ob Palmöl nach 2021 noch Biosprit beigemischt werden darf. Die Produzenten protestieren gegen den möglichen Bann - der malaysische Rohstoffminister will dagegen vorgehen.“

Deutschlandfunk Kultur (05.01.2018)
„Egal ob Hautcreme, Brotaufstrich oder Biodiesel überall kann Palmöl enthalten sein. Der Boom sorgt in Ländern wie Malaysia für weniger Armut, auf der anderen Seite werden dafür Sümpfe trockengelegt und Wälder gerodet. Udo Pollmer hat Lösungsvorschläge für das Dilemma.“

Süddeutsche Zeitung (02.02.2018)
„Kleinbauern in Malaysia und Indonesien protestieren gegen die Europäer, denn Millionen leben vom Plantagengeschäft.“
http://www.sueddeutsche.de/politik/suedostasien-gute-pflanze-boese-pflanze-1.3851956

Süddeutsche Zeitung (02.02.2018)
„Regenwälder müssen immer wieder Palmöl-Plantagen weichen. Nun will die EU den Biokraftstoff für Autos verbieten. Aber das ist nur ein erster Schritt, denn das Öl steckt auch in vielen anderen Produkten.“
 
 

Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier.

 
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin
c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/


Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird.






Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe